+
Arbeiten am Bahnübergang Peißenberg: Hier werden derzeit die Gleise neu gerichtet. 

Zu wenig Personal

Regiobahn muss über Zugausfälle Bericht erstatten

Die Zugausfälle bei der Bayerischen Regiobahn (BRB) zwischen Augsburg und Weilheim sowie bei den Zwischentakten im BRB-Netz beschäftigen die bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) als Auftraggeber für den Schienenpersonennahverkehr.

Weilheim – Wegen einer Schienenverformung ist derzeit die Bahnstrecke zwischen Weilheim und Schongau gesperrt. „Ab Sonntagmorgen sollte alles wieder wie geplant verkehren“, sagte Christopher Raabe, Pressesprecher der Bayerischen Oberlandbahn und der Bayerischen Regiobahn.

Zugleich müssten die BRB und vor allem die Fahrgäste aber personalbedingt sehr viele Zugausfälle hinnehmen. Aktuelle Krankmeldungen hätten zu dem Engpass geführt. „Die Disponenten haben am Donnerstag einen Hilferuf gestartet, dass sie die Schichten nicht zusammenbekommen“, so Raabe. Bei der BRB sei das in dieser Form das erste Mal geschehen. Ähnliche Probleme aber hatte Anfang Juni die Südostbayernbahn (SOB). Dort wurden – wie berichtet – auf der Strecke München–Mühldorf über zwei Wochen Züge wegen Lokführermangels gestrichen.

BEG fordert Initiative, um den Lokführermangels zu beheben

Das Problem ist der Eisenbahngesellschaft hinlänglich bekannt. Die derzeitigen Personalengpässe seien kein spezifisches Problem der Bayerischen Regiobahn, erklärte Pressesprecher Wolfgang Oeser. Mittlerweile seien alle Regionen in Deutschland sowie alle Verkehrsunternehmen davon betroffen. Die BEG fordert eine „bundesweite Initiative, um das deutschlandweite Problem des Lokführermangels zu beheben“. Zugleich erwarte man aber, dass die bestellten Verkehrsleistungen „vollumfänglich erbracht werden“. Die aktuelle Personalsituation sei vorrangiges Thema in den wöchentlichen Gesprächen mit der BRB-Geschäftsführung. Man werde sich ausführlich über den Sachstand und die ergriffenen Maßnahmen zur Verbesserung der Personalsituation unterrichten lassen. „Wir haben die BRB aufgefordert, neben einer nochmals intensivierten kurzfristigen Personalsuche auch ein Ersatzkonzept zu erstellen, welches bei einem knappen Personalbestand für einen stabilen und planbaren Betrieb im BRB-Netz in den kommenden Wochen sorgt.“ Und klar ist auch: Bei Zugausfällen gibt es kein Bestellerentgelt.

Dass die Bayerische Regiobahn für Freitag den Fahrgästen empfohlen hatte, auf alternative Reisemöglichkeiten auszuweichen, wirft laut Fahrgastverband Pro Bahn „ein ganz schlechtes Licht“ auf die Situation des öffentlichen Nahverkehrs, sagt Matthias Wiegner. Die Bezahlung der Lokführer sei zu schlecht, hinzu komme der belastende Schichtdienst. Jahrzehntelang sei das Schienennetz heruntergefahren worden und man habe gesagt: Lokführer braucht es nicht. „Jetzt stehen sie vor dem Dilemma.“

Wie es ab Sonntag aussieht, wird von der Regiobahn kurzfristig entschieden. Die Fahrgäste müssten sich im Internet informieren. Sollten keine Züge fahren, werde man Schienenersatzverkehr bereitstellen. Für die kommende Woche versicherte Raabe, dass im Berufsverkehr und bei der Schülerbeförderung morgens und abends wie auch am Mittag Züge fahren werden. 

Mehr zum Thema: Wut über zu wenige Ersatz-Busse: Junger Mann würgt Fahrdienstleiter - der beißt zu

cm

Wegen einer Störung am Augsburger Hauptbahnhof fallen am Morgen zahlreiche Züge nach München aus. Auch andere Verbindungen sind betroffen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wohnungsbrand in Weilheim: Feuerwehr verhindert Schlimmeres
Zu einem Wohnungsbrand in einem Mehrfamilienhaus ist es am Samstag in Weilheim gekommen. Die Feuerwehr verhinderte Schlimmeres.
Wohnungsbrand in Weilheim: Feuerwehr verhindert Schlimmeres
Frontal in den Gegenverkehr: Peitinger bei Unfall schwer verletzt
Ein schwerer Verkehrsunfall hat sich am vergangenen Freitagabend auf der Umfahrung bei Peißenberg ereignet. Dabei wurde ein Peitinger schwer verletzt.
Frontal in den Gegenverkehr: Peitinger bei Unfall schwer verletzt
Fischerjahrtag in Bernried: Kein gutes Fangjahr
Das Jahr 2019 war nur ein mäßiges Fangjahr für die Berufsfischer am Starnberger See. Wieder einmal. Wie Andreas Gastl beim Fischerjahrtag in Bernried bilanzierte.
Fischerjahrtag in Bernried: Kein gutes Fangjahr
Aufdringliche Gaffer stören Reanimation: Polizei fassungslos - Unfallopfer gestorben
Am Donnerstag verstarb ein Radfahrer. Diese Meldung an sich wäre schon dramatisch genug. Schlimmer wird sie noch durch das Verhalten mancher Zeugen.
Aufdringliche Gaffer stören Reanimation: Polizei fassungslos - Unfallopfer gestorben

Kommentare