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Gut besucht war der letzte Kinderwarenbasar im Herbst.

Peißenberg

Aus für Kinderwarenbasar nach 19 Jahren

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Der Kinderwarenbasar in Peißenberg steht vor dem Aus. Die Organisatorinnen ziehen sich nach vielen Jahren Arbeit zurück - Nachfolger sind nicht in Sicht.

Peißenberg – Der Andrang war stets riesig. Viele Peißenberger Eltern hatten Kindersachen abzugeben – und viele Mütter und Väter konnten etwas gebrauchen. Keine Frage, der Bedarf für den Kinder- und Spielwarenbasar, der zwei Mal im Jahr in der Peißenberger Tiefstollenhalle stattfand, ist da. Und doch ist nun Schluss damit. Die Organisatoren ziehen sich zurück. Das haben sie in einem Pressegespräch mitgeteilt.

Das langjährige Organistionsteam des Peißenberger Kinderwarenbasars mit Bürgermeisterin Manuela Vanni (außen rechts): (v.l.) Petra Mooslechner, Nicole Bals, Annelore Ritthaler, Regina Krönauer und Silvia Höring.

„Wir setzen uns zur Ruhe“, bringt es Nicole Bals auf den Punkt. Sie hatte in den vergangenen Jahren die Basare gemeinsam mit Petra Mooslechner, Annelore Ritthaler, Regina Krönauer und Silvia Höring organisiert. Alle begannen mit ihrem Engagement, als ihre Kinder noch klein waren, – mittlerweile sind die meisten von ihnen erwachsen. Und damit reicht’s, finden die fünf. Jetzt wären eigentlich andere Eltern am Zug, die Sache in die Hand zu nehmen – aber es findet sich seit Jahren niemand. Nun ziehen Bals und ihre Mitstreiterinnen die Notbremse.

Denn der Aufwand ist riesig. Rund 120 Helfer haben sie pro Basar gebraucht – zur Nummernvergabe, zum Einräumen, zum Kuchen backen, zum Verkaufen, zum Zurücksortieren, zum Geld ausgeben. „Es ist immer schwieriger geworden, Freiwillige zu finden“, sagt Bals. Dabei kommt der Erlös gerade jenen zugute, die Kinder haben – 15 Cent pro abgegebenem und zehn Prozent pro verkauftem Teil gingen an Kindergärten und Schulen in der Gemeinde. „Von dem Geld konnten zum Beispiel Ausflüge gezahlt werden“, sagt Ritthaler. „Aber wir hatten zunehmend das Gefühl, dass Eltern lieber den Ausflug zahlen, als beim Basar zu helfen.“

Den hatte es erstmals im März 1998 gegeben, initiiert von Angelika Frei. Die Verantwortung übernahmen die Elternbeiratsvorsitzenden von Kindergärten und Schulen. Bis auf Bals, deren Kinder noch nicht erwachsen sind, sind alle verbliebenen Organisatoren seit dem ersten Basar dabei – haben damit 19 Jahre lang viel Zeit investiert.

Anfangs fanden die Kleidermärkte in der Wörther Turnhalle statt, nach wenigen Jahren wurde die Tiefstollenhalle der neue Veranstaltungsort. Immer im März und im Oktober konnten sich Eltern dort nun mit neuen Kindersachen eindecken.

Rund 130 000 Artikel haben in all den Jahren den Besitzer gewechselt, hat Bals überschlagen. Es hätten noch viel mehr sein können – aber die Organisatorinnen beließen es dabei, rund 400 Nummern pro Basar auszugeben. Heißt: Rund 400 Eltern durften Teile bringen, im Schnitt hatten sie 44 Stück parat. „Wir hätten 1000 Nummern vergeben können, so gefragt ist der Basar“, sagt Ritthaler. Dann aber hätte das Ganze kaum noch koordiniert ablaufen können. Und ohnehin: „Egal, wie viel angeboten wird: Man verkauft nie mehr als 8000 Teile“, sagt Bals. Sie hat extra für den Basar ein Computerprogramm geschrieben, um all die Waren verwalten zu können.

Nun hätten die fünf gern die Aufgabe in andere Hände gelegt. Einfach aufzuhören, fällt den Frauen nicht leicht. „Der Basar ist wie ein Kind, das man aufgezogen hat“, sagt Ritthaler. „Er ist eine gute Sache. Aber uns wird das zuviel.“ Das hat die Gruppe im Dezember entschieden. Und sich entschlossen, sofort einen Schlussstrich zu ziehen. Die Basare heuer im März und Oktober, die bereits als Veranstaltungen in der Tiefstollenhalle eingetragen sind, werden nicht stattfinden.

Es sei denn, es finden sich doch noch Freiwillige. Mit Rat stehen die bisherigen Organisatorinnen gern zur Seite. „Wir sind da, wenn jemand Unterstützung braucht“, sagt Ritthaler. Ein klein wenig Hoffnung, dass das Ganze jemand übernimmt, hat sie ja doch noch: „Es gibt ja engagierte Leute im Ort.“

Interessenten können sich melden

Wer Interesse hat, den Kinderwarenbasar künftig zu veranstalten oder in anderer Form fortzuführen, kann sich im Rathaus Peißenberg unter der Telefonnummer 08803/ 6900 melden.

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