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Für Aldi gibt es in Wörthsee nichts zu holen. 

Aldi-Logistikzentrum

Für Aldi ist in Wörthsee nichts zu holen

Steinebach - Das war deutlich. Wörthsees Gemeinderäte haben Michael Klöter von Aldi-Süd erneut eine Absage erteilt. Die Mehrheit will nach wie vor kein Logistikzentrum.

Das war deutlich: Wörthsees Gemeinderäte haben in ihrer Sitzung am Mittwochabend Michael Klöter von Aldi-Süd eine Absage erteilt, und zwar mehrheitlich. Klöter hatte – auf Einladung der Gemeinde – sein Angebot aus dem Jahr 2013 wiederholen wollen. Das schaffte er auch gerade noch, zu mehr kam es allerdings nicht. Bis auf die CSU-Fraktion reagierte das Gremium regelrecht ungehalten auf Klöters neuen Vorstoß. Wie berichtet, hat Aldi nach wie vor Interesse daran, auf einer 13 Hektar großen Fläche Am Ziegelstadel ein Logistikzentrum zu bauen. Derzeit wird die Fläche landwirtschaftlich genutzt. 

Schon im Vorfeld hatte Klöter betont, dass es von Seiten Aldi keine Veränderung gebe. Aber am Ratstisch in Wörthsee säßen immerhin elf neue Gemeinderäte, dazu käme eine ins Schlingern geratene Energiewende und eine Flüchtlingskrise, die auch die Kommunen belaste. Vor diesem Hintergrund legte der 50-Jährige das Angebot nochmals dar: Zehn Millionen Euro würde Aldi für den Grund zahlen, Erschließung, Bodenaushub et cetera trägt das Unternehmen selbst. Das auf der Fläche befindliche Biotop erhält Anbindung an den bestehenden Wald, in Etterschlag werden Ausgleichsflächen festgelegt. Geplant ist ein Flachbau mit versickerungsfähigem Flachdach, es entstehen 200 Arbeitsplätze und auf dem Dach ist zudem noch Platz für eine große Fotovoltaik-Anlage. Insgesamt werden 240 Lkw das Zentrum von der Autobahn aus befahren, die Fläche ist zwei Kilometer von der Gemeinde Wörthsee entfernt und liegt direkt an der Autobahn. Klöter führte auch an, er habe nach dem verlorenen Bürgerentscheid im Februar 2014 zahlreiche Reaktionen von Fürsprechern erhalten – insgesamt hätten schließlich nur 130 Stimmen die Abstimmung entschieden. An Gewerbesteuer stehen mindestens 500 000 Euro auf dem Plan.

 Eiskalter Wind blies Klöter nach seinem Vortrag aus dem Gremium entgegen. „Was ist das Neue?“, wollte Florian Tyroller (Grüne) wissen. „Alle Nachteile sind nach wie vor gültig – es geht um die Seele dieses Ortes“, sagte Dr. Klaus Kaplaner (SPD). „Ich bin tief enttäuscht“, beschrieb Dirk Bödecker (Wörthsee Aktiv) seine Gefühlslage. Es sagte aber auch: „Ich halte das Angebot für schlechter als vor zwei Jahren in Zeiten, in denen Boden teurer wird.“ Das man ihn nur wegen „neuer Tatsachen“ angehört habe, ergänzte Fraktionskollege Paul Grundler. Nur Martina Jursch brach eine Lanze für Aldi: „Ich sehe das nach wie vor als Chance für Wörthsee. Und bei einer Pro-Kopf-Verschuldung, die von damals 688 Euro auf 1300 Euro heute angestiegen ist, verstehe ich die Ablehnung nicht.“ Im Moment gebe es vielleicht noch keine Not, aber eventuell in zwei Jahren, „und dann haben wir nicht mehr die Wahl“. 

Klöter äußerte sich gestern überrascht über die emotionalen Anwürfe aus dem Gremium. „Das bin ich so nicht gewohnt in Wörthsee. Dort wurde bisher immer sachlich diskutiert.“ Er habe nie behauptet, ein neues Angebot in petto zu haben. „Ich weiß nicht, wo die negativen Emotionen herkommen.“ Er habe das Projekt lediglich auch den neuen Mitgliedern des Gremiums vorstellen wollen. „Wenn es Argumente mit Substanz gewesen wären, gut. Aber über diese Art und Weise bin ich schon enttäuscht.“ Die Mehrheit im Gremium sei offenbar „gegenstandslos dagegen“. Dann aber trotzdem auch noch über den Kaufpreis verhandeln zu wollen, „sowas tut man in diesem Rahmen nicht“. Die Preise für Gewerbegrund im Umland Münchens hätten sich nicht so gut entwickelt und seien in keinster Weise mit Baulandpreisen für Wohnraum vergleichbar. „Abgesehen davon tragen wir Erschließung und Aushub selbst.“ Mit dem Angebot könne die Gemeinde Projekte im Ort realisieren und vor allem finanzieren. „Das passt alles nicht zusammen.“ Klöters Fazit: „Ich werde keinen Vorstoß mehr unternehmen.

Hanna von Prittwitz

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