Die Freiflächen-PV-Anlage soll südlich des Ortsteils Breunetsried (rot umrandet) und nördlich der Straße Antdorf-Penzberg (unten) entstehen. Wo genau scheint noch nicht so klar.
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Die Freiflächen-PV-Anlage soll südlich des Ortsteils Breunetsried (rot umrandet) und nördlich der Straße Antdorf-Penzberg (unten) entstehen. Wo genau scheint noch nicht so klar.

Bei Antdorf-Breunetsried

Pläne für großen Solarpark: Naturschützer sind alarmiert - wegen Moorflächen

  • Franziska Seliger
    VonFranziska Seliger
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Wegen der Pläne für einen Solarpark bei Antdorf-Breunetsrieder sind Naturschützer alarmiert. Sie fordern, dass er ein Hangquellmoor und FFH-Flächen nicht beeinträchtigen darf.

Antdorf – Eine rund 45 000 Quadratmeter große Freiflächen-Photovoltaik-Anlage soll südlich des Antdorfer Ortsteils Breunetsried auf freier Fläche entstehen (wir berichteten). Bei Naturschützern ruft das geplante Projekt nun aber Besorgnis hervor. Unter anderem bei Siegfried Benke. Der Penzberger nennt sich einen „privaten Umweltschützer“, der als Naturfotograf viel auf dem Gelände rund um Breunetsried unterwegs sei. Der Artikel im „Penzberger Merkur“ über den geplanten Solarpark und seine Ausmaße habe ihn erschreckt. „Erschreckt hat mich das deswegen, weil sich an diesen Hängen einzigartige Hangmoore befinden“, schreibt Benke in einer Mail an die Heimatzeitung. Auf dieser Fläche, so Benke, würden streng geschützte Pflanzen wachsen. Unter anderem Enzian, Sumpfgladiolen und Mehlprimeln. Auch die „sehr seltene“ Sommerdrehwurz wachse hier. Bei dieser Blume handele es sich um eine Orchidee, die in der Region kaum noch vorkomme. „Außerdem ist dort noch sehr häufig der Schachbrettfalter zu finden“, so Benke. Er habe nichts gegen derartige PV-Anlagen, versichert Benke. Er appelliere aber an die Verantwortlichen, den Solarpark nicht ausgerechnet auf diesen sensiblen Flächen zu errichten. Denn die aufgestellten Solarmodule würden den Lichteinfall und die Sonnenintensität auf die Moorfläche verändern. Das könne bestimmt Pflanzen an ihrem Wachstum hindern, fürchtet Benke. „Ich hoffe, dass diesem schützenswerten Gebiet kein Schaden zugefügt wird.“

Hannelore Jaresch betont auf Nachfrage den großen schützenswerten Charakter diese Gebiets. Dabei handelt es sich laut laut der Vorsitzenden des Bund Naturschutzes, Ortsgruppe Penzberg, um ein so genanntes „Hangquellmoor“, das sich unmittelbar an der Abzweigung von Antdorf hinauf nach Breunetsried befindet. Die genaue Größe dieses Moores wisse sie zwar nicht. In jedem Fall sei die Fläche aber „viel zu kostbar“, um darauf eine PV-Anlage zu errichten. Die Naturschutz-Behörden würden das aber auch gar nicht zulassen, ist sich Jaresch sicher – und ihr Ortsverband auch nicht. „Da würden wir lautstark protestieren.“

Antdorfer Bürgermeister versucht zu beruhigen

Dass es auf dem Hang unterhalb von Breunetsried ein „Hangquellmoor“ gibt, davon weiß der Antdorfer Bürgermeister Klaus Kostalek zwar nichts. Benkes Sorge um seltene Flora und Fauna versucht er trotzdem zu entkräften. Er gehe nicht davon aus, dass die PV-Module auf Hangflächen gebaut werden, so Kostalek. „Wegen der Blendwirkung auf die Autofahrer“. „Wahrscheinlich“, so der Bürgermeister, werde die Anlage auf den ebeneren Flächen entlang der Straße nach Penzberg sowie oberhalb der steilen Bereiche Richtung Breunetsried gebaut.

Doch auch einen möglichen Standort weiter östlich des Hangquellmoores entlang der Verbindungsstraße Antdorf-Penzberg im Bereich einer ehemaligen Kiesgrube sieht Jaresch kritisch. Denn hier lägen südlich der Straße FFH-Flächen, auf denen Greifvögel und Fledermäuse jagen. Einige der Vögel könnten in den hohen Bäumen nördlich der Straße brüten. Sollte der Solarpark in dieser Umgebung geplant sein, gelte es genau zu prüfen, ob die Tiere durch den Bau der Anlage oder später durch eine von ihr ausgehende Blendwirkung gestört werden könnten.

Jaresch will nun auf jeden Fall erst einmal das Gespräch mit Bürgermeister Kostalek suchen und den weiteren Verlauf der Planungen aufmerksam beobachten. Kostalek indes weist darauf hin, dass ein Solarpark auch durchaus positiv für die Natur sein könne. Denn die ausgesuchte Fläche werde nicht mehr bewirtschaftet und könne von der Natur quasi zurückerobert werden.

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