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Stephan König, geboren 1963 in Berlin, studierte an der Musikhochschule Leipzig Klavier, Komposition und Dirigieren und ist seither freischaffend tätig. Er trat mit namhaften Orchestern auf, arbeitete für bekannte Bühnen, wirkte bei vielen CD-, Hörfunk- und Fernsehproduktionen mit, wurde mehrfach ausgezeichnet. Auftragskompositionen schrieb er u.a. für die Oper Leipzig und den MDR. Mit seinen Klassik-Jazz-Projekten begeisterte König bereits bei den Iffeldorfer Meisterkonzerten.

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„Es soll die Seelen der Zuhörer erreichen“

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Iffeldorf - Der Der Leipziger Komponist Stephan König spricht über sein „Weihnachtsoratorium in Jazz“, das in Iffeldorf Weltpremiere feiert.

 Eine Weltpremiere ist am 9. und 10. Januar in Iffeldorf zu erleben: das „Weihnachtsoratorium in Jazz“. Im Auftrag des Chors der „KlangKunst im Pfaffenwinkel“ um die Iffeldorfer Dirigentin Andrea Fessmann hat der Leipziger Komponist Stephan König (52) das berühmte Werk von Johann Sebastian Bach neu bearbeitet – für eine außergewöhnliche Besetzung: Jazz-Quartett und Barockorchester, klassisch ausgebildete Solisten und Jazzsänger. Was ihn daran gereizt hat und was die Zuhörer erwartet, erklärt König im Interview.

Bachs „Weihnachtsoratorium“ ist doch auch im Original ein echter „Hit“ – warum eine Jazz-Version davon?

Stephan König: Ich komme ja aus der Bach-Stadt Leipzig, habe schon immer mit Bach zu tun – oft mit Originalfassungen, aber ich habe auch schon einige „Bach in Jazz“- Projekte geschrieben und aufgeführt. Es hat mich schon immer gereizt, diese zeitlose Musik neu anzugehen. Johann Sebastian Bach hat ja die Instrumentierung oft sehr variabel vorgesehen. Warum also nicht auch mal eine Bläserstimme mit Saxofon besetzen? Dazu kommt, dass Bach selbst, wie wir aus Berichten wissen, ein hervorragender Improvisator war. Und Improvisation heißt heutzutage: Jazz! Als Andrea Fessmann vor ein paar Jahren die Idee äußerte, das „Weihnachtsoratorium“ in dieser Form aufzuführen, war ich natürlich gleich inspiriert...

Was dürfen die Zuhörer nun am 9. und 10. Januar erwarten?

Sie werden spannende Rhythmen, neue und zugleich vertraute Melodien und Harmonien hören – und dabei die große Achtung vor dem Original spüren. Ich möchte, dass das Original zu seinem Recht kommt, die Übergänge fließend sind, sodass man manchmal gar nicht mehr merkt: Ist das jetzt original oder eine Bearbeitung?

Haben Sie Sorge, dass das „Weihnachtsoratorium in Jazz“ manchen Bach-Liebhaber verschrecken könnte?

Nein, das hab’ ich noch nie erlebt bei meinen „Bach in Jazz“-Projekten. Puristen, die Bach nur auf alten Instrumenten hören wollen, gehen wahrscheinlich gar nicht rein, und das kann ich dann auch verstehen. Aber viele Zuhörer sind da sehr offen – und begeistert.

Wie sind Sie bei Ihrer Arbeit im Falle des „Weihnachtsoratoriums“ vorgegangen?

Zunächst muss man sich ja leider beschränken – das Gesamtwerk dauert ja ohne zusätzliche Improvisationen bereits circa drei Stunden. Nachdem das Gesamtkonzept stand und wir ausgewählt hatten, was aus den insgesamt sechs Kantaten in jedem Fall auftauchen soll, ließ ich mich von den jeweiligen Stücken inspirieren. Es gibt Chöre, in denen gar nichts verändert ist, oder Arien, bei denen nur die Begleitung anders ist. Und manchmal kommen neue Rhythmen und Improvisationen hinzu.

Dabei treffen klassische Sänger auf Jazzsänger, Barockorchester auf Jazzband – eine echte Herausforderung, oder?

Ja, vor allem, weil es in diesen unterschiedlichen Lagern sehr unterschiedliche Musik-Auffassungen gibt. Die einen bewegen sich gern ganz nah am Werk, die anderen gehen mit großer Freiheit heran. Wenn wir alle zusammen proben, müssen wir es schaffen, das in einen Guss zu bringen.

Bei den Uraufführungen in Iffeldorf spielen Sie selbst mit Ihrem Jazzquartett. Mit welchen Gefühlen kommen Sie nach Iffeldorf?

Ich bin sehr gespannt, wie das zusammen klingt! Das ist immer der schönste Moment, wenn man hört, wie ein Werk, das man geschrieben hat, am Ende klingt. Das ist unglaublich spannend – und ich freue mich sehr darauf!

Sind auch Aufführungen in der Bach-Stadt Leipzig geplant?

Im Moment noch nicht konkret. Aber wenn es so erfolgreich wird, wie wir uns das wünschen, wird das „Weihnachtsoratorium in Jazz“ sicher auch anderswo aufgeführt werden.

Was würden Sie sich überhaupt wünschen für dieses Werk?

Dass es nicht nur die Ohren der Zuhörer erreicht, sondern auch die Seelen. Ob nun eine Oboe oder ein Saxofon spielt, das ist eigentlich nur ein technischer Unterschied. Wichtig sind die Emotionen dabei.

Aufführungen

von „Weihnachtsoratorium in Jazz“ sind am Samstag, 9. Januar, um 19 Uhr und am Sonntag, 10. Januar, als Matinee um 11 Uhr im Gemeindezentrum Iffeldorf. Ausführende unter der Leitung von Andrea Fessmann sind der rund 70-köpfige „KlangKunst“-Chor, das „Stephan König Jazzquartett“, das aus Profimusikern zusammengestellte „Iffeldorfer Bachorchester“ sowie als Solisten die Münchener Sopranistin Barbara Fleckenstein, der Leipziger Tenor Martin Petzold und die Jazzsänger Anna Holzhauser und Mel Canady.

Kartenvorverkauf: Medienhaus-Ticketservice in der Sparkasse am Marienplatz Weilheim, Buchhandlung Rolles in Penzberg oder Telefon 08856/3695.

Info und Karten im Internet unter www.klangkunst-im-pfaffenwinkel.de.

Jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn bietet der Musiker und Journalist Reinhard Szyszka eine Einführung in das Werk.

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