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Das Jugendhaus „Come in“ überzeugte die Energie-Fachleute durch seinen niedrigen Energieverbrauch. Links: Andreas Scharli, rechts Marco Schwentzek.

Weilheimer Jugendhaus "Come in"

Auch die inneren Werte fallen auf

Weilheim - Das auffallend knallblau gestrichene Jugendhaus „Come in“ in Weilheim fällt nicht nur wegen seiner Fassade auf: Es braucht besonders wenig Wärme und Strom.

Das Weilheimer Jugendhaus „Come in“ ist wegen seiner knallblauen Fassade nicht zu übersehen. Durchaus sehen lassen können sich aber auch seine „inneren Werte“: Der Wärme- und Stromverbrauch des Gebäudes „ist sensationell niedrig“. Das sagte Andreas Scharli von der Bürgerstiftung „Energiewende Oberland“ (EWO) und erklärte das „Come in“ zum Sieger der ersten Erhebungen des „Benchmarking für Energieverbräuche kommunaler Liegenschaften“. 80 öffentliche Gebäude - von Kindergärten über Schulen und Feuerwehrhäuser bis zu Mehrzweckhallen - in den Landkreisen Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach waren dazu von der EKO, dem „Kompetenzzentrum Energie“, verglichen worden.

Ein Mittelwert beim Wärmebedarf von acht Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr und dazu ein Stromverbrauch von rund 8000 Kilowattstunden im Jahr: Mit diesen Werten schlug das „Come in“ alle anderen Gebäude. Die geringen Verbräuche sind laut Scharli dem aufwändigen Vollwärmeschutz des Hauses zu verdanken.

Die Stadt Weilheim hatte sieben ihrer 30 öffentlichen Gebäude für das Benchmarking, also das Vergleichen des Energieverbrauchs, gemeldet. Dabei zeigte sich: Es gibt noch viel zu tun. Der Kindergarten „Pfiffikus“ an der Andreas-Schmidtner-Straße hatte beim Wärmeverbrauch beispielsweise einen Wert von 197 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Laut Scharli war das der zweitschlechteste der insgesamt acht untersuchten Kindergärten.

Wie Bürgemeister Markus Loth sagte, ist „Pfiffikus“ der letzte Weilheimer Kindergarten, „der auf Vordermann gebracht werden muss“. Für 2015/2016 sei, vorausgesetzt Geld sei vorhanden, eine Sanierung geplant. Die Kosten beliefen sich auf 600 000 Euro, 400 000 Euro müsse die Stadt selbst aufbringen.

Untersucht wurden in Weilheim auch noch Musikschule, Feuerwehrgerätehaus, Stadthalle, Stadttheater und Stadtmuseum. Scharli empfahl der Stadt angesichts der Verbrauchswerte als erste Maßnahmen: eine Verbesserung der Gebäudehülle für das Feuerwehrgerätehaus, die Dämmung der obersten Geschossdecke des Stadttheaters, den Austausch der Kesselanlage im Stadtmuseum und die Erstellung eines Lastprofils des Stromverbrauchs in der Stadthalle. Letzerer liegt bei 50 000 Kilowattstunden im Jahr, was vergleichsweise „sehr hoch“ sei.

Dabei ließen sich oft durch kleine Maßnahmen große Erfolge erzielen, sagte Marco Schwentzek, seit April Energiemanager der Stadt. So sei im „Franziskus-Hort“ die Beleuchtung ausgewechselt worden: „Man sieht wie der Verbrauch runtergeht“.

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