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Vollendete Tatsachen: Der Beachsoccer- und Volleyballplatz wurde ohne Genehmigung realisiert. 

Beachsoccer- und Volleyballplatz für „Marina“

Erst kam der Bau, dann der Antrag

Für Beachsoccer- und Volleyballplatz  fehlte dem Hotel „Marina“ die Genehmigung. Der Bernrieder Gemeinderat zeigte sich nachsichtig.

Bernried – Mit einem Bauantrag des „Marina“-Hotels für einen Beachsoccer- und Volleyballplatz sowie einer mobilen Bar mit Liegestühlen und Gartenmöbeln musste sich der Bernrieder Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschäftigen. Das Gremium segnete die Freizeitanlage einstimmig ab – allerdings zähneknirschend. Der Grund für den Unmut: Das Marina-Hotel hat längst vollendete Tatsachen geschaffen – sprich: Der Beachsoccher- und Volleyballplatz samt mobiler Bar wurde bereits errichtet. „Das Ding steht doch bereits. Ich frage mich, über was wir hier eigentlich noch reden“, ärgerte sich Christine Philipp (Bernrieder Liste) ebenso über den nicht eingehaltenen Verfahrensweg wie Fraktionskollege Dr. Achim Regenauer: „Das ist eigentlich hanebüchen.“

Die Freizeitanlage wurde zwischen dem Nachtclub „Saustall“ und dem ehemaligen Hofgut situiert. Das Projekt ist laut Bürgermeister Josef Steigenberger offenbar „peu à peu“ realisiert worden: „Früher war dort ein Betonfleck und eine Odelgrube“, erklärte der Rathauschef.

Auch Vize-Bürgermeister Robert Schiebel versuchte, die Angelegenheit zu relativieren: „Das mit dem nachgereichten Bauantrag ist ein Schönheitsfehler. Wir sollten nicht so weit gehen, uns da jetzt querzustellen.“

Zustimmung nur befristet

Das tat der Gemeinderat auch nicht, allerdings wurde das Plazet für den Bauantrag lediglich mit einer zweijährigen Befristung ausgesprochen. In dieser Zeit sollen unter anderem die Lärmemissionen untersucht werden. Außerdem ist noch zu klären, ob das Projekt eine Bebauungsplanänderung erfordert.

Bernrieds Ortsplaner Rudolf Reiser hatte die Freizeitanlage in einer schriftlichen Stellungnahme aus städtebaulicher Sicht goutiert und als „Gewinn für die Jugend“ bezeichnet. Auch liege der Beachsoccer- und Volleyballplatz in „gebührendem Respektabstand“ zum Seeufer.

Und warum hat das „Marina“-Hotel den Bauantrag nicht bereits vor der Errichtung gestellt? Trotz Nachfrage der Heimatzeitung war von der Hotelleitung dazu keine Stellungnahme zu erhalten.

Bernhard Jepsen

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