Bahnhofs-Geschichten erzählte Max Kapfer (r.) seinen Zuhörern an Ort und Stelle. foto: baar

"Alt-Penzberg" wurde lebendig

Penzberg - Einen spannenden Rundgang durch Penzberg bot der Denkmalschutzverein beim "Tag des offenen Denkmals". Es ging rund um den Bahnhof.

Alexander Peren hatte sich für die Tour einiges vorgenommen. „Wir haben 100 Seiten dabei“, schmunzelte der Vorsitzende des Vereins für Denkmalpflege und Penzberger Stadtgeschichte und zeigte auf seine Kiste. Sie war vollgepackt mit Bauplänen, Fotos und Zeitungsartikeln. Derart ausgestattet, lud der Denkmalverein zum Infospaziergang rund um den Bahnhof ein. Peren und seine Mitstreiter Max Kapfer und Barbara Kaulbarsch nutzten die Gelegenheit, um für ein großes Ziel des Vereins zu werben: den Erhalt des Penzberger Bahnhofsgebäudes und des historischen Straßenzugs an der Philippstraße.

24 Interessierte hatten sich vormittags zur ersten von zwei Touren eingefunden. Die Zuhörer wurden vom stellvertretenden Vereinschef Kapfer auf eine kleine Zeitreise mitgenommen. Er berichtete, wie aus der Holzbaracke an der Bahnlinie ein schöner, neuer Bahnhof wurde - eingeweiht am 24. Mai 1924 mit vielen Reden und hunderten von Besuchern. Es sei „ein für Penzberg geschichtsträchtiger Tag“ gewesen, zitierte Kapfer aus dem damaligen Zeitungsbericht.

Bereits 2004 hatte der Verein erfolglos einen Antrag auf Aufnahme des Bahnhofs in die Denkmalliste gestellt, seit Jahresbeginn läuft ein zweiter Anlauf. Hintergrund sind Bebauungspläne für das Areal. „Überplanen heißt abreißen“, fürchtet Kapfer. „Der Bahnhof ist ein Denkmal.“ Eine Entscheidung hat das Landesamt für Denkmalpflege jedoch noch nicht gefällt.

Der Bahnhof wurde in den 1920er Jahren nicht allein erbaut. Im Zuge der Stadtentwicklung entstand zwischen 1920 und 1924, auch mit einem Generalleitplan, ein ganzes Ensemble an Philippstraße und Zweigstraße. „Alt-Penzberg“ nennt es Alexander Peren. Zwischen Bahnhof, Post und Zweigstraße möchte der Verein diverse Gebäude schützen. Der Straßenzug „zeugt vom Stolz und Selbstbewusstsein der Bergarbeiter“, so Peren, der Häuserbau mitten in der Inflation war finanziell „ein wirklicher Kraftakt gewesen“.

Andreas Baar

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