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Waxnstoana-Nachwuchs: Hier tanzen die Kinder bei der Einweihung des Trachtenheims im Sommer 2016.

Ein Weltrekord zum Waxnstoana-Geburtstag - so feiert Antdorf

Sein 100-jähriges Jubiläum feiert heuer der Trachtenverein D´ Waxnstoana Antdorf. Die große Festwoche mit Festzelt hält manch Besonderes parat – etwa einen Weltrekordversuch im Platteln. Auch Besuch aus der Landespolitik hat sich angekündigt.

Antdorf – „D‘Waxnstoana Antdorf“ wurden im September 1919 durch 12 Burschen aus dem Dorf im Gasthaus „Zur Post“ gegründet, erzählt Andreas Huber mit Blick auf die der Vereinschronik. „Wenige Monate zuvor war bereitsa eine Schuhplattlergruppe entstanden. Die wurde aber mit Gründung des Vereins aufgelöst“, so der heutige Vorsitzende der Antdorfer Trachtler, die ihren Namen bewusst nach einem Berg gewählt hätten, denn: „Der Waxnstoa ist in Bayern ein ganz symbolträchtiger Berg.“ Gründungsvorstand des neuen Vereins, der zum Loisachgau gehört, war Friedrich Nägele.

Das Hauptanliegen der Waxnstoana sei von Anfang an gewesen, das heimatliche Brauchtum, den Schuhplattler und die Tracht zu pflegen, sagt Huber, der den Verein seit 2016 führt. Wobei die Trachtler der Gründerzeit längst noch kein einheitliches Gwand gehabt hätten. „Damals hat jeder angezogen, was er gerade gehabt hat“, so Huber. Mittlerweile sei das anders: Die meisten Antdorfer Trachtler trügen heute die Miesbacher Gebirgstracht. Unverwechselbar machen sie das Muster ihrer Strümpfe und die handgestickten Hosenträgern. „Die sind sonst unüblich im Loisachgau“, sagt Huber.

Laut Vereinschronik kaufte der Verein zwei Jahre nach der Gründung seine erste Fahne. Und 1928 war die Zahl seiner Mitglieder auf 81 angewachsen. Doch dann kam der zweite Weltkrieg, und mit ihm wurde es erst einmal still um den Verein, denn viele seiner Mitglieder wurden eingezogen und starben im Krieg. Doch drei Jahre nach Kriegsende ging es laut Chronik bereits wieder aufwärts: Die erste Jugendgruppe wurde gegründet, und der Verein richtete das 22. Gaufest des Loisachgaus aus.

„Ein weiterer Höhepunkt war die Weihe einer neuen Fahne 1952“, so Huber. Die Patenschaft dafür habe der Trachtenverein Maxkron übernommen. 1967, so lässt sich in der Chronik nachlesen, wurde anlässlich eines weiteren Gaufests zum ersten Mal ein großes Festzelt aufgestellt in Antdorf.

Richtig aufwärts mit den Antdorfer Trachtlern ging es laut Huber dann ab den 1970er Jahren unter dem damaligen Vorsitzenden Anton Hechenrieder. „Er hat richtig Gas gegeben und sich unheimlich engagiert“, sagt Huber. 40 Jahre habe Hechenrieder den Verein geleitet. Unter anderem habe der heutige Ehrenvorstand die Jugendgruppe neu belebt. Die Gruppe existiere bis heute und gehöre inzwischen zu den größten Jugendgruppen im Loisachgau.

Aktuell gehören dem Verein laut Huber rund 315 erwachsene Mitglieder an; dazu etwa 60 Kinder- und Jugendliche. Mit seiner Plattlergruppe hat der Verein bereits beim Programm der „Oidn Wiesn“ in München mitgewirkt und sogar einen eigenen Tanz kreiert: Der „Waxnstoana-Plattler“ wurde beim 84. Loi–sachgaufest 2014 in Sees–haupt uraufgeführt.

Als nächsten Höhepunkt streben die Antdorfer Plattler einen Weltrekordversuch an: Im Rahmen der diesjährigen Festwoche soll der Weltrekord im Burschenplattln nach Bayern geholt werden. Über 1500 Plattler aus Antdorf und der Region werden zu dem Rekordversuch am 30. Mai erwartet. Eine gemeinsame Plattelprobe für alle Interessierte ist am Freitag, 22. März, ab 19.30 Uhr im Trachtenheim.

Beim Blick in die Zukunft ist Huber nicht bang. „Brauchtum und Tracht sind erhaltenswert“, sagt er. Denn in der heute so schnelllebigen Zeit und angesichts der fortschreitenden Globalisierung gewinne die Heimat bei immer mehr Menschen wiede an Bedeutung. Dabei wolle sich sein Verein keineswegs abschotten. Auch zugezogene Neu-Antdorfer, wirbt Huber, können gerne Mitglied werden bei den Waxnstoana.

So wird in Antdorf gefeiert:

Samstag/Sonntag, 30./31. März: historischen Bilder- und Geschichtenausstellung im Trachtenheim. Ausgestellt werden Fotos und alte Trachten aus den letzten 100 Jahren des Vereins sowie die alte Vereinsfahne mit ihren Fahnenbändern. Die ältere Generation der Vereinsmitglieder erzählt Geschichten von früher, die auf Band aufgenommen wurden. Das Trachtenheim ist am Samstag von 13 bis 18 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Die Besucher werden mit Kaffee und Kuchen versorgt.

Antdorfer Festwoche im Festzelt an der Hauptstraße:

Freitag, 24. Mai: Brauchtumsverein und Trommlerzug Antdorf - „Bavarian Summer Beats“ mit DJ Maxtreme; 20 Uhr.

Samstag, 25. Mai: Musikkapelle Antdorf – Blasmusikabend mit den „Musikatzen“; Beginn ab 18 Uhr; „Musikkatzen“ ca. 21 Uhr.

Sonntag, 26. Mai: Fingerhakler Antdorf/Eberfing – Alpenländische Meisterschaft im Fingerhakln. Aus dem ganzen alpenländischen Raum messen sich dabei die besten Hakler bei der „Weltmeisterschaft“. Beginn um 9 Uhr mit dem Wiegen, Hakeln ab 10 Uhr; Ausklang ab 19 Uhr mit der Musikkapelle Antdorf.

Dienstag, 28. Mai: BBV-Abend: Politischer Abend des Bayerischen Bauernverbands – Kreisverband Weilheim-Schongau – zum Thema „Zukunft der Landwirtschaft im Voralpenraum“; Gäste sind unter anderem Hubert Aiwanger und Ludwig Hartmann; Beginn: 19.30 Uhr.

Mittwoch, 29. Mai: Schützengesellschaft Antdorf – 3 Männer nur mit Gitarre: „Oana muass ja macha!“– ein Musikkabarett aus Bayern; Einlass ab 18 Uhr; Beginn: 20 Uhr.

Donnerstag, 30. Mai: Trachtenverein Antdorf – Weltrekordversuch Burschenplattler: Nachdem der aktuelle Weltrekord mit momentan 1296 Teilnehmern in Österreich liegt, möchten ihn die Antdorfer Trachtler nach Bayern holen. Frühschoppen ab 11 Uhr; Rekordversuch ab 13 Uhr auf der Hauptstraße; Ausklang ab 20 Uhr mit den Jochberg Musikanten.

Freitag, 31. Mai: Trachtenverein Antdorf – Jubiläums-Heimatabend mit der Musikkapelle Habach; Totengedenken am Kriegerdenkmal: 19 Uhr; anschließend Marsch ins Festzelt; Beginn: 20 Uhr.

Samstag, 1. Juni: Seniorennachmittag der VG ab ca. 11 Uhr; Trachtenverein Antdorf – „Boarischer Tanz“ im Festzelt mit der „Schladl Musi“ und „Blechpfiff“ ab 20 Uhr.

Sonntag, 2. Juni: 100-jähriges Gründungsfest: 6.30 Uhr: Weckruf; 9 Uhr: Aufstellung zum Kirchenzug; 10 Uhr: Festgottesdienst, Fahnenweihe; 13.30 Uhr: Aufstellung Festzug; 14 Uhr: Festzug; 19 Uhr: Festausklang mit den Blechböhmischen.

Text: Franziska Seliger

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