Lawinenabgänge in den Chiemgauer Alpen - verschüttete Personen vermutet

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Abwasserverband Starnberger See

Fremdwasser: Mehr Prüfungen pro Jahr

Bernried -  Jede Menge Sitzfleisch mussten die Mitglieder der Vollversammlung des Abwasserverbands Starnberger See (AV) bei ihrer Tagung in Bernried beweisen. Über drei Stunden lang beschäftigte sich das Gremium im Hotel „Seeblick“ mit einer prallgefüllten Tagesordnung.

Unter anderem wurde einstimmig der Haushalt für 2016 verabschiedet (siehe Kasten) und die Niederschlagswassergebühr neu festgesetzt.

Als Ergebnis einer Hochrechnung vom Herbst werden statt 0,85 Euro/Quadratmeter pro angeschlossener, versiegelter Fläche rückwirkend zum 1. Januar 2014 nur noch 0,67 Euro fällig – wobei: „Wegen zeitlicher und personeller Engpässe“, wie es in der Sitzungsvorlage formuliert wurde, sind bisher weder Flächenfeststellungs- noch Niederschlagswassergebührenbescheide verschickt worden. Heuer soll die gesenkte Gebühr aber erstmals in allen acht Mitgliedskommunen erhoben werden.

Zur Sprache kam bei der Versammlung auch das Langzeitprojekt „Sanierung und Untersuchung der Grundstücksentwässerungsanlagen“ (GEA), mit dem der Fremdwasseranteil im Kanalsystem peu à peu verringert werden soll. Rund 15 000 private Anschlüsse müssen dabei begutachtet werden. 2016 sollen 300 Untersuchungen über die Bühne gehen – in Starnberg, Höhenrain und Seeshaupt. In der Folgezeit will man auf 500 Prüfungen pro Jahr aufstocken, was AV-Stabsstellenleiterin Margot Große als „sportlich“ bezeichnete. Josef Leis indes widersprach: Der Münsinger Gemeinderat mahnte eine Straffung des Zeitrahmens (bis zu 30 Jahre) und eine „Erhöhung der Schlagzahl“ an.

Kritik an Pflege des Kanalnetzes

„Wenn es möglich ist“, versprach Verbandsvorsitzender Rupert Monn, „dann machen wir es schneller. Wo man Schäden vermutet, wird man auch früh erste Erfolge erzielen.“

Eine weitere kritische Anmerkung gab es in der Versammlung hinsichtlich der Pflege des Kanalnetzes. Doch Monn konterte: „Es ist definitiv nicht so, dass kein Spülwagen mehr fährt. Die Spülung ist nach wie vor gewährleistet.“ Einstimmig beschlossen wurde von der Versammlung der Bau von zwei neuen Blockheizkraftwerken an der Kläranlage in Starnberg. Die 1,41 Millionen Euro teure Investition soll das fast 20 Jahre alte und vom Wirkungsgrad her nicht mehr moderne BHKW ersetzen. Ebenfalls einhellig abgesegnet wurde eine Projektkosten-Erhöhung für den derzeitigen Neubau des Kläranlagenbetriebs- und Werkstättengebäudes. Der Volumenanstieg um neun Prozent auf nunmehr 7,24 Millionen Euro ergab sich, weil belastetes Bodenmaterial entsorgt werden musste.

Bernhard Jepsen

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