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Sie soll den Dorfladen in stabiles Fahrwasswer führen: Billie Salzeder aus Utting.

Dorfladen Wörthsee

Neustart im Dorfladen

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Alles zurück auf Anfang. Seit dem 4. Februar arbeitet im Dorfladen Wörthsee die neue Marktleiterin Billie Salzeder. Mit ihr soll nach ein paar stürmischen Wochen endlich wieder Ruhe einkehren. Und es lässt sich gut an.

Steinebach – Die Lage hat sich entspannt im Dorfladen Wörthsee, das spürt man gleich. Obwohl Billie Salzeder am Anfang schon ein bisschen Bammel hatte nach all dem, was war. „Ich habe das natürlich verfolgt“, erzählt die 47-Jährige, die in Utting wohnt und eine 15-jährige Tochter hat. Mit einem straffen Wind habe sie anfangs gerechnet, aber im Gegenteil, die Wörthseer hätten sie sehr freundlich empfangen. „Und gerade hat mich der zweite Bürgermeister begrüßt.“

Schwierige Wochen liegen hinter dem Dorfladen und allen Beteiligten. Schon im Vorfeld hatte es Unstimmigkeiten in den Gremien des genossenschaftlich organisierten Ladens gegeben. Die Kündigung von Salzeders Vorgängerin schließlich brachte das Fass zum Überlaufen und den Dorfladen in die Schlagzeilen. Der Beirat der Unternehmergesellschaft trat zurück. Geschäftsführer Johannes Englmeier hofft, dass die Querelen nun vorbei sind. „Die Marktleiterin kommt sehr gut an im Team“, schwärmt er. Sie habe tolle Ideen „und eine Wahnsinnsenergie“. Anfang April werde auf einer Versammlung der stillen Gesellschafter neu gewählt. „Ich hoffe sehr auf einen starken Beirat“, sagt Englmeier. Es müsse um den Laden gehen, persönliche Befindlichkeiten dürften keine Rolle spielen. „Es gibt im Geschäft halt Entscheidungen, die sind unpopulär.“ Trotz allem laufe der Laden nach Plan. „Im Dezember haben wir die schwarze Null erreicht“, freut sich Englmeier, mit der nächsten rechnet er im März.

Billie Salzeder, von ihren Freunden Pim genannt, kommt ursprünglich aus der Gastronomie. Sie ist gelernte Hotelfachfrau, hat in der jüngeren Vergangenheit jedoch im Handel gearbeitet. Dort war sie als Beraterin tätig, im Personalbereich, Vertrieb und Marketing. „Ich habe gelernt anzupacken“, sagt sie. Auf der anderen Seite hatte Salzeder von klein auf immer mit hochwertigen, biologisch angebauten Lebensmitteln zu tun: Ihr Vater Emil betrieb die Walzmühle St. Johann in Siegsdorf im Chiemgau und war einer der ersten, der vor 35 Jahren auf Bio umstellte. „Lebensmittel höchster Qualität waren bei uns immer wichtig“, sagt Salzeder.

Bio soll auch im Dorfladen Wörthsee in Zukunft eine noch größere Rolle spielen. „Ein bissl was machen wir anders“, kündigt Salzeder an, die nun Chefin von fünf Angestellten und zwei Aushilfen ist. Dafür hat sie sich in Dorfläden im Allgäu bereits Anregungen geholt. Das Gemüseregal wird erneuert, das Fleischsortiment vergrößert, stromsparende LED-Lampen sind schon bestellt. Auch für die großen Fenster hat die 47-Jährige Pläne: „Ich habe schon einen Künstler an der Hand, der sie bemalen wird.“

In Zukunft möchte sie zu Ausstellungen, Konzerten und Lesungen einladen – „und auch kulinarisch soll sich was rühren“. Bea Meissner wird wie zuvor den Mittagstisch bestücken, aber das kulinarische Angebot sei mit Kaffee, Kuchen oder Antipasti erweiterbar. „Wir machen das hier Stück für Stück.“

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