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Über die Investitionen in den kommenden Jahren informierte Bürgermeister Klaus Kostalik (links).

Bürgerversammlung

Antdorf investiert: Ein ganzes Bündel großer Projekte - von Kindergarten bis zu altersgerechten Wohnungen

Die kleine Gemeinde Antdorf möchte in den nächsten Jahren gleich eine ganze Reihe großer Projekte anpacken. Welche genau, darüber informierte Bürgermeister Klaus Kostalek in der Bürgerversammlung.

VON FRANZISKA SELIGER

Antdorf – Den Kindergarten und das Feuerwehrhaus neu bauen. Ein Ansiedelungsmodell auf den Weg bringen. Altersgerechte Wohnungen schaffen. Und den Dorfplatz attraktiver gestalten: Das sind die wesentlichen Projekte, die in Antdorf in den kommenden sechs bis zehn Jahren realisiert werden sollen – zumindest wäre das die Vision des Gemeinderats, wie Bürgermeister Klaus Kostalek den zahlreich erschienenen Bürgern im Schützenhaus erläuterte. Er betonte, er wolle am heutigen Abend „aufzeigen, wo der Weg hingehen sollte“. Wie steinig oder lang dieser Weg werde, sei indes noch offen. Denn viele der oben genannten Projekte greifen ineinander und sind voneinander abhängig, wie Kostalek darlegte. So müsste zunächst ein neues Kindergartengebäude etwas außerhalb des Ortes bei den Sportstätten errichtet werden, um unter anderem im derzeitigen Kindergartengebäude sowie in einer Pension im Ort altersgerechte Wohnungen einzubauen.

Konkreten Plan für den Kindergarten-Neubau gibt es bereits

Einen konkreten Plan für einen Kindergarten-Neubau gebe es bereits, ein Antrag auf Fördergelder sei gestellt. Ihre Höhe sei derzeit aber unklar. Kostalek veranschlagte für diesen Kindergarten-Neubau Kosten zwischen 2,5 und 2,8 Millionen Euro. Nach Abzug der Fördergelder schätzt er, dass der Eigenanteil der Gemeinde bei rund 1 Million Euro liegen könnte.

Umgestaltung des Antdorfer Dorfplatzes - Verlegung des Feuerwehrhauses

Für die Umgestaltung des Dorfplatzes müsste wiederum zuerst das daran angrenzende Feuerwehr-Gerätehaus verlegt werden. Auch hier schwebe der Gemeinde ein Neubau vor. Und zwar am Standort des Raiffeisenbank-Gebäudes, so Kostalek. Auch für den Feuerwehr-Neubau könne die Gemeinde mit Fördergeldern rechnen. In welcher Höhe, sei auch hier noch ungewiss. In dem alten Gebäude am Dorfplatz solle unter anderem dann ein Café eingebaut werden.

Wie eine so genannte dendrochronologische Untersuchung des Landesamts für Denkmalpflege ergeben habe, könne der Ursprung des Bauernhauses auf das Jahr 1556 zurückdatiert werden. Laut Kostalek ist es damit das älteste Gebäude des Landkreises. Im nächsten Jahr seien vorerst einige Maßnahmen geplant, um den weiteren Verfall des alten Gebäudes zu stoppen.

Wie der zeitliche Ablauf der Dorfplatz-Umgestaltung dann weitergehe, stehe noch nicht fest. Angesichts der hohen Kosten, die im Falle einer Realisierung auf die Gemeinde trotz möglicher Fördergelder zukommen, versprach Kostalek: „Wir gehen verantwortungsbewusst mit dem Geld um. Wenn das Geld dafür nicht da ist, machen wir nicht weiter.“

Antdorf plant Bau eines neuen Hochbehälters

Kostalek informierte auch über den geplanten Bau eines neuen Hochbehälters sowie die Erneuerung alter Wasserleitungen im Ort. Die Kosten dafür sollen zumindest teilweise auf die Bürger umgelegt werden – entweder als Einmalbetrag oder über eine Erhöhung der Wassergebühren. Konkrete Zahlen stehen aber noch keine fest. „Wir wollen die Bürger nicht übermäßig belasten“, versprach Kostalek.

Außerdem informierte der Bürgermeister darüber, dass der Bau eines Radwegs nach Iffeldorf trotz einiger gescheiterter Grundstücksverhandlungen noch nicht vom Tisch sei. Möglicherweise könne der Weg auch ohne diese Flächen gebaut werden.

Bezüglich der vielerorts geführten Debatten um den Klimaschutz wollte Jörg Ringel von Kostalek wissen, ob auch Antdorf diesbezügliche Maßnahmen ergreifen wolle – etwa bei Ansiedelungsmodellen. Kostalek verwies auf den Beitrag, den die Gemeinden bereits durch die ausgewiesenen FFH- und „natura 2000“-Flächen für den Umweltschutz leistete. Regeln und Gesetze zum Klimaschutz zu erlassen sei Sache des Staates und nicht der Gemeinde, so Kostalek.

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