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An einem nachgepflanzten Baum an der Südseite der Wohnanlage steht Vroni Preuß. Im Garten links und neben dem Baum rechts im Hintergrund sind ihren Worten nach Bäume gefällt worden. 

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Baumschwund im „Wohnpark“

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Im „Wohnpark 5 Seen“ wurden bereits mehrere Bäume gefällt. Darüber ärgert sich ein Ehepaar, das 2003 in eines der Gebäude gezogen war.

Weilheim – „Wohnpark 5 Seen“ – das klingt nach Natur, nach Grün, nach Bäumen. Und diese Bäume, die in den Plänen verzeichnet waren und auch gepflanzt wurden, waren für das Weilheimer Ehepaar Veronika und Erik Preuß vor 14 Jahren ein wichtiger Grund, in diese Wohnanlage an der Straße „Am Obstgarten“ in Weilheim zu ziehen.

Doch seit sie im April 2003 ihre Eigentumswohnung in einem der beiden leuchtend gelb gestrichenen Gebäudekomplexe des „Wohnparks“ (nahe dem Narbonner Ring) gekauft und bezogen haben, seien die Bäume dort merklich weniger geworden: Das Ehepaar Preuß ärgert sich über einen „Baumschwund“, der von der Mehrheit der Eigentümergemeinschaft zwar teilweise gewünscht sei, aber den Vorgaben des Bebauungs- und Gründordnungsplans der Stadt zuwiderlaufe.

Beim Stadtbauamt sind über die Jahre drei konkrete Anträge für Baumfällungen in dieser Wohnanlage eingegangen, sagt Manfred Stork, Leiter der Bauverwaltung im Weilheimer Rathaus, auf Nachfrage der Heimatzeitung: im Herbst 2012 für eine Linde, im Herbst 2015 für einen Ahorn und eine Buche. Allen drei Baumfällungen hat die Stadt zugestimmt, wobei für zwei der drei Bäume zwingend Ersatzpflanzungen festgelegt wurden. „Weitere Anträge oder Maßnahmen sind uns nicht bekannt“, so Stork.

Veronika und Erik Preuß berichten jedoch, dass bereits 2010 ein Baum und 2011 zwei Bäume in ihrem „Wohnpark“ gefällt worden seien – ohne Ersatzpflanzung. Unterm Strich seien es heute vier Bäume weniger als im Jahr ihres Einzugs. Was für das Ehepaar die ursprüngliche Lebensqualität deutlich schmälert. Vor allem als Lebensraum für Vögel und Insekten trauert es den Bäumen nach. „Einer der gefällten Bäume war eine Linde – im Frühling voller Bienen, im Sommer Futterstelle für Blau- und Kohlmeisen“, erklärt Veronika Preuß. Und fügt an: „Tiere können nicht selbst für ihren Lebensraum eintreten, die Verantwortung liegt bei uns Menschen.“

Dass wohl der ein oder andere Baum ohne Antrag und Genehmigung gefällt wurde, darauf deutet auch eine E-Mail hin, die das Stadtbauamt im Juli 2012 an Andreas Schöttl schickte, einen der beiden Geschäftsführer der für den „Wohnpark 5 Seen“ zuständigen Hausverwaltung. Schöttl hatte damals angefragt, ob für den „Wohnpark“ ein Bebauungs- und Grünordnungsplan bestehe. „Offensichtlich“, so heißt es in der Antwort aus dem Rathaus, „beruhte die Anfrage auf einem Beschluss der Eigentümerversammlung, um wieder einmal einen Baum in der Wohnanlage zu entfernen“. Das Stadtbauamt betonte in der E-Mail, „dass laut Bebauungs- und Grünordnungsplan der Stadt Weilheim in und um die Wohnanlage eine Vielzahl von Bäumen zu pflanzen waren – und damit auch zu erhalten sind“.

Auf „Tagblatt“-Anfrage räumt Hausverwalter Andreas Schöttl ein, dass eine Baumfällung – von der Eigentümergemeinschaft beschlossen, „weil Früchte auf Autos fielen“ – ohne Antrag vorgenommen worden sei: „Wir hatten damals nicht den Kenntnisstand, dass der Grünordnungsplan so tief eingreift.“ Für die drei späteren Anträge an die Stadt habe man dann „eigens die Landschaftsarchitektin dazugeholt, die beim Bau die Planung gemacht hat“.

„Wir Hausverwalter wissen, diese Baumfällsachen sind ganz heiße Kisten“, sagt Schöttl, „wir machen das nie ohne Eigentümerbeschlüsse, und da geht’s oft sehr knapp aus.“ Für den „Wohnpark 5 Seen“ verspricht er: „Wenn da noch Ersatzpflanzungen zu machen sein sollten, dann holen wir das nach.“

Am Geld dürfe das nicht scheitern, meinen Veronika und Erik Preuß. Denn bei einer so großen Anlage wie dem „Wohnpark 5 Seen“ bedeute der Erhalt von Bäumen „nur geringe Kosten für den einzelnen Eigentümer“.

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