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Ungeduldiges Warten: Wenn am Schulcampus Gauting einer der wenigen Busse einfährt, kommt oft Unruhe auf.

ÖPNV

Zu wenig Busse für Gautinger Schulcampus

Gedränge, Stürze und Eltern, die ihre Kinder entlang der Busrouten aufsammeln müssen: Die ÖPNV-Anbindung des Schulcampus Gauting steht in der Kritik. Eltern beklagen sich.

Gauting – Mit drei Schulen ist der Schulcampus am Gautinger Ortstrand ein zentraler Baustein in der Bildungsinfrastruktur des Würmtals, auch weil sich dort die einzige Realschule zwischen Gräfelfing und Gauting befindet. Doch die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist alles andere als ideal.

Eltern klagen, oft würden nicht alle Kinder in die wenigen Busse passen, die mittags vom Campus abfahren. Im Gedränge an der Haltestelle seien schon Kinder verletzt worden. Eltern müssten immer wieder spontan Fahrgemeinschaften organisieren, um Kinder einzusammeln, die nicht mehr mitgekommen oder auf andere Linien ausgewichen seien und dann ihre Anschlüsse verpasst hätten.

Die Realschule ist für den ÖPNV nicht zuständig, versucht aber, das tägliche Chaos wenigstens zu ordnen. Zwei Lehrkräfte hätten mittags Aufsicht und achteten darauf, dass die Kinder bei Einfahrt der Busse hinter der gelben Sicherheitsmarkierung stünden, sagt Schulleiter Manfred Jahreis. Doch das reicht offenbar nicht. Im Februar fuhr ein Bus einem Schüler über den Fuß. Immer wieder soll es zu Stürzen im Gedränge kommen.

Gerade Neurieder Eltern und Schüler haben ein weiteres Problem, seit die Realschule fünf Minuten früher mit dem Unterricht beginnt. Für das Landratsamt Starnberg, Aufgabenträger für den Öffentlichen Nahverkehr, offenbar keine Überraschung. Man habe in der letzten Fahrplankonferenz angesprochen, dass es bei Vorverlegung des Schulbeginns Probleme gebe, teilt die Behörde mit.

Rektor Jahreis widerspricht: „Mir wurden damals veraltete Daten mit ganz anderen Ankunftszeiten an der Schule vorgelegt. Danach hätte es gar kein Problem gegeben.“ Die Vorverlegung zur Verlängerung einer Pause sei nötig, durch die langen Wege im Schulhaus würden es viele Kinder sonst nicht rechtzeitig zum Pausenverkauf und zurück in die Klassen schaffen. Dafür mittags zu verlängern, hätte wegen der S-Bahn-Taktung Probleme verursacht. „Die Kinder müssen eben einen Bus früher nehmen“, sagt Jahreis.

Genau da liegt das Problem. Allein aus Neuried besuchen aktuell rund 140 Schüler Gautinger Schulen, davon 118 die Realschule. Drei Fahrten der Buslinie 936 schaffen morgens eine Direktverbindung von Neuried zum Campus. Doch schon bei geringen Verkehrsbehinderungen kommt die dritte Fahrt zu spät an. Und mit zusammen rund 220 Kindern waren die drei morgendlichen Fahrten des 936 laut einer Zählung des MVV schon im Sommer und Herbst 2015 gut ausgelastet. Die Busse seien nun so voll, dass Türen nicht mehr richtig schließen würden. Die Fahrer würden aber teils trotzdem losfahren, schilderten Schüler ihren Eltern. Kürzlich brach sogar eine Tür heraus. „Die Situation ist nur deshalb nicht noch schlimmer, weil viele Eltern ihre Kinder fahren“, sagt Sabrina Probst aus Neuried.

Vom Landkreis heißt es, man schaue sich die Situation jetzt an. Eine Änderung der morgendlichen Taktung sei aber kaum machbar. Eventuell könne man zusätzliche Busse einsetzen.

Stefan Reich

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