Die Show stimmte, das Ergebnis nicht: Der TSV Herrsching hatte trotz Unterstützung des rosaroten Panthers gegen Friedrichshafen keine Chance. Foto: Jaksch

Volleyball-Bundesliga

Das Wunder in Pink bleibt aus

Herrsching – Das „Wunder in Pink“ blieb aus. Volleyball-Rekordmeister VfB Friedrichshafen gab sich am Samstag keine Blöße und gewann beim TSV Herrsching klar mit 3:0 (25:22, 25:17, 25:18).

Für die Mannschaft von Coach Max Hauser war es nach zuletzt vier Heimsiegen in Folge die erste Niederlage. Im Kampf um Platz sechs in der 1. Bundesliga hat der TV Bühl zwei Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde die etwas besseren Karten. Die Baden-Württemberger drehten gegen die Netzhoppers Königs Wusterhausen einen 0:2-Rückstand noch in einen 3:2-Sieg und liegen nun vier Zähler vor Herrsching. Doch Hauser gibt sich noch nicht geschlagen. „Wir können noch sechs Zähler machen.“ Es geht gegen die beiden Kellerkinder der Liga. Am Mittwoch reist der GCDW nach Königs Wusterhausen, am Samstag kommen die Chemie Volleys Mitteldeutschland. Bühl muss jeweils zeitgleich noch in Mitteldeutschland und gegen Lüneburg ran. „Heute waren wir nicht gut. Aber wir werden wieder besser, ich garantiere es“, versprach Hauser. 

Bereits eine Stunde vor dem ersten Ballwechsel mussten die Verantwortlichen die Nikolaushalle wegen Überfüllung schließen. „Wir mussten über 500 Leute abweisen“, trauerte Fritz Frömming. Der Herrschinger Manager bekräftigte noch einmal die Forderung nach einer größeren Spielstätte. Dieser Ball liegt aktuell beim Schulzweckverband und den Kommunalpolitikern. Coach Hauser hat da allerdings so seine Zweifel, ob den Entscheidungsträgern das gelingt. „Es wäre schön, wenn die Halle so wächst, wie der Verein wächst.“ 

Der Hype um die Herrschinger Volleyballer scheint derzeit nicht abzuebben. Einmal mehr war das Volleyball-Spektakel am Ammersee das größte Sportevent im Südwesten Münchens. Die „geile Stimmung“ (Hauser) in der zum neunten Mal in dieser Spielzeit ausverkauften Nikolaushalle übertrug sich aber nicht auf seine Spieler. Nach der 5:4-Führung zogen die Gäste auf 9:5 davon. Als vermeintlichen Schwachpunkt hatte sich der VfB Phillip Trenkler ausgewählt – und sie wurden bestätigt. Nach drei Annahmefehlern nahm Hauser das Geburtstagskind – Trenkler wurde am Samstag 23 Jahre alt – beim Stand von 9:16 vom Feld. Der eingewechselte Benedikt Doranth spielte eine solide Partie und wurde nach der Partie zum besten Herrschinger Spieler (wie schon am Mittwoch in Frankfurt) gekürt. 

„Das war nur mit angezogener Handbremse“, machte Hallensprecher Alex Tropschug, stilgerecht im Pink-Panther-Kostüm, sich und den Fans nach dem 22:25 Mut. Doch Friedrichshafen, angetrieben von ihren lautstarken 150 mitgereisten Fans, spulte sein Programm relativ unaufgeregt herunter. Bis zur ersten technischen Auszeit war Herrsching jeweils auf Augenhöhe, doch dann erhöhten die Gäste die Schlagzahl. Patrick Steuerwald gab nach dem 7:7 auf, seine Kapselverletzung machte dem 30-Jährigen doch spürbar zu schaffen. Physiotherapeutin Kathrin Mägdefrau legte Hand an, doch Steuerwald sollte nicht mehr aufs Spielfeld zurückkehren. „Bis zu den entscheidenden Spielen wird er wieder fit sein“, meinte Hauser, dessen bange Blicke immer wieder vom Spielfeld zur Behandlung wanderten, nach der Partie. Sein Vertreter Tobias Neumann probierte zwar alles, da aber die GCDW-Angreifer durch die Bank einen schlechten Tag erwischten und Friedrichshafen im Block gut stand, war nicht mehr drin. Mit 17:25 und 18:25 gingen die Sätze verloren. 

Standing ovations gab es nach dem Spiel noch für Michael Wehl. Der Mittelblocker, seit fünf Jahren in Herrsching, absolvierte am Samstag sein letztes Spiel im GCDW-Dress. Nach seinem am Montag beginnenden Auslandssemester in Australien wird der 26-Jährige im Sommer ins Berufsleben einsteigen. Die Doppelbelastung Bundesliga-Volleyball und eine 40-Stunden-Arbeitswoche will er sich nicht antun. Dirk Schiffner

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