Zwei Bewerber für einen alten Herrn

Hechendorf - Lange sah es so aus, als würde der Hechendorfer Bahnhof keinen Liebhaber finden. Jetzt gibt es sogar zwei Bewerber, die dem alten Gebäude neues Leben einhauchen wollen. Die Gemeinde hat die Qual der Wahl.

Christoph Rösch ist offensichtlich ein echter Macher. Kosten und Wagnis können den 52-jährigen Seefelder anscheinend nicht schrecken. In der Gemeinderatssitzung am Dienstag erfreute er das Gremium jedenfalls mit einem Konzept, das gleich mehrere Probleme den Bahnhof betreffend aus dem Weg räumen könnte. Denn schon seit Ewigkeiten versucht die Verwaltung hier auf einen grünen Zweig zu kommen, vergebens. Zuletzt stand gar der Abbruch im Raum - für Rösch ist das aber nur die schlechtere Alternative. „Eine Baugrube so nah am Gleis - das könnte schwierig werden“, sagt er. Er setzt auf Erhalt und Sanierung, ein bisschen modernen Anstrich. „Ich würde die Verantwortung dafür gerne übernehmen“, sagte er in der Sitzung. Der Sanierung soll der Einzug von Gewerbe folgen, dabei denkt Rösch an einen Kiosk und ein Tagescafé. Falls doch ein Abriss zur Diskussion stehe, würde Rösch die Kubatur des Gebäudes erhalten wollen und „was Schönes überlegen“. In beiden Fällen sollen ein bis zwei Wohnungen in dem Bahnhof Platz haben. „Ich mag solche Gebäude, ich finde die cool“, erklärte Rösch seine Affinität zu dem Altbau. Finanziell sei er so stabil, dass er das Projekt stemmen könne, er werde es aber wohl finanzieren lassen. „Was ich aber brauche, ist Planungssicherheit“, sagte er. Die Rechte und Zuständigkeiten wären zu klären, am liebsten würde er den Bahnhof kaufen. Auf gar keinen Fall wolle er den Bahnhof herrichten und dann weiterverkaufen. „Ich will ihn herrichten und behalten.“

Auch der Landwirt Stefan Dellinger vom Konradhof aus Unering hat Interesse an dem alten Gebäude. Eine weitere Metzgerei wie in Unering möchte der 35-Jährige dort aber nicht einrichten, „das ist viel zu aufwändig“. Er bevorzugt wie Rösch den Erhalt des Gebäudes, will dort ebenfalls ein Café und einen Kiosk etablieren, vielleicht sogar einen kleinen Wochenmarkt. „Den Einzelhandel stärken und den Bahnhof attraktiv machen“, das sind seine Leitsätze. Mehr will er nicht verraten, erst in der Sitzung am 15. Juli soll sein Konzept im Gremium vorgestellt werden.

Die Gemeinde muss sich dann bald entscheiden. Jedenfalls hat Rösch schon ganz kühn einen Zeitplan aufgestellt, falls die Wahl auf ihn fallen sollte. Danach würde er bereits im Herbst mit der Sanierung anfangen. Den Gemeinderäten gefiel der Gedanke insgesamt. Josef Wastian (Freie Wählergemeinschaft): „Klingt super.“

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