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Gedenken einem Widerstandskämpfer, der sich zu seiner Heimat bekannte: (v.l.) Karl Hammer, Beisitzer und Sprecher des Freundeskreises Ortsgeschichte Pähl-Fischen, Renate Haushofer und Leonhard Bartl, Vorsitzender des Freundeskreises, bei der Vernissage zur Ausstellung über Albrecht Haushofer, der vor dem NS-Regime von Berlin nach Pähl, Kerschlach und Garmisch-Partenkirchen flüchtete. 

Ausstellung zu Albrecht Haushofer

Erinnerung an einen, der sich den Nazis widersetzte

Pähl - In der „Kleinen Schule“ in Pähl wurde die Ausstellung zu Albrecht Haushofer eröffnet. Unter den rund 60 Gästen war auch eine Verwandte,

Organisator Leonhard Bartl vom Freundeskreis Ortsgeschichte Pähl-Fischen konnte zufrieden sein: Die ehemalige „Kleine Schule“, worin am Sonntag die Ausstellung zu Albrecht Haushofer eröffnet wurde, konnte die 60 Vernissage-Gäste kaum fassen. Der im NS-Widerstand engagierte ehemalige Gemeindebürger sei noch ein Orientierungspunkt, sagte der zweite Bürgermeister Alexander Zink. Renate Haushofer kam vom Hartschimmelhof zur Ausstellungseröffnung. Als Ehefrau des verstorbenen Martin Haushofer – ein Neffe Albrechts – war sie dicht umlagert. Sie erzählte einige Anekdoten, unter anderem von der Bekanntschaft der Familie mit Carl Orff. „Ich lebe mit den Ahnen“, sagte die 75-Jährige.

Viele Illustrationen der Textfahnen stammen aus ihrem Hausarchiv, das der im Außenministerium tätige Historiker Ulrich Schlie für die Erstellung der Ausstellung auswertete. „Es war schon 1933 Albrecht Haushofers privat geäußerte Meinung, dass da eine Riesenkatastrophe auf uns zukommt“, sagte Renate Haushofer. Wegen halbjüdischer Familienmitglieder war es nicht ratsam, allzu laut zu werden.

Was die Ausstellung kaum thematisiert, ist Haushofers Verhältnis zum Vater. Der bedeutsame Geograph Karl Haushofer hatte mehr als nur eine nationale Ader. Ein US-Ankläger sah in ihm 1945 sogar den „Godfather“ von Hitlers Lebensraum-Denken. Zu diesem Spagat der Familiengeschichte könnte die Ausstellung noch heftigere Schlaglichter finden als nur den Gästebuch-Eintrag von Führer-Stellvertreter Rudolf Heß im Sommerhäusl nahe der Partnachalm.

Umso höher muss man die geistige Emanzipation Albrecht Haushofers werten. Beispielseiten von seinen Theaterstücken (worin er mit scheinbar antiken Protagonisten vor den Nazis warnte) und seine stilsicheren Zeichnungen aus den „Lebensbüchern“ (erweiterte Tagebücher) zeigen einen universell begabten Feingeist. Gefragt, ob die Gemeinde Pähl nicht ein Denkmal aufstellen könne, erwiderte Zink: „Denkmäler sagen heutigen Generationen nichts mehr.“ Außerdem seien sie zunehmend Vandalismus ausgesetzt. Der Vize-Rathauschef betonte aber, dass die Ausstellung nicht das letzte Steinchen im Erinnern bleiben dürfe. „Die Jugendlichen in unserer Gegend kennen vielleicht die Geschwister Scholl. Dabei ist ihnen gar nicht klar, wie wichtig auch Albrecht Haushofer war.“ 

Die Ausstellung

„Albrecht Haushofer – Literat, Wissenschaftler, Widerstandskämpfer“ ist bis 23. März mittwochs (17 bis 19 Uhr), samstags (10 bis 12 Uhr) und sonntags (11 bis 17 Uhr) zu sehen.

Andreas Bretting

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