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Kirchenverwalter Dr. Richard Leopold vor der gesperrten Treppe zur Empore des Saals im Pfarrzentrum.

Brandschutz

Saal des Pfarrzentrums gesperrt

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Starnberg – Die Prüfer vom Landkreis waren unerbittlich: Bei einer routinemäßigen Kontrolle des Pfarrzentrums in Starnberg stellten sie unlängst erhebliche Mängel beim Brandschutz fest. Und sperrten das Erd- und Obergeschoss – quasi das Herz des Pfarrzentrums – für öffentliche Veranstaltungen.

„Das Gebäude ist 30 Jahre alt, entsprach zum Bau den brandschutzrechtlichen Vorgaben“, sagt Dr. Richard Leopold, Kirchenverwalter der katholischen Kirchenstiftungen und -gemeinde St. Maria. Doch damals reichte es halt aus, dass mehrere Feuerlöscher eingebaut wurden. Die Anforderungen an Versammlungsstätten sind heute ungleich höher. Dr. Leopold zählt sie auf: „Zunächst muss ein zweiter Rettungsweg, also eine Außentreppe, errichtet werden. Dazu eine vernetzte Rauchmelderanlage, Brandschutztüren, eine Brandschutzwand.“ Dazu müssten die freiliegenden Metallstreben im Saal im Obergeschoss mit Brandschutzfarbe versehen werden. Mindestens. Was noch alles kommt, ist unklar. Die Kirchengemeinde hat Brandschutzgutachter eingeschaltet, die gemeinsam mit der Feuerwehr ermitteln, was alles zu tun ist. In den kommenden Wochen soll das Gutachten vorliegen. Dann geht es darum, Firmen zu finden, die die Arbeiten erledigen. Und vor allem darum, Geld aufzutreiben. Viel Geld. Dr. Leopold schätzt im Gespräch mit unserer Zeitung, dass es rund 150 000 Euro kosten wird, das Pfarrzentrum in Sachen Brandschutz auf den aktuellen Stand zu bringen. „Wir haben das Bistum in Augsburg bereits vorgewarnt, werden sicher auch bei der Stadt Starnberg vorstellig werden und um Hilfe bitten“, so der Kirchenverwalter. Schließlich wird das Pfarrzentrum längst nicht nur von der Kirchgemeinde genutzt, ist ein beliebter Veranstaltungsort für Konzerte, Kabarett und Theater. Zahlreiche Gruppen und Vereine treffen sich hier. Ein erheblicher Teil der 150 000 Euro wird dennoch von der Gemeinde aufgebracht werden müssen. Wo das Geld herkommen soll, ist Dr. Leopold noch unklar. Aber er ist sich sicher: „Wir und die Starnberger schaffen das.“ Wichtig ist, dass der Saal so schnell wie möglich wieder nutzbar ist. Denn die Mieteinnahmen fehlen in der Kasse, machen die Finanzierung des Umbaus immer schwieriger. So lange können ausschließlich die Räumlichkeiten im Untergeschoss und das Foyer genutzt werden. Groll hegt der Kirchenpfleger derweil nicht gegen den Kreis: „Brandschutz ist nicht verhandelbar“, meint er. Angesichts des vielen Holzes, das im Gebäude verbaut wurde, könne man nur froh sein, dass bisher nichts passiert ist. Auch beim Landkreis zeigt man sich in Sachen Brandschutz nicht verhandlungsbereit: „Keine Ausnahmen beim Brandschutz“, meinte der Pressesprecher des Landratsamtes, Stefan Diebl, gestern. Weil die Kirchgemeinde eine provisorische Nottreppe auf einem Gerüst außen am Gebäude angebracht habe, seien die Auftritte der Kolpingbühne im Herbst genehmigt worden. Aber auch da blieb die Empore gesperrt. Die Untersuchung der Versammlungsstätten des Landkreises mit Blick auf den Brandschutz laufe weiter. Es sei nicht ausgeschlossen, dass weitere Sperrungen folgen. set

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