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Provisorium: Unter diesen Bedingungen wird derzeit in Otjomuro unterrichtet - die Baracke soll durch einen stabilen Fertigbau ersetzt werden.

Schulbau in Namibia ist gestartet

Afrika-Projekt aus Bernried in sechs Monaten gestemmt

Freude in Bernried: Das dort ins Leben gerufene Afrika-Projekt ist erfolgreich – der Schulbau in Namibia ist gestartet. In nur sechs Monaten wurde die Finanzierung über Spenden gesichert. Doch Schluss ist noch nicht.

Bernried– Gustl Thalmayer hatte eine Vision: Eine Schule wollte der Bernrieder in Namibia bauen. Genauer gesagt, in Otjomuru. Dort im Kaokoland, circa 900 Kilometer nördlich von Windhuk, an der Grenze zu Angola, soll die Bildungseinrichtung im Siedlungsgebiet der Ovahimbas, ein Unterstamm der Hereros, entstehen. Der 82-Jährige hob dazu im Mai mit einigen Mitstreitern einen Förderverein aus der Taufe, holte sich die Stiftung „Fly & Help“ von Reiner Meutsch ins Boot und startete eine Spendensammlung.

Thalmayers Projekt stieß auf offene Ohren. Die Unterstützung war groß. Privatpersonen und lokale Firmen spendeten. Auch die örtlichen Grundschüler sammelten mit Projekten Geld. Der Absatz von symbolischen kleinen Bausteinen brummte: Circa 800 Stück wurden bislang für den guten Zweck in Geschäften verkauft. „Wir haben unser Ziel fast erreicht“, bilanziert Thalmayer nach nur sechs Monaten zufrieden. „Daran habe ich nicht im Traum gedacht, dass das Projekt in so kurzer Zeit realisiert wird.“ Rund 32 000 Euro sind an Kosten für die Schule im Baukastenprinzip angesetzt. Stolze 30 000 Euro hat der Projektinitiator schon zusammen. Das reicht: Die Stiftung „Fly & Help“ hat nun mit dem Bau begonnen, erfuhr der Bernrieder jetzt vom Projektpartner. Der Start erfolgte dank der erfolgreichen Spendensammlung frühzeitig. Mitten im Busch wurde bereits eine Stromleitung nach Otjomuro verlegt und ein Sendemast aufgestellt.

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Die Fundamente für die Schule sind auch schon gesetzt, für den offiziellen Baubeginn wird hoher Besuch erwartet: Die ehemalige Vize-Premierministerin Libertine Amathila hat ihr Erscheinen angekündigt. Die langjährige und erst jüngst für ihr Engagement ausgezeichnete namibische Politikerin hat sich bereits in Otjomuru betätigt und dort ein kleines Krankenhaus sowie ein Hostel errichten lassen. Für Thalmayer ist der Besuch der prominenten Politikerin ein gutes Zeichen: „Das Projekt wird in der Hauptstadt Windhuk wahrgenommen.“

Für die Schule sind zwei Klassenzimmer sowie eine Küche mit Speisesaal geplant. Die Regierung habe sich bereit erklärt, die Lehrer und die Essensversorgung der Schüler zu finanzieren. Doch die Dorfentwicklung soll weit darüber hinausgehen, berichtet Thalmayer voller Stolz: „Es ist rund um die Schule eine kleine Siedlung geplant.“ Das wäre „sensationell“, wenn dort etwas Dauerhaftes für die Lebensverhältnisse der Menschen entstehen würde, meint der Bernrieder.

Ein ähnliches Afrika-Schulprojekt in Togo läuft seit zwei Jahren in Weilheim: Die Unternehmerin und Stadträtin Uta Orawetz sowie Mitorganisator Gerd Veit haben es ebenfalls über „Fly & Help“ initiiert – die Schule wird wohl im Januar 2020 eingeweiht. In Bernried freut sich Gustl Thalmayer, dass sein Projekt dank der „großen Hilfsbereitschaft und Aufgeschlossenheit“ so schnell umgesetzt werden kann. Mit dem Schulhausbau soll es in Otjomuru allerdings nicht getan sein: „Wir verfolgen dass in jedem Fall weiter und betreuen es“, kündigt Thalmayer an. Deshalb freut er sich über weitere Spenden, zum Beispiel für Schulkleidung und Materialien für den Unterricht.

Spendenkonto: Fly & Help, Reiner-MeutschStiftung, IBAN DE94 5739 1800 0000 0055 50, BIC GE NODE51WW1. Unbedingt Verwendungszweck „Schule Bernried/Tutzing“ angeben. 

Kontakt: Gustl Thalmayer, Tel. 0170/809 23 80.

Andreas Baar

Auch in Weilheim gibt es ein von „Fly & Help“ unterstütztes Projekt: „Weilheimer Schule“ entsteht in Togo

Mehr zu dem Projekt aus Weilheim: Eine Schule für Afrika – und jeder kann mitbauen

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