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Originell und ein Original, trotzdem nicht von allen geliebt: die mobile Party-Hütte der Aumillers, hier zwischen Hechendorf und Steinebach.

Keine Chance für Weihnachtsfeiern

Schlechte Karten für fliegende Partyhütte

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Die Pläne der Familie Aumiller, mitten in Steinebach Weihnachtsfeiern auszurichten, stoßen im Gemeinderat auf wenig Gegenliebe.

Steinebach – Es sollte nur zur Probe sein, für drei Monate, aber die Mehrheit der Wörthseer Gemeinderäte war für die Idee nicht zu begeistern: CSU-Gemeinderat Jakob Aumiller darf seine mobile Blockhütte nicht, wie von ihm geplant, für Weihnachtsfeiern mitten in Steinebach aufstellen.

„Wir befinden uns in einer Grauzone“, sagte Geschäftsstellenleiterin Christa Heintel in der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend. Aumiller hatte sich das so vorgestellt: Er baut die Hütte am 1. November auf einem Grundstück gegenüber der Steinebacher Feuerwehr auf und vermietet sie an Firmen für Weihnachtsfeiern. Da es sich bei der Hütte um einen fliegenden Bau mit weniger als 75 Quadratmeter Größe handelt und die zulässige Personenzahl von 80 nicht überschritten wird, ist eine baurechtliche Genehmigung nicht nötig. Unter fliegenden Bauten versteht man Gebäude, die sich nicht länger als drei Monate an einem Ort befinden. Die Bewirtung der Weihnachtsfeiern wollten die Aumillers über den Jakl-Hof organisieren und außerdem in der Nähe einen Sanitär-Container aufstellen. Die Erschließung sollte über die Dorfstraße erfolgen, Parkplätze befinden sich beim Jakl-Hof.

Seitens der Verwaltung stellte vor allem die Verordnung zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ein Problem da, sie hätte Aumiller für bestimmte Zeiträume eine Befreiung gewähren müssen. Denn ab einer gewissen Größenordnung mutieren auch Privatpartys zu öffentlichen Veranstaltungen.

Die Gemeinderäte hatten noch aus anderen Gründen Bauchschmerzen. „Entweder wollen wir die vorhandenen Gaststätten auslasten, oder es ist uns egal und wir haben überall fliegende Bauten“, sagte Florian Tyroller (Grüne). Auch Dirk Bödicker (Wörthseeaktiv) befürchtete, „dass wir damit der eigenen Wirtschaft im Ort das Geschäft abgraben“. Von einem Dilemma sprach Thomas Bernhard (Freie Wähler): „Wir haben den Imbiss am Edeka abgelehnt. Aber weil es nur kurzfristig ist, hätte ich mich damit vielleicht angefreundet.“ Er sorgte sich auch um die Anwohner: „Die haben ja schon durch den Kiosko eine Belastung.“ Das sah auch Paul Grundler (Wörthseeaktiv) so: „Wir tun gut daran, im Winter den Ort zu befrieden – selbst wenn die Idee bestechend schön ist.“ Der Probebetrieb lässt sich auch nicht abkürzen, falls die Beschwerden überhand nehmen – diese Variante hatte Josef Kraus (CSU) vorgeschlagen.

Letztlich war das Votum deutlich: Wörthseeaktiv, Grüne und SPD lehnten das Vorhaben gegen die Stimmen von CSU und Freie Wähler ab, also mit acht zu fünf.

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