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Neue Diskussion am Kuckucksheim: Kritik am Biomasseheizkraftwerk

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Von: Peter Schiebel

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In diesem Bereich am Kuckuckswald will die Gemeinde Wörthsee das Biomasseheizkraftwerk errichten, das das Kirchenareal, das genossenschaftliche Wohnen und den Supermarkt mit Fernwärme versorgen soll. Dagegen regt sich jetzt Widerstand.
In diesem Bereich am Kuckuckswald will die Gemeinde Wörthsee das Biomasseheizkraftwerk errichten, das das Kirchenareal, das genossenschaftliche Wohnen und den Supermarkt mit Fernwärme versorgen soll. Dagegen regt sich jetzt Widerstand. © Andrea Jaksch

Die Gemeinde Wörthsee plant am Kuckucksheim den Bau eines Biomasseheizkraftwerks, das vor allem das dortige Wohnprojekt, das Kirchenareal und den Supermarkt mit Wärme versorgen soll. Dagegen regt sich jetzt Widerstand.

Steinebach – Wenn Wörthsees Gemeinderäte in ihrer heutigen Sitzung (19 Uhr, Aula der Grundschule) über das geplante Biomasseheizkraftwerk am Kuckucksheim beraten, dann dürften einige Anwohner ganz genau hinhören. Doja Muggenthaler, Mudra Wurm und Dr. Stephan Bleek von der Initiative für Artenvielfalt Wörthsee haben am Montagabend nämlich per Pressemitteilung deutliche Kritik an dem Vorhaben geäußert.

„Im Kuckuckswald sollen nach den Fällungen für den neuen Supermarkt wieder wertvolle alte Bäume abgeholzt werden“, schreiben sie. „Es ist nicht einzusehen, warum für dieses Heizkraftwerk ein Standort im Erholungswald gesucht wurde und nicht auf einer anderen Fläche.“ So würde scheibchenweise ein weiterer Teil des Waldes verschwinden. Darüber hinaus äußern die Bürger generelle Kritik an dem Kraftwerk, das mit Hackschnitzeln betrieben werden solle. Von „Ökoschwindel“ ist die Rede, da durch die Verbrennung von Holz erheblich CO2 freigesetzt werde. Wirklich nachhaltig sei eine Wärmepumpenheizung, betonen die Bürger, die mit ihrem Bürgerbegehren gegen den Vollsortimenter im vergangenen Jahr bei einem Bürgerentscheid unterlegen waren. „Wir hoffen, dass sich bei unserem Gemeinderat diese Einsicht durchsetzt und nach einer wirklich guten, klimafreundlichen Lösung gesucht wird und nicht nach einem Holzweg.“

Bürgermeisterin Christel Muggenthal kann Kritik nicht nachvollziehen

Bürgermeisterin Christel Muggenthal kann die Kritik nicht nachvollziehen und erläutert im Gespräch mit dem Starnberger Merkur den Stand der Dinge. Es seien vier gemeindeeigene Grundstücke für den Kraftwerksbau geprüft worden. Eine Fläche am Friedhof scheide aus, weil es dort einen natürlich gewachsenen Waldboden gebe. Bei einem Anbau an das geplante Kinderhaus sei mit Protesten von Eltern zu rechnen. Ein drittes Grundstück liege „mitten in der Prärie“ und komme nicht infrage, da Heizzentralen nicht als privilegierte Bauvorhaben bewertet würden. Bleibe also die Fläche östlich der Etterschlager Straße und südlich der Straße Zum Kuckuckswald, auf der sich aktuell auf einer fünf mal fünf Meter großen Betonplatte ein Streusalzsilo befinde. In dem Bereich sei in den 1970er-, 1980er-Jahren Aushub gelagert worden, weswegen die Fläche weniger wertvoll sei als andere, sagte Muggenthal. Gewiss müssten dort Bäume für das Heizkraftwerk gefällt werden, aber: „Die wichtigen Bäume bleiben alle stehen.“

Auch die Kritik am Einsatz von Hackschnitzeln lässt Muggenthal nicht gelten. Es sei von Anfang an geplant gewesen, das Kraftwerk zunächst damit zu betreiben. In der Folge solle das Konzept dann um Solarthermie, Wärmepumpen und gegebenenfalls Geothermie erweitert werden. Nähere Einzelheiten wollte die Bürgermeisterin nicht nennen, sondern verwies auf die Gemeinderatssitzung heute. Dann geht es um die Aufstellung des Bebauungsplans und die Änderung des Flächennutzungsplans. Die Sitzung ist öffentlich. Es gilt die 3G-Regel. Wer nicht vollständig geimpft oder genesen ist (die Nachweise sind vorzulegen), muss einen negativen Test vorweisen (Schnelltest nicht älter als 24 Stunden, PCR-Test nicht älter als 48 Stunden). ps

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