Was vom Grillen übrig blieb: Flaschen und Müll lagen gestern an der Ammer südlich des Naturfreundehauses. gro

Die Ammer als Müllhalde

Weilheim - Jetzt soll private Aufräumaktion stattfinden. Mitstreiter werden gesucht.

Charlotte Seerieder (60) hat sich schon oft über Müll und Scherben an der Ammer geärgert. Aber jetzt hat sie die Nase voll. „Lebensgefährlich für Mensch und Tier“, beschreibt die Weilheimerin das, was sie gestern am Ammerufer südlich des Naturfreundehauses sah: mehrere Feuerstellen, gespickt mit Grillresten, Verpackungen, Flaschen und Scherben. „Mir reicht es jetzt“, sagt Seerieder, die täglich mit ihrem Hund an der Ammer Gassi geht: Sie plant eine Aufräumaktion und sucht dafür Mitstreiter. Denn schon mehrmals hätten sich Hunde an den Scherben Pfoten oder Sehnen aufgeschnitten.

Wiederholt habe sie sich beim städtischen Ordnungsamt über die Zustände an der Ammer nach warmen Sommerabenden beklagt, aber nur „Standardantworten“ erhalten, sagt Seerieder: Das Problem sei bekannt, da lasse sich nicht viel machen, habe es stets geheißen. Auf Nachfrage sagt Ordnungsamtsleiter Andreas Wunder, die Stadt könne nicht rund um die Uhr vor Ort sein, lasse aber regelmäßig den öffentlichen Grillplatz gegenüber dem Naturfreundehaus säubern. Nur dort sowie am Grillplatz gegenüber der Kläranlage seien Feuerstellen auch erlaubt, erklärt Adolf Kastner vom Wasserwirtschaftsamt, dem das Problem bekannt ist - immer wieder gebe es Beschwerdeanrufe in seiner Behörde. „Zum Großteil sind es wohl alkoholisierte Jugendliche, die ihren Müll liegenlassen“, sagt er. Es bleibe nichts anderes, als an den Verstand der Bürger zu appellieren. „Wo Menschen beieinander sind, gibt es eben Probleme.“

Seerieder reicht das nicht: Sie wünscht sich eine Flugblattaktion oder einen Stand am Marienplatz, um die Öffentlichkeit auf das Problem aufmerksam zu machen, und will nun versuchen, dies mit Hilfe der Agenda 21 selbst in die Hand zu nehmen. Und sie plant eine Aufräumaktion an der Ammer - um zu demonstrieren, was dort alles liegenbleibt. Stephanie Wolf

Kontakt Wer sich an der Aktion von Charlotte Seerieder beteiligen will, kann sich unter 0881/49690 bei ihr melden.

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