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Schuf seine eigene Farbenlehre: Der Maler Heinz Kreutz machte sich um die Avantgarde verdient.

Zum Tod von Heinz Kreutz

Ein Meister des faszinierenden Lichtes

Antdorf - Er lebte in Antdorf und war bekannt für seine Avantgarde-Malerei: Heinz Kreutz verstarb im Alter von 92 Jahren.

Es ist das Licht in seinen Bildern, das sofort fasziniert. Immer gibt es eine helle Stelle, die aus der Tiefe leuchtet. Der Wahl-Antdorfer Heinz Kreutz, seit 1976 lebte er hier mit seiner Frau Dorothea, zählte zu den bekannten Malern der Gegenwart und gilt als Begründer des Tachismus in der Bundesrepublik. Die von ihm mit drei Kollegen 1952 in Frankfurt gegründete Künstlergemeinschaft „Quadriga“ verhalf der deutschen Malerei in der Nachkriegszeit zum Anschluss an die internationale Avantgarde.

Dabei war Kreutz zufällig zur Kunst gekommen. Als einer der Letzten entkam er schwerverletzt im Januar 1943 der Hölle im Stalingrader Kessel. Im Lazarett begann der gelernte Fotograf zu zeichnen, die Zigarettenbildchen mit „entarteter Kunst“, die ihm eine Besucherin einschmuggelte, eröffneten ihm eine völlig neue Sicht auf die Welt. Geprägt von tiefer Dankbarkeit für das zweite Leben, das ihm mit 19 Jahren geschenkt worden war, bildete er sich nach dem Krieg intensiv weiter. Weitere Impulse brachte ein Stipendium, das ihn 1951 für einen ersten, langen Aufenthalt nach Paris führte. Er entdeckte die Abstraktion für sich, die Auseinandersetzung mit Farbe und Licht. „Color est lux in potentia“ – „Farbe ist eine Potenzierung des Lichts“ – dieser Ausspruch Kopernikus’ prägte sein Werk in den 1950er Jahren, ausschließlich in Öltechnik. Später arbeitete Kreutz in allen Techniken, setzte sich mit Farbenlehre, unter anderem von Goethe, auseinander und entwickelte seine eigene Lehre. Mit dem Alter wandte er sich wieder dem Öl und verstärkt dem Pastell zu, seine Werke bekamen eine neue Farbdramatik und, wie Titel wie „Lichtwelten“ und „Sonnengesang“ aussagen, zur Luzidität oft auch eine tiefe Spiritualität.

Obwohl bedeutenden Museen wie das Frankfurter Städel seine Werke zeigten und er im Jahr 2002 mit dem „Binding-Kulturpreis“ der Stadt Frankfurt ausgezeichnet wurde, blieb Heinz Kreutz ein bescheidener, liebenswürdiger Mann, der nie ganz seine hessische Klangfärbung verlor, ständig an sich arbeitete und irgendwann in seinen späten 80ern mit seinem Lebenselixier, dem Malen, aufhörte – aus Angst, nicht mehr dem eigenen Anspruch genügen zu können und zu ausreichend Selbstkritik fähig zu sein. Dieses Wochenende ist Heinz Kreutz, kurz vor seinem 93. Geburtstag, in Penzberg verstorben.

Katrin Fügener

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