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In luftiger Höhe: Wolfgang Kurz kontrolliert die Schieferplatten.

Am Kirchturm in Wielenbach

In 60 Metern Höhe: „Arbeiten am Limit“

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Wielenbach – Einen Arbeitsplatz mit schöner Aussicht hatten vier Männer am Donnerstag und Freitag in Wielenbach – schwindelfrei mussten sie allerdings sein.

Die vier baumelten, an Seilen gesichert, am Turm der Pfarrkirche St. Peter. Die Schieferplatten mussten überprüft und einige ausgetauscht werden – immerhin setzen starker Wind und Hagel dem Dach immer wieder zu.

Arbeiten am Wielenbacher Kirchturm.

Für die Arbeiter war die Aufgabe eine besondere. „Das ist die Champions League im Industrieklettern“, sagte Hans Martin vom Unternehmen „Martin Bedachungsgesellschaft m.b.H.“ aus Hohenschäftlarn. In bis zu 60 Metern Höhe wurde gearbeitet – an einem Dach, das im Schnitt 85 Grad steil, zum Teil sogar fast senkrecht ist.

Vorbereitung: Bevor die Arbeiten am Dach beginnen konnten, befestigte Christian Schlesener die Sicherungsseile am 60 Meter hohen Kirchturm.

Er kooperiert bei solchen Aufträgen mit der Firma „x-treme Seiltechnik“ aus Bischofswiesen, die Bergführer und Industriekletterer beschäftigt. In Wielenbach waren vier Mann gleichzeitig zu Gange – zwei Dachdecker und zwei Bergführer. Vier 100 Meter lange Seile sicherten die Männer.

Das Quartett nagelte und schraubte lockere Schieferplatten fest. Rund 100 mussten die Männer austauschen – in die älteste davon war das Jahr 1891 eingraviert. „Da wurde der Turm vermutlich gedeckt“, schätzt Martin. Er und seine Mitarbeiter fanden auch Exemplare aus den 1920er Jahren sowie von 1948 und 1971.

Arbeiten am Wielenbacher Kirchturm.

Am Freitagnachmittag war der Auftrag dann erledigt – und Martin froh, als alle wieder festen Boden unter den Füßen hatten. Denn bei aller Begeisterung gab der Unternehmer auch zu: „Das ist Arbeiten am Limit.“  

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