Im Landkreis Landsberg – hier eine Archivaufnahme – sind die gelben Tonnen seit 2013 im Einsatz.
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Im Landkreis Landsberg – hier eine Archivaufnahme – sind die gelben Tonnen seit 2013 im Einsatz.

Müllgebühren im Landkreis bleiben stabil

Abfuhr für die Gelbe Tonne

  • Sebastian Tauchnitz
    vonSebastian Tauchnitz
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Im Landkreis Weilheim-Schongau setzt man auch in den kommenden Jahren auf den Gelben Sack und nicht auf die Gelbe Tonne. Dafür sollen die Säcke in Zukunft alle 14 Tage und nicht mehr monatlich abgeholt werden.

  • Die Müllgebühren bleiben im Landkreis Weilheim-Schongau auch in den Jahren 2021 bis 2024 stabil. Das teilte EVA-Geschäftsführer Fritz Raab im Kreisausschuss mit.
  • Dennoch plant sein Verband große Investitionen - insbesondere am Standort in Erbenschwang.
  • Der Gelben Tonne erteilte der Kreisausschuss eine Absage, es bleibt auch in Zukunft bei den Gelben Säcken. Drei Millionen Stück werden davon jährlich im Landkreis abgegeben.

Landkreis – Solche Vorträge wie den des Geschäftsführers der Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft (EVA), Fritz Raab, hört sicher jeder Kreisrat gern. Im Kreisausschuss informierte Raab darüber, dass die Müllgebühren auch in den kommenden Jahren bis Ende 2024 stabil bleiben werden. „Das bedeutet, dass ein normaler Haushalt auch weiterhin rund zehn Euro pro Monat für die Müllentsorgung bezahlen wird“, so Raab.

Er berichtete, dass zum Jahresende, wenn der bisherige Kalkulationszeitraum abläuft, ein Überschuss von rund acht Millionen Euro aufgelaufen sein wird, der in die Kalkulation für die nächsten drei Jahre eingerechnet wird. Das ist ein entscheidender Grund dafür, dass die Gebühren stabil bleiben, obwohl in den kommenden drei Jahren massive Investitionen seitens der EVA geplant sind.

So sollen die letzten Restarbeiten an der Presswasservergärungsanlage erledigt werden. Auch der Neubau eines Wertstoffhofes in Sindelsdorf steht auf dem Plan. Dafür soll der Hof in Penzberg geschlossen werden (wir berichteten). Vorgesehen ist auch weiterhin, in neue Photovoltaik-Anlagen zu investieren. Das meiste Geld wird aber auf dem EVA-Gelände in Erbenschwang selbst investiert. Die Anlage sei mittlerweile 25 Jahre alt, weswegen erheblicher Sanierungs- und Modernisierungsbedarf – etwa bei den Förderbändern – bestehe, so Raab im Kreisausschuss. Veranschlagt sind für diese Arbeiten rund 3,5 Millionen Euro.

Nur die Anliefergebühren steigen durchschnittlich um zehn Prozent

Einzig die Anliefergebühren für Bauschutt und ähnliches werden ab 2021 steigen, da die Dienstleister, die der EVA diese Stoffe abnehmen, die Preise erhöht haben. Im Schnitt müssen dann rund zehn Prozent mehr pro angelieferter Tonne entrichtet werden – im Schnitt etwa 30 Euro mehr. Dennoch wurde die Gebührenkalkulation für die Jahre 2021 bis 2024 einstimmig vom Kreisausschuss bestätigt.

Einigkeit herrschte auch beim zweiten Thema, das Raab im Kreisausschuss vorstellte. Es ging um die Entsorgung von Verpackungen. Raab berichtete, dass seit Januar 2019 ein neues Verpackungsgesetz gilt, das höhere Erfassungsmengen und Verwertungsquoten vorschreibt.

27 Kilogramm Verpackungsmüll pro Einwohner und Jahr

Im Durchschnitt würde jeder Bewohner des Landkreises 27 Kilo Verpackungsmüll pro Jahr produzieren. Das macht am Ende 3700 Tonnen aus. Um diesen Müll zu sammeln, würden Jahr für Jahr rund drei Millionen gelbe Säcke im Landkreis ausgegeben. Angesichts des Umstands, dass diese aus Plastik sind, war in der Vergangenheit wiederholt die Forderung nach Einführung einer gelben Tonne laut geworden.

Raab rechnete vor, dass diese Einführung Kosten von rund 1,2 Millionen Euro verursachen würde. Die Menge an Plastik, die zur Produktion der Tonnen nötig würde, entspreche derjenigen, die in zehn Jahren bei der Ausgabe von gelben Säcken entstehe.

Gelbe Säcke sollen in Zukunft alle 14 Tage abgeholt werden

Zudem gebe es gewichtige Gründe, die gegen die Einführung der Gelben Tonne sprechen würden, so der EVA-Geschäftsführer weiter. So gebe es weniger „versteckten Hausmüll“ in den gelben Säcken, die von den Mitarbeitern auch leichter zu kontrollieren wären: „Wenn Sie das seit Jahren machen, merken Sie beim Hochheben, ob da nur Verpackungsmüll drin ist“, so Raab. Zudem sei so ein Gelber Sack hygienischer als eine Tonne, die gereinigt werden müsse. Raab schlug daher vor, dass man die Gelben Säcke beibehalten solle und in Zukunft nicht nur einmal im Monat wie bisher, sondern alle 14 Tage abholen könnte.

Das lasse sich durch die Gelder aus dem dualen System gegenfinanzieren. Der Kreisausschuss stimmte dem zu, eine entsprechende Ausschreibung soll vorbereitet werden. Bis es soweit ist, kann es allerdings noch einige Jahre dauern.

Papiertonne für Weilheim, Penzberg und Peißenberg weiter eine Option

Ein weiterer Vorteil des Verzichts auf die Gelbe Tonne ist, dass nicht eine weitere Tonne vor dem Haus steht. Denn dort könnte – zumindest in Weilheim, Peißenberg und Penzberg – über kurz oder lang schon eine Papiertonne landen, wie Raab berichtete. Auf dem Land klappe die Altpapiersammlung durch die Vereine weiterhin sehr gut – allerdings habe man in den größeren Städten und Gemeinden zunehmend Probleme, die regelmäßige Abholung des Altpapiers durch die Vereine zu garantieren.

In Schongau war die Blaue Tonne schon vor einiger Zeit eingeführt worden. Die dabei gesammelten Erfahrungen seien durchweg positiv, so Raab. „Bei mir kommen in dieser Angelegenheit keinerlei Beschwerden an“, so Raab.

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