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Im neuen Antdorfer Gewerbegebiet wurden bereits die ersten Gebäude hochgezogen.

Bauen in Antdorf

Zuwachs fürs Gewerbegebiet

Antdorf - Das Antdorfer Gewerbegebiet wächst weiter. Der Gemeinderat machte den Weg für noch zwei Betriebe frei.

Das neue Gewerbegebiet „Steinbacher Weg“ in Antdorf zieht. Die ersten Betriebe haben schon mit dem Bau begonnen, jetzt können zwei Unternehmen nachziehen: Der Gemeinderat segnete deren Bauanträge jeweils einstimmig ab. Allerdings gab es auch mahnende Worte.

Auf dem Tisch lag das Ansinnen eines Bad Tölzer Kältetechnikers: Dieser plant ein Gewerbeanwesen mit Werkstatt, Lager im Dachgeschoss, ein Archiv sowie eine Kaffeebar und eine Lounge. Im Süden soll laut Plan das Gebäude eine Betriebsleiterwohnung mit rund 140 Quadratmetern beherbergen. Im Dachgeschoss befinden sich Büros sowie die Datentechnik und ein Archiv.

Eigentlich sind laut Bebauungsplan derartige Wohnungen im Gewerbegebiet nur in Ausnahmen erlaubt. Laut Bürgermeister Klaus Kostalek begründete der Bauwerber sein Ansinnen damit, dass der Firmeneigentürmer branchenbedingt bei Notfällen sofort vor Ort sein müsste. „Prinzipiell ist es ein schönes Haus“, meinte der Rathauschef. Allerdings war nicht jeder seiner Räte glücklich mit der gewünschten Betriebsleiterwohnung, vor allem mit der Größe. „Die Wohnung solle nicht im Vordergrund stehen“, monierte denn auch zweiter Bürgermeister Franz Thanner die Pläne.

Wobei der Rathauschef selbst damit keine Probleme hatte – allerdings räumte Kostalek ein, dass im Bebauungsplan keine Obergrenzen festgelegt worden seien, und die Gemeinde sich schwer tue, da nachzusteuern. „Die Frage ist, ob man das will“, betonte der Rathauschef. Am Ende ging der Bauantrag dann doch einstimmig durch.

Ebenfalls ohne Gegenstimme wurde das Bauvorhaben eines heimischen Fliesenlegers abgesegnet, der sich am Steinbacher Weg ansiedeln will: Dessen Gewerbeanwesen beinhaltet laut Antrag im Erdgeschoss einen Ausstellungsraum und eine Lagerhalle – sowie im Dachgeschoss eine Betriebsleiterwohnung. Begründet wurde diese mit betriebsbedingtem Bedarf.

Mit dem neuen Gewerbegebiet hat sich die kleine Gemeinde einen durchaus attraktiven Wirtschaftsstandort geschaffen. Im Juni 2016 war nach einem Jahr Bauzeit die Erschließung abgeschlossen und die ersten Unternehmen fingen mit dem Bauen an. 15 Plätze bot die Kommune auf dem 4,2 Hektar großen Areal am nördlichen Ortsrand an. Die Nachfrage war da: Alle Areale sind nach Angaben des Bürgermeisters verkauft, vier bereits bebaut. Rund 3,5 Millionen Euro investiert die Gemeinde laut Kostalek für Kauf und Erschließung, gegenfinanziert wird es mit dem Verlauf der Parzellen, für die 110 Euro pro Quadratmeter fällig waren.

Ganz unumstritten war das Antdorfer Gewerbegebiet allerdings nicht gewesen. Vor allem in Iffeldorf sorgten sich Anwohner im Bereich der Jägergasse um eine zunehmende Verkehrsbelastung, weil dort die Verbindungsstraße nach Steinbach beginnt – und diese kann als Zufahrt zu den neuen Betrieben genutzt werden. Die beiden Bürgermeister, der Antdorfer Kostalek und der Iffeldorfer Hubert Krois, hatten die Bedenken jedoch stets zurückgewiesen. Das sich ansiedelnde Gewerbe sei nicht allzu groß, der Verkehr dadurch gering, betonten sie.

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