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Das ist keine Kunst, das kann weg: Bernrieds Geschäftsleiter Walter Rudy vor der – wieder einmal – gesprungenen Scheibe im Sitzungssaal des Rathauses.

Grund ist erstaunlich

Modern - aber unpraktisch: Glasfront an Bernrieder Rathaus bricht schon wieder

Das Bernrieder Rathaus mit seiner großen Glasfront ist super-modern - doch offenbar nicht ganz bruchsicher. Zum zweiten Mal ist die Scheibe des Sitzungssaals gebrochen. Schuld war das schöne Wetter.

Bernried – Irgendwie passt sie zur modernen Architektur des Bernrieder Rathauses, die gesplitterte Hälfte der großen Glasfront im Sitzungssaal. Doch das „wunderbare Kunstwerk“, wie Bürgermeister Josef Steigenberger in der Gemeinderatssitzung die Fensterscheibe ironisch bezeichnete, ist nicht das Resultat von gestalterischer Handwerkskunst, sondern die Glasfläche ist schlichtweg kaputtgegangen – und das bereits zum zweiten Mal. 

 Der Grund für das Bersten der Scheiben ist ihr empfindlicher Nickelsulfideinschluss. Scheint nach einer Kälteperiode mit zweistelligen Minusgraden die Sonne auf die Fensterscheibe, kann es im Zuge der Temperaturschwankung zu Spontanbrüchen kommen. Die Wahrscheinlichkeit für solche Brüche lag laut Bürgermeister Steigenberger im Fall der Bernrieder Rathausscheiben bei gerade einmal drei Prozent. In der Realität können allerdings durchaus ein paar Punkte draufgerechnet werden. Griff beim ersten Mal noch die Gewährleistung, kommt der Austausch der aktuell kaputten Scheibe ziemlich teuer.

Für die Aktion muss eigens ein Autokran anrücken. Die Glasfront wiegt nämlich satte 300 Kilo. Der Gemeinderat vergab die Baumaßnahme an eine Firma aus Diemendorf zum Angebotspreis von knapp 9000 Euro. In der Ausschreibung wurden noch wesentlich teurere Kalkulationen abgegeben. Das höchste Angebot lag bei sage und schreibe 20 000 Euro. Bei der neuen Scheibe handelt es sich laut Steigenberger um eine eigens getestete Scheibe: „Die Wahrscheinlichkeit, dass es die zerreißt, liegt dann nur noch bei 0,03 Prozent“, so der Bürgermeister. Was mit dem „wunderbaren Kunstwerk“ passiert, ist noch nicht abschließend geklärt. Sehr wahrscheinlich wird es entsorgt oder aber als Raumteiler respektive für Lichtinstallationen im Sommerkeller eingesetzt. Bereits die erste kaputte Scheibe wurde in das historische Kellergewölbe verfrachtet.

jep

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