Der Wirt des „Il Kiosko“ am Wörthsee: Generoso Aurigemma
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Der Wirt des „Il Kiosko“ am Wörthsee, Generoso Aurigemma, freut sich, dass er die Pavillons aufstellen darf. Sie sollen ihm helfen, dass der Betrieb die kalte Jahreszeit überlebt.

„Il Kiosko“ und Augustiner

Wörthsee-Wirte rüsten auf

  • Katja Brenner
    vonKatja Brenner
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Am Wörthsee sind die Gastro-Betriebe mit Lage direkt am See in einer etwas gediegeneren Ausgangsposition. Um den Freiluftbetrieb so lange wie möglich zu verlängern, rüsten jedoch auch sie auf.

Wörthsee – In München retteten mehr und größere Freischankflächen auf Kosten von Parkplätzen und zum Leidwesen der Autofahrer die Wirte über den Sommer. Diese Scharnigärten dürfen nun auch im Winter mit Heizpilzen bestückt weiter betrieben werden, wie der Stadtrat der Landeshauptstadt jüngst beschlossen hat (wir berichteten).

Damit er den Außenbereich nutzen kann, hat „Il Kiosko“-Betreiber Generoso Aurigemma vor einigen Tagen einen mobilen Pavillon vor seinem Kult-Kiosk an der Seepromenade aufgestellt. „Wenn es kalt ist, kann ich seitlich zumachen“, erklärt er. Der aus drei Modulen bestehende Pavillon bietet Platz für 40 Gäste.

Normalerweise hat Aurigemmas Kiosk im Winter auch geöffnet, im Innenraum ist Platz für 25 bis 30 Personen. „Mit den Abstandsregeln kriegen wir das aber nicht hin.“ Daher der Pavillon. „Not macht erfinderisch“, kommentiert der Gastronom die von ihm so genannte Notlösung. Denn wegen der Corona-Krise sind seine Umsätze um 46 Prozent eingebrochen. „Ich muss schauen, dass ich den Winter überstehe.“ Daher hofft er, dass sein Angebot für die kalte Jahreszeit mit Kaffee, Kuchen, Glühwein und Auszognen gut angenommen wird.

Bei Verwaltung und Gemeinderat stieß Aurigemma auf Wohlwollen. Als Bürgermeisterin Christel Muggenthal in der jüngsten Gemeinderatssitzung das Thema ansprach, gab es allenthalben Zustimmung.

Ein ähnliches Bild bietet sich nur wenige hundert Meter entfernt bei Till Weiß, dem Wirt des Augustiner am Wörthsee. Ein Zelt für 18 Personen steht schon. „Das wird auch sehr gut angenommen“, sagt er. Zwei weitere sollen folgen, sodass er insgesamt 50 Personen vor seiner Gaststätte mit Seeblick bewirten kann. Weiß beobachtet, dass 20 Prozent seiner Gäste trotz herbstlicher Witterung ausschließlich draußen sitzen wollen.

Entgegen aller Befürchtungen lief die Sommer-Saison für ihn gar nicht so schlecht. Zwar seien Veranstaltungen wie Hochzeiten weggefallen. Viele seien aber nicht in den Urlaub gefahren und stattdessen etwas öfter zu ihm zum Essen an den See gekommen. Auch im Innenbereich sei er dank Entlüftungsanlage und 165 Sitzplätzen – ohne Pandemie-Beschränkungen sind es 360 – „gut aufgestellt“. Die Zelte seien „für die Übergangszeit“. Da es für Weiß eine Premiere ist, müsse sich noch zeigen, wie lange deren Betrieb machbar sei.

Eben wegen solcher Unsicherheiten hat das Seehaus Raabe sich gegen einen zusätzlichen Außenbereich entschieden. „Die Regeln ändern sich ja recht schnell“, argumentiert Geschäftsführer Franz Sinnreich. Was möglich sei, könne von Woche zu Woche ganz anders aussehen. Außerdem zähle der Umwelt-Aspekt mehr als mögliche Profite: Seine Gäste könnten auch ohne Überdachung die Tische vor dem Seehaus nutzen. „Bei uns scheint super die Sonne hin“, sagt Sinnreich. Denn einen Betrieb mit Heizpilzen möchten die Seehaus-Betreiber aus Umweltschutzgründen nicht. Das ist laut Sinnreich „Verschwendung von Ressourcen“.

Auch Aurigemma und Weiß wollen es in ihren neu geschaffenen Freischankflächen ohne Heizpilze versuchen. Wenn die Sonne tief steht und unter das Dach des Pavillons scheint, „da wird es richtig warm“, sagt Aurigemma. Wie Sinnreich rät er seinen Gästen, sich einfach etwas wärmer anzuziehen, um draußen sitzen zu können. Wer will, sollte sich eine Decke selbst mitbringen, da die Decken des „Il Kiosko“ aus Infektionsschutzgründen nicht ausgegeben werden. Und sollte doch ein größerer Kälteeinbruch kommen, hat Aurigemma wie Weiß für diesen Fall einen Heizlüfter – der gilt nämlich als nicht ganz so umweltschädlich wie ein Heizpilz.  kb/ps

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