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Standort für geplantes Biomasseheizwerk steht fest

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Von: Laura Forster

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Der Standort für das geplante Biomasseheizwerk.
Der Standort für das geplante Biomasseheizwerk. © Andrea Jaksch

Der Gemeinderat Wörthsee hat sich für das umstrittene Grundstück am Kuckucksheim als Standort für das geplante Biomasseheizwerk entschieden.

Steinebach – Die Entscheidung ist gefallen. Die Mitglieder des Gemeinderats in Wörthsee haben am Mittwochabend einstimmig für den Standort südlich der Straße Zum Kuckucksheim im Bereich des Salz-Silos für den Bau eines Biomasseheizwerks gestimmt – trotz vereinzelter Kritik aus der Bevölkerung (wir berichteten).

Die Gemeinde möchte den geplanten Supermarkt am Kuckucksheim, das Projekt „Wohnen am Quartiersplatz“ westlich der Etterschlager Straße, das Wohngebiet der Wogeno, den Altbau des Verbands Wohnen und das Kinderhaus zukünftig CO2-neutral über ein Blockheizkraftwerk beheizen. „Wir haben uns fünf mögliche Standorte mit dem zukünftigen Betreiber MW Biomasse AG aus Irschenberg angeschaut“, sagte der von der Gemeinde mit der Untersuchung beauftragte Christian Ufer, Landschaftsarchitekt vom Büro Terrabiota aus Starnberg. „Dabei haben wir auf verschiedene Kriterien wie Baukosten, Anbindung, Umfeld und mögliche ökologische Eingriffe geachtet.“

Den Standort südlich der Straße Zum Kuckucksheim zwischen der Straßenzufahrt Buchteil und der Zufahrt zum Friedhof hält Ufer für eher ungeeignet. „Das Grundstück ist zwar im Gemeindeeigentum, es ist jedoch dreieckig und das Biomasseheizwerk soll rechtwinklig werden“, sagte er. Außerdem sei der Baumbestand auf der Fläche recht alt, was an höhere artenschutzfachliche Anforderungen geknüpft sei.

Biomasseheizwerk soll nicht neben Kinderkrippe gebaut werden

Ebenso aus dem Rennen sind die Standorte nördlich der Straße Zum Kuckucksheim – die Fläche sei mit 340 Quadratmeter deutlich zu klein für das rund 540 Quadratmeter große Heizwerk – und südlich der Kinderkrippe an der Schluifelder Straße. „Für das Grundstück an der Kinderkrippe stünden zwar geringe Baukosten an, die Lage für die Anlieferung der Hackschnitzel gestaltet sich jedoch schwierig“, sagte der Landschaftsarchitekt. Auch Bürgermeisterin Christel Muggenthal lehnte diesen Standort ab. „Ich halte das für keine gute Idee.“ Über dem Dach des Biomasseheizkraftwerks würde bei Benutzung eine große Dampfwolke zu sehen sein, die die Eltern und Kinder eventuell abschrecken könnte.

Auch der Standort im Bereich des Bauvorhabens der Wogeno wurde schnell verworfen. „Oberirdisch passt das Heizwerk nicht mehr auf das Grundstück, wenn, dann wäre eine Realisierung nur unterirdisch möglich. Da würde der Betreiber jedoch nicht mitgehen, da Zusatzkosten von rund 800 000 Euro entstehen würden“, erklärte Ufer. Deshalb blieb für den Planer nur der Standort im Bereich des Salz-Silos übrig, der von der Initiative für Artenvielfalt Wörthsee wegen der Fällung von Bäumen kritisiert wurde. „Mir ist klar, dass es erneut zu Waldeingriffen kommt“, sagte Christel Muggenthal in der Sitzung. Allerdings handle es sich um einen jungen Baumbestand.

Gemeinderat Dirk Bödicker: „Uns bleibt jedoch gar nichts anderes übrig, als die Kröte zu schlucken.“

Die Argumente für den Standort, wie die zentrale Lage, die gute Anliefermöglichkeit und die Größe, überzeugten auch die Gemeinderäte. „Ich kann mit dem Standort mitgehen“, sagte Dr. Harald Lossau (FW). „Ich habe relativ lange mit dem Standort gezahnt“, betonte Dirk Bödicker von WörthseeAktiv (WA). „Uns bleibt jedoch gar nichts anderes übrig, als die Kröte zu schlucken.“

Einstimmig beschloss der Gemeinderat, einen Bebauungsplan aufzustellen und den Flächennutzungsplan zu ändern. „Mir ist es noch wichtig zu erwähnen, dass die Hackschnitzel aus der Region kommen und wir Landwirte aus der Gemeinde unterstützen wollen“, ergänzte Robert Wihan (FW).  lf

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