Mit dieser 900 aus Blumen erinnerte der örtliche Gartenbauverein 2020 an „900 Jahre Kloster Bernried“. Die Festivitäten zum Jubiläum mussten aber coronabedingt verschoben werden. Das Bild zeigt Maria Nötting und Lothar Gössinger vom Gartenbauverein.
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Mit dieser 900 aus Blumen erinnerte der örtliche Gartenbauverein 2020 an „900 Jahre Kloster Bernried“. Die Festivitäten zum Jubiläum mussten aber coronabedingt verschoben werden. Das Bild zeigt Maria Nötting und Lothar Gössinger vom Gartenbauverein.

Planungen für Feierlichkeiten wieder aufgenommen

„901-Jahr-Feier“ mit Gerhard Polt?

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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2020 sollte in Bernried eigentlich groß gefeiert werden. Doch die Festivitäten zum 900-jährigen Klosterjubiläum mussten wegen der Corona-Krise verschoben werden. Nun sollen die Planungen für die Feierlichkeiten wieder aufgenommen werden – unter anderem in Kooperation mit dem „Forum Humor“.

Bernried – 900 Jahre Kloster Bernried: Eigentlich war im vergangenen Jahr schon alles für eine große Jubiläumsfeier bereitet – vom Festlogo über das kulturelle Begleitprogramm bis hin zur Festwoche als Höhepunkt. Doch die Pandemie machte die Planungen zunichte. Im Nachhinein sind die Bernrieder über die Verschiebung heilfroh. Denn unabhängig von Corona wäre es wohl keine unbeschwerte Feier geworden. Im Frühjahr 2020 sickerte nämlich langsam durch, dass die Missions-Benediktinerinnen eventuell zur Schließung des Bildungshauses gezwungen sein könnten. Die Zukunft des Klosters hing auf einmal am seidenen Faden. „Das wäre eine mittlere Katastrophe gewesen, wenn wir erst das Jubiläum ausladend gefeiert, und dann im August die Klosterschließung verkündet hätten“, konstatierte Bürgermeister Georg Malterer (ÜFW) in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Bekanntlich hat sich die Lage rund um das Kloster mittlerweile entspannt. Die Gemeinde möchte die Klosterimmobilie kaufen und das Bildungshaus übernehmen. Auch soll im Ostflügel des am Starnberger See gelegen Gebäudeensembles die Grundschule einquartiert werden. Derzeit werden mit den Missions-Benediktinerinnen die Vertragsdetails geregelt.

Einer unbeschwerten Jubiläumsfeier steht also nicht mehr viel im Weg. Doch wann werden die Festivitäten stattfinden? Wird die Corona-Krise eine „901-Jahr-Feier“ zulassen? „Wir wissen es nicht, ob es dieses Jahr schon geht“, räumte Malterer im Gemeinderat zwar ein, „aber wir können die Planungen nicht immer nur ruhen lassen.“ Es werde bestimmt eine „Nach-Corona-Zeit“ geben, in der gefeiert werden könne.

Und genau dafür wollen die Bernrieder gerüstet sein: „Man darf nicht immer nur die Unwägbarkeiten vor Augen haben“, argumentierte Malterer: „Planen kann man immer – und das macht ja auch Spaß. Und alles, was man jetzt plant, ist ja nicht verloren oder aufgehoben.“ Erste Kontakte hat der Rathauschef bereits geknüpft – und zwar anlässlich einer Ausstellung von Karikaturist Peter Gaymann im Buchheim-Museum (Virus-Visionen“) zur Münchner Initiative „Forum Humor“. Das Netzwerk aus namhaften Künstlern wie Kabarettist Gerhard Polt und Gaymann verfolgt das Ziel, die alte „Viehbank“ im Münchener Schlachthofviertel in ein „Museum für Humor und komische Kunst“ umzubauen. Die Pläne ziehen sich aber in die Länge, so dass Bernried in Verbund mit der verschobenen Klosterjubiläumsfeier kurzfristig zu einer Art „Außenstelle“ des Forums werden könnte.

Denkbar sind laut Malterer eine Ausstellung mit Skulpturen und Installationen, ein Kabarettauftritt von Polt und den Wellbrüdern im Sommerkeller oder ein Open-Air-Kabarett im Klosterhof. Erste Gespräche haben bei einem Ortstermin bereits stattgefunden. Im Gemeinderat stieß die mögliche Kooperation mit dem „Forum Humor“ auf großen Zuspruch. Dritter Bürgermeister Markus del Fabbro (Bürgerliste) sprach von einer „super Sache“ und einer „großen Chance für Bernried“. Roland Seidl (ebenfalls Bürgerliste) dachte bereits an eine längerfristige Zusammenarbeit: So könne das „Forum Humor“ beim Betrieb und der Vermarktung des Sommerkellers ein „guter Türöffner“ sein. Die Initiative verfüge jedenfalls über beste Kontakte in die Kulturszene.

Auch Katja Burgkart (ÜFW) war begeistert: „Eigentlich kann man eine so große Feier wie das Jubiläum gar nicht besser begehen als mit Kabarett – und nach 2020 ist das ,Forum Humor‘ dazu die allerbeste Wahl.“

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