Vor der  Rigi-Rutsch‘n bildete sich eine Schlange von 100 Metern.
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„Rigi-Rutsch’n“ gestern gegen 15 Uhr: rund eine halbe Stunde Wartezeit und eine Schlange von 100 Metern.

Wegen-Corona-Krise

„Ausnahmejahr“ für die „Rigi-Rutsch’n“

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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„Gemischt“ gelaufen ist nach Auskunft von Ingrid Haberl bislang das Betriebsjahr 2020 in der „Rigi-Rutsch’n“. Die Gemeindewerksleiterin spricht im Hinblick auf die Corona-Krise von einem „Ausnahmejahr“. Allerdings: Die Gesamtlage des Gesundheits- und Bäderparks zeigt positive Entwicklungen.

  • Schlechtes Wetter zu Saisonstart
  • Besucherzahlen pendeln sich ein
  • Sommersaison soll am 7. September enden

Peißenberg – Dass es heuer in der „Rigi-Rutsch’n“ keine Rekordbadesaison werden wird, war im Zuge der Corona-Krise klar. Das Freibad konnte erst am 8. Juni geöffnet werden – und das nur unter Einhaltung von strengen Schutzauflagen. In den Becken durften sich zum Beispiel anfangs nicht mehr als 50 Badegäste gleichzeitig aufhalten. Im Restmonat Juni verzeichneten die Gemeindewerke nur 3586 Besucher, was zum Teil auch am mäßigen Wetter lag. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr zählte man im vollen Monat Juni den Rekordwert von rund 31000 Badegästen.

Besser sieht die Bilanz hingegen im Juli aus: Bis zum 20. Juli passierten 6030 Besucher das Kassendrehkreuz. Im Vorjahr waren es – ohne Corona – 7005, aber im gesamten Monat Juli. „Das ist eine gute Tendenz“, meint Gemeindewerksleiterin Ingrid Haberl. Gleichwohl ist der Chefin des Kommunalunternehmens (KU) bewusst, dass die Öffnung in Pandemiezeiten finanziell alles andere als eine Erfolgsgeschichte ist. Allerdings sieht sie die Angelegenheit pragmatisch: „Der Betrieb eines Freibads ist immer ein Zuschussgeschäft.“ Zudem verweist Haberl auf den Sinn und Zweck der „Rigi-Rutsch’n“: „Für Peißenberg hat sich die Öffnung ganz sicher gelohnt. Die ,Rigi-Rutsch’n‘ ist dafür da, dass die Bürger ins Freibad gehen können. Das ist keine Frage des Geschäfts.“ 2020 sei ein „Ausnahmejahr, das man einfach verdauen können muss“. Das Freibad auch in Krisenzeiten zu nutzen, so Haberl, sei allemal besser, als es geschlossen zu halten.

im januar registrierten die Werke 1930 Besucher

Am 7. September soll die Sommersaison beendet werden – wobei sich die Gemeindewerke noch ein kleines Hintertürchen offenlassen. Wenn das Wetter im Spätsommer richtig gut sein sollte, dann könnten kurzfristig noch ein paar Badetage drangehängt werden: „Man muss dieses Jahr einfach anders betrachten. Viele Leute fahren ja nicht in den Urlaub“, erklärt Haberl. Auch wenn die bisherigen Umsatzzahlen weit unter denen im Vorjahr liegen, ist die KU-Chefin mit der Entwicklung des Gesundheits- und Bäderparks sehr zufrieden. Ein Indiz dafür sind die Besucherzahlen in der Sauna vor dem Corona-Lockdown im März. Im Monat Januar registrierten die Werke 1930 Besucher. Im Vorjahr waren es zum selben Zeitpunkt nur 1803. Der Trend setzte sich im Februar und in der ersten Märzhälfte fort.

Verluste sind nicht mehr ganz so hoch

Obwohl man derzeit aufgrund der Hygiene- und Abstandsregeln nur die Blockhaussauna, also nicht die gesamte Saunalandschaft anbieten kann, haben sich die Besucherzahlen trotz Corona schon wieder auf das Vorjahresniveau eingependelt.

Auch die Gesamtbetriebsergebnisse des Bäderparks haben sich in den vergangenen Jahren zum Positiven verbessert. Die Verluste sind nicht mehr ganz so hoch. Und Haberl hofft, dass das Gegenfinanzierungskonzept mit dem ambulanten Rehazentrum in den nächsten Jahren richtig greifen wird. Rund eine halbe Million Euro, so der Plan, soll das im „Rigi-Rutsch’n“-Betriebsgebäude untergebrachte Therapiezentrum im Jahr abwerfen und das Bäderpark-Minus abfedern: „Wenn das aufgeht“, so Haberl, „dann haben wir ganz andere Verhältnisse.“

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