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Der Blick von der Himmelmutter-Kapelle an der Oberland-/Ecke Osterfelderstraße ins Grüne: Auf dem gemeindeeigenen Grundstück dort entstehen 30 Wohnungen des Verbands Wohnen. Die Gemeinde hat für 80 Prozent der Wohnungen das Vorschlagsrecht bei der Belegung. 

Wohnungsbau Aufhausen

Drei Entwürfe, aber kein Knüller

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30 Wohnungen will der Verband Wohnen zwischen Aufkirchen und Aufhausen errichten. Die vorliegenden Architekten-Entwürfe gefallen nicht. Verband und Gemeinde Berg hoffen nun, dass der beste unter den schlechten nachgebessert werden kann.

Aufhausen – Nur drei Architekturbüros hatten sich vergangenes Jahr für die Ausschreibung für den Bau von 30 Wohnungen beim Verband Wohnen gemeldet. „Keiner der Entwürfe ist überzeugend“, stellte Wolfgang Robl vom Verband Wohnen im Berger Gemeinderat am Dienstagabend klar. Jetzt hoffen Verband und Gemeinde darauf, mit Hilfe der Stadtplanerin Manuela Skorka einen guten Kompromiss zu finden. Der Gemeinderat sprach sich einstimmig dafür aus.

Zwei Entwürfe fielen bei der Bewertungsjury gleich ganz durch. Den dritten halten Gemeindeverwaltung Berg, Kreisbauamt, Vertreter des Verbands Wohnen und der Regierung von Oberbayern zumindest in den Ansätzen für gelungen. Jetzt gibt es einen Katalog an Forderungen für die Architekten des dritten Entwurfs vom Münchner Büro Grassinger Emrich. Denn sicher ist: Sie bekommen den Auftrag. So sehen es die Vergaberichtlinien vor.

Ein Vorschlag für das Areal an der Osterfelderstraße in Aufhausen bestand aus zwei kompakten Baukörpern. Die versetzte Tiefgarage wäre zu teuer, zudem sei die Organisation der Räume nicht überzeugend, so Robl. Der zweite durchgefallene Entwurf sah drei Gebäude vor, die laut Robl nicht gut angeordnet waren. Dazu kam die Fassade mit „barackenähnlichem Charakter“, so Robl.

Entwurf Nummer drei von Grassinger Emrich hat nach Meinung des Bewertungsgremiums positive Aspekte, vor allem bei der Wirtschaftlichkeit. Zwei dreigeschossige und ein zweigeschossiges Gebäude sind so angeordnet, dass sie einen Innenhof bilden. Die Wohnungen und die Treppenhäuser sind durch einen Laubengang verbunden – das spart Geld, weil die Treppenhäuser nicht beheizt werden müssen. Auch der knapp bemessene Zuschnitt der Wohnungen sei gut, so Robl. Negativ fielen die Walmdächer auf und die Fassaden. „Die könnten auch in einem Münchner Vorort stehen“, sagte Robl.

Den dritten Entwurf „könnte man auch heilen“, unterstrich Robl. Deshalb hat die Gemeinde Berg ihre bewährte Stadtplanerin Manuela Skorka mit ins Boot geholt. Sie stellte dem Rat ihre Ideen vor, wie man die Sache verbessern könnte. „Es geht nicht um einen Gegenentwurf, sondern wie man die beste Arbeit weiterentwickeln könnte“, unterstrich sie. Sie schlug vor, den Laubengang breiter zu machen und mit Wohnnischen zu versehen. „Sonst wirkt er sehr anonym.“ Die Bebauung müsste etwas lockerer werden, damit sie nicht wie ein großer Block wirke. Ein Satteldach sei ansprechender, und auf Abgrabungen sollte man verzichten. Sie schlug einen Weg zur benachbarten Himmelmutter-kapelle vor und eine ruhigere Fassade. Die 30 Stellplätze kommen in eine Tiefgarage, acht oberirdische Besucherparkplätze sind geplant.

Die Stellplätze beschäftigen die Gemeinderäte. Denn die gemeindliche Stellplatzordnung sieht zwei Parkplätze pro Wohneinheit vor. Robert Schmid (CSU) hielt das für ungerecht. Verbandsgeschäftsführer Michael Vossen berichtete jedoch, dass die meisten Bewohner von Verbandshäusern kein Auto haben. „Ich werte jeden Monat die Leerstände aus. Bei den Wohnungen ist es eine Seite, das ist die normale Fluktuation. Bei den Stellplätzen sind es acht, neun Seiten.“ Der Bau eines Stellplatzes koste 30 000 Euro, sagte Robl. „Drei Stellplätze sind eine Zwei-Zimmer-Wohnung.“

Probleme hatten einige Räte auch mit der Aussicht von der Kapelle aus, die durch die neuen Gebäude versperrt wird. Dr. Andreas Ammer spach von einem „architektonisch aggressiven Eck“, das einen einmalig schönen Blick verbaue. „Einen Tod müssen wir sterben“, antwortete Rathauschef Rupert Monn, dem das Problem bewusst war.

Anregungen, die Baukörper noch weiter als die jetzt geplanten 30 Meter von der Staatsstraße zu entfernen, erteilten Skorka und Robl eine Absage. „Wie wollen Sie denn die Fläche dazwischen nutzen?“, fragte sie. Eine Drehung der Gebäude, sodass sich der Innenhof nach Süden öffnet, sei wegen der Straße nicht möglich.

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