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In bestem Licht: Fritz Mühlenbeck mit seinen Werken „Starke Strömung“ (r.) und „Himmelsleiter“ in Bernried.

Ausstellung mit Werken von Fritz Mühlenbeck in Bernried  

Faszination „Glas“

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Zu jeder Tageszeit anders, aber immer verzaubernd,  sind die Glaswerke von Fritz Mühlenbeck.  Sie sind jetzt in der „Galerie Marschall“ zu sehen. 

Bernried – „Das Glas ist das beste Material, um die Welt nicht anzuschauen sondern durchzuschauen“, so zitierte Galeristin Martina Marschall bei der Eröffnung der neuen Ausstellung am Sonntag Franz Marc. Vorgestellt wird der Glaskünstler Fritz Mühlenbeck aus Weil im Schönbuch (Baden-Württemberg), der sich seit seiner Kindheit für die Malerei begeisterte, aber ob der Notwendigkeit, seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, zunächst einen anderen Weg ging. Er landete in einem kaufmännischem Beruf, malte in seiner Freizeit Aquarelle, Acrylgemälde und übte sich ein Leben lang im Zeichnen.

Als Mühlenbeck für mehrere Jahre in Paris lebte, besichtigte er die Kathedralen von Chartres, Reims, Amiens und Beauvais, bewunderte die großartigen Fenster. Aber erst der Besuch des Ulmer Münsters gab den Ausschlag, dass er sich als Glasmaler ausbilden ließ. In der Kirche hat er sein Medium gefunden, und bis heute ist die Kirche ein wichtiger Auftraggeber. So verwundert es nicht, dass immer wieder sakrale Themen in seinen freien Arbeiten auftauchen. Selbst seine abstrakten Glasstelen und -bilder umgibt ein Hauch Spiritualität.

Als Mühlenbeck vor 21 Jahren anfing, sich mit dem Material Glas auseinanderzusetzen, eignete er sich professionell sein Fachwissen an, lernte in einer der bekanntesten Glaswerkstätten Europas, bei „Saile“ in Stuttgart, verschiedene Techniken: Fusion-Technik, Bleiverglasung, das Malen mit Schwarzlot und Silbergelb und ein phototechnisches Verfahren, mit dem sich feinste Linien mittels Sandstrahlen in die Glasfläche gravieren lassen.

Heute beherrscht er die Kunst, verschiedenfarbige, einzeln gestaltete Glasplatten im Ofen so zu einem Block zu verschmelzen, dass die Farben nicht verlaufen – und er hat die Geduld, seine Glasblöcke tagelang im Ofen abkühlen zu lassen, um ein Springen des Glases zu verhindern. Im großen wie im kleinen Format bündeln sich die vielen Schichten mehrfarbiger Glasplatten zu einem einzigen kompakten, gleichwohl transparenten Glaskörper. Rechteckige Formen geben einen ruhigen Rahmen für das lebhafte Farbspiel, das sich durch hindurchscheinendes Licht entfaltet und den Betrachter verzaubert. „Glas ohne Licht schläft“, sagt der Künstler, aber die unterschiedlichen Lichtsituationen verändern die Kunstwerke, die im Mittagslicht klar strahlen, im Abendlicht mystisch geheimnisvoll glimmen. Vollends verzaubert ist man, wenn die farbigen Schattenwürfe des Lichts auf den Wänden wandern und ein Eigenleben führen.

Zu sehen

bis 20. August in der „Galerie Marschall“ in Bernried: Sa/So 11-18 h und nach Vereinb. (08158/997917).

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