Dicht gedrängt saßen die Besucher des Arien-Abends zur Eröffnung der Italienischen Woche am Donnerstagabend auf dem Kirchplatz.

Antipasti und Arien - alles Italienisch

Weilheim - Die 10. Italienische Woche auf dem Weilheimer Kirchplatz läuft noch bis Sonntagabend.

Als nach Einbruch der Dämmerung Weilheims Stadtpfarrkirche in den Farben der italienischen Flagge „Grün“. „Weiß“ und „Rot“ erstrahlte, war die Stimmung perfekt. Wieder einmal hatte es der Verein „Vita e Cultura Italiana“ geschafft, den Kirchplatz in eine italienische Piazza zu verwandeln.

Es galt, das Zehnjährige der „Italienischen Woche“ zu feiern, und ein wenig Glück hatte der Verein an diesem lauen Spätsommerabend dann auch. Denn der strömende Regen des Nachmittags hörte pünktlich zum Beginn des Konzertes auf. Und so wurde es ein fröhlicher Abend mit angenehmen Temperaturen, mit viel Wein, mit Antipasti, Spaghetti und Pasta, und es gab für alle sogar einen Liebestrank in Form einer Arie aus der Oper „L’elisir d’amore“ von Gaetano Donizetti.

Man hätte nicht besser starten können in die „Italienische Woche“ als mit einem Klassik-Konzert mit Arien aus Opern berühmter italienischer Komponisten. Man hatte dazu die chilenische Sopranistin Carmen Sánchez Piva und den aus Meran stammenden Tenor Anton Klotzner eingeladen. Der Pianist Stellario Fagone, geboren in Turin, begleitete die beiden Sänger nicht nur hervorragend auf einem Keyboard. Er führte auch sehr vergnüglich und anschaulich durch das Programm, stellte die einzelnen Werke kurz vor und gab vor allem den männlichen Besuchern köstliche Tipps für den richtigen Umgang mit der Weiblichkeit.

Für eingefleischte Opernfans war es vielleicht ein wenig verwunderlich, dass die volltönenden, schönen Stimmen der beiden Künstler durch Mikrophone noch verstärkt wurden. Die hochkarätigen Sänger hätten mühelos ohne zusätzliche Technik den Kirchplatz mit ihrem Gesang füllen können. So war es ein Klangerlebnis eher ungewöhnlicher Art.

Die allgemeine Stimmung wurde von dieser Tatsache aber nicht beeinträchtigt. Man ließ bei dem berühmten Trinklied „Libiamo“ aus der Oper La Traviata von Guiseppe Verdi gemeinsam die Gläser erklingen. Man erklatschte sich durch anhaltende Bravorufe ein erneutes „La donna è mobile“ aus der Oper „Rigoletto“ desselben Komponisten, bei dem der Tenor mit Spitzentönen und langem Atem glänzte. Die Sopranistin überzeugte nicht nur mit fröhlich trillernden Donizetti-Arien. Als Violetta (La Traviata) sprudelte sie das „Sempre libera degg‘io“ nahezu hinaus auf den Kirchplatz.

Italienische Woche auf dem Weilheimer Kirchplatz - Bilder

Glockengeläut, Tellerklappern, Hundegebell, der unverwechselbare Duft von Espresso, ein laut vorbeifahrendes Motorrad - es passte alles zu diesem herrlichen Abend, diese Begleittöne des Alltags rundeten das Ganze ab.

Mit einem „Buona sera“, hatte Anna Anzile, die Vorsitzende des Vereins „Vita e Cultura Italiana“, die sehr zahlreich erschienen Besucher zum Start der „Italienischen Woche“ begrüßt. „Ich bin in Gedanken bei meinen Landsleuten“, sagte sie und kündigte an, dass dass der Verein vom Erlös der kulturellen Woche eine Spende in das Erdbebengebiet schicken werde.

Landrätin Andrea Jochner-Weiß lobte eingangs die „Meisterleistung des Vereins“, so ein Fest alljährlich auszurichten. „Wir freuen uns jedes Jahr darauf“, sagte sie. Die Begeisterung der vielen Menschen nach dem beinahe dreistündigen Arien-Fest gab ihr Recht.

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