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Großer Bahnhof für die „Jazzklokomotive“: (v.l.) Christoph Wandinger, Rainer Fabich, Arthur Lehmann, Bassist Rene Haderer und Christian Benke; nicht im Bild Sascha Gotowtschikow. 

Auftakt des Musikschul-Jubiläums

Schmankerl vom Jazz-Buffet

Weilheim - Zum Auftakt des Musikschul-Jubiläums kamen 100 Besucher. Die „Jazzlokomotive“ ließ sie in feinen Grooves  der letzten 100 Jahren schwelgen.

 Bekannte Gesichter in der Band, deren geschätzte Qualität und bewährte Jazz-Interpretationen sorgten am Samstag für einen Besucher-Ansturm im Saal der Musikschule: Die „Jazzlokomotive“ gab dort den Startschuss ins Jubiläumsjahr der städtischen Musikschule Weilheim (50-jähriges Bestehen).

Stilsicher ging das Sextett mit „Stolen Moments“ in Vorlage: Lässig, cool und auf den Punkt. Einzig konnte den Jazz-Fan irritieren, dass die von Profi-Ensembles meist angestrebten verschachtelten Variationen hier ausblieben, denn die „Jazzlokomotive“ absolvierte tatsächlich einen schnellen Fahrplan: Die ersten Soli tauchten schon in der ersten Minute auf. Bei so viel Eile war das Publikum noch nicht „warmgespielt“ für Zwischenapplaus – den gab’s dann erst nach einem akademischen Viertelstündchen.

Doch verzwickte oder gar verschrobene Ausweitungen der Stücke waren ja auch nicht Teil des Konzepts „The Standard Project“. Somit war dieser Abend ein guter Anlass zum Schwelgen in einer Auswahl feiner Jazz-Singles. Sauber und leicht die zart von Funk durchtränkten Grooves in „Joy Spring“, besonders bei Rainer Fabichs Sopran-Sax. Präzise die prägnanten Bläsersätze im schnell getakteten „Hackensack“ (ein Städtchen bei New York), wobei der ebenso farb- wie kraftvoll am Kontrabass zupfende Rene Haderer eine verdiente Extra-Portion Applaus absahnte.

Und dann gab es sie zwischendrin doch, die eher seltenen Stücke wie das wunderbar ,blue’ angefasste „Sunshower“ von Kenny Barron. Bestens überlagerten sich die weich geführten Gebläse von Arthur Lehmann und Christoph Wandinger aus Horn und Tenorsaxofon. Sensibel fügte sich Drummer Sascha Gotowtschikow ein – darauf konnte die Jazzgitarre von Christian Benke umso deutlicher ihr begeisterndes Picking entfalten.

Wie im Jazzclub hatten die Temperaturen den Saal unterm Dach in ein Hot House verwandelt, als Lehmann mit gedämpfter Trompete exakt in Miles Davis’ „Nardis“ hineinblies – mindestens akustisch sehr ,cool’. Zum Tropengefühl passte der Bossa-Beat in Jobims „Meditation“, ehe mit dem raschen „A Train“ ein Titel aufgegriffen wurde, der für eine „Jazzlokomotive“ quasi Namens-Ehrensache ist und dem Publikum nochmal reichlich Fahrtwind zufächelte.

Letztlich also ein Abend wie ein schmackhaft bestücktes Jazz-Buffet, das viele inspiriert zubereitete Genuss-Stückchen anbot. andreas bretting

Nächstes Konzert

im Saal der Musikschule Weilheim: Faschingskonzert am Freitag, 5. Februar, 18 Uhr (Eintritt frei)

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