Der östliche Ortsausgang von Berg wird Standort für eine Containeranlage für Asylbewerber. Foto: edl

Asyl: Von einem Ortsrand zum anderen

Berg - Die Berger Asylbewerber ziehen von Huberfeld an den östlichen Ortsausgang Richtung Aufkirchen. Die Anlage wird voraussichtlich im September errichtet.

In Berg, am Ortsausgang Richtung Aufkirchen, wird eine Containeranlage für Flüchtlinge und anerkannte Asylbewerber entstehen. Details nannten Bergs Rathauschef Rupert Monn und Kreisbaumeister Dr. Christian Kühnel in einem Pressegespräch gestern im Berger Rathaus. Das heißt: Den Berger Asylbewerbern bleibt ein weiterer Winter in der Zeltstadt am Huberfeld erspart.

Die Containeranlage wird die gleiche sein wie überall im Landkreis: 96 Schlafplätze, verteilt auf 16 Wohnungen und vier rund 10x12 Meter große Gebäude, dazu ein weiteres für Waschmaschinen und Seminarräume. Ein Privatmann verpachtet dafür seine Grünfläche im Außenbereich an der Isartalstraße ans Landratsamt, gegenüber vom Skilift am Kreuzmöslberg.

Daher werde sich daher nicht viel ändern, freute sich Monn gestern sichtlich. „Die Berger leben bereits mit unseren Gästen, daher gehe ich davon aus, dass der Umzug in die Isartalstraße akzeptiert wird.“

Derzeit leben 110 Asylbewerber in den Berger Zelten. Wenn die Container stehen, sollen sie dorthin umziehen. Das Landratsamt war laut Kühnel zunächst davon ausgegangen, dass die Container fünf Jahre stehen sollen. Nachdem die Regierung von Oberbayern ihre Mietzuschüsse massiv reduziert hat, wird die Laufzeit verlängert. Sonst würde das Landratsamt draufzahlen, sagt Kühnel. „Der Pachtvertrag läuft über zehn Jahre, mit Ausstiegsoption jederzeit“, sagt der Geschäftsbereichsleiter Asyl im Landratsamt, Stefan Derpa.

Die Regierung bezahlt noch die ortsübliche Miete plus einen Asylzuschlag von 6 Euro. Im Berger Fall geht es um 14 bis 17 Euro pro Quadratmeter plus Zuschlag. Wenn die Zahl der Asylbewerber sinkt, kann die Gemeinde Berg nach und nach bis zu acht Wohnungen anmieten, um als zuständige Behörde anerkannte Asylbewerber und eventuell andere Obdachlose dort unterzubringen. „Wir haben derzeit keinen Wohnraum für Obdachlose“, sagte Geschäftsführender Beamter Benjamin Bursic.

Der nächste Schritt in Berg ist die Bodenuntersuchung. Auch der Gemeinderat muss offiziell informiert werden und sein Einvernehmen für den Bau der Anlage erteilen. Bei einer Ablehnung könnte das Landratsamt den Beschluss ersetzen - doch das sei nicht geplant, versicherte Kühnel. „Wir wollen alles zusammen mit den Gemeinden machen.“ Dann werden Leitungen und das Fundament gelegt. Mitte bis Ende September werden die Container angeliefert. Außer, in Gilching kommt was dazwischen. Dann sei Berg eher dran, sagte Kühnel.

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