Abitur in Weilheim: Vier Mal Bestnote 1,0

Weilheim - 162 junge Menschen haben in Weilheim das Abitur geschafft, vier davon mit der Bestnote 1,0. Sie bekamen am Freitag in der Stadthalle feierlich ihre Zeugnisse überreicht.

„Die Schere zwischen sehr guten und dürftigen Leistungen öffnet sich weiter“, sagte Herrmann Summer, Leiter des Weilheimer Gymnasiums, am Freitag in seiner Rede an die Abiturienten, Eltern, Lehrer und Ehrengäste: Auf der einen Seite schafften 41 Absolventen einen Schnitt besser als 2,0, auf der anderen Seite fielen acht durch das Abitur - das sind fünf Prozent des Jahrgangs.

Summer forderte die scheidenden Schüler auf, sich viel mit Kultur und Literatur zu beschäftigen und weniger mit neuen Medien wie „Whats-app“. „Wir haben die zarte Hoffnung, dass Sie eine Basisausstattung mitbekommen haben für Lesen, Literatur, Kunst, Theater und Musik“, so der Rektor - trotz der „vollgepropften“ Stundenpläne des G8.

Den lebenden Beweis dafür traten diejenigen Absolventen an, die für die musikalische und künstlerische Umrahmung der Abiturfeier sorgten: Franziska Groß und Sofie Krietenstein beeindruckten an Piano und Geige mit einem Mix aus Mozarts Sinfonie Nr. 40 und der James-Bond-Titelmelodie. Der Chor der Abiturienten besang ein „Feuerwerk aus Endorphinen“. Und Hannah Niederfeld brachte mit einem in Poetry-Slam-Manier vorgetragenem Text den emotionalen Zwiespalt zum Ausdruck, den die Schulabgänger jetzt durchleben.

Auch die beiden Abiturienten Anja Huber und Raphael Schmieder bewiesen, dass vom Deutschunterricht etwas hängen geblieben sein muss - sie hatten ihre Rede mit Zitaten aus Goethes „Faust“ gespickt. „Schon bald müssen wir auf eigenen Beinen stehen: Hotel Mama wird in Bälde geschlossen“, sagten die Abiturienten außerdem in ihrer Rede. Viel Glück dabei wünschte ihnen auch Elternbeiratsvorsitzende Marion Lunz-Schmieder, die einen Vorschlag machte: Die Absolventen sollen ihre heutigen Träume notieren, sie wegsperren und in zehn Jahren schauen, was daraus geworden ist.

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