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Im Buchheim-Museum wird es langsam eng

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Von: Bernhard Jepsen

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Auch wenn es noch keine konkreten Pläne für die Erweiterung des Buchheimmuseums gibt – die Gemeinde möchte den Weg dafür ebnen. Schon jetzt wird es im Museum langsam eng. © Foto: Michael Lennecke

Im Bernrieder Gemeinderat gibt es derzeit Überlegungen, für das Sondergebiet „Buchheim-Museum“ einen Gesamtbebauungsplan aufzustellen. Auf diese Weise könnte die Möglichkeit geschaffen werden, den Museumsbetrieb baulich weiterzuentwickeln.

Bernried – Kein Zweifel, das Buchheim-Museum am Starnberger See ist einer der Hauptanziehungspunkte im Landkreis. Die Besucherzahlen pendeln sich inzwischen auf etwa 100 000 pro Jahr ein. Das 2001 eröffnete Museum beherbergt eine der größten Expressionisten-Sammlungen im deutschsprachigen Raum. Mit der Leihgabe des Würzburger Kunstsammlers, Hermann Gerlinger, kamen vor einem Jahr noch einmal rund 1200 Werke von namhaften Brücke-Künstlern hinzu. Die Folge: Es wird langsam eng in dem mit einer Hauptnutzfläche von 4000 Quadratmetern ausgestatteten Museum.

Konkrete Pläne für eine Erweiterung gibt es derzeit noch keine – „nicht mal ansatzweise“, wie Bürgermeister Josef Steigenberger auf Nachfrage der Heimatzeitung bestätigt. Dennoch, so der Rathauschef, müsse man an die Zukunft denken – und die Gelegenheit, entsprechende Planungsvoraussetzungen zu schaffen, würde sich derzeit anbieten.

Zum Hintergrund: Das Museum möchte südlich des Ausstellungsgebäudes auf Gemeindegrund ein temporäres Zirkuszelt errichten, um dort in den Sommermonaten seine Malschule – das „Labor der Phantasie“ – unterzubringen. Das Problem: Das ins Visier genommene Areal liegt im Landschaftsschutzgebiet. Die Stellungnahmen im Rahmen des eigens für die beabsichtigte Zeltaufstellung eingeleiteten Bebauungsplanverfahrens fielen bislang von Seiten der beteiligten Behörden entsprechend negativ aus. Unter anderem wird die lange Zelt-Standdauer kritisiert, die aufgrund der zu erwartenden Beschädigung der ökologisch wertvollen Wiesenfläche quasi zu einer dauerhaften Versiegelung führe. Die Schlösser- und Seenverwaltung lehnt ferner die Aufstellung von Toilettencontainern kategorisch ab.

Fazit: Die Chancen, dass die Behörden den Bebauungsplan und damit die Aufstellung des Zirkuszelts in der Grünfläche genehmigen, stehen schlecht. Auch der Bernrieder Gemeinderat hält hinsichtlich der Malschule andere Standorte für geeigneter – und zwar in unmittelbarer Nähe zum Museum.

Das von Architekt Günter Behnisch entworfene, schiffs- bzw. unterseebootförmige Gebäude liegt in einer planungsrechtlichen Sondergebietszone. Bis vor kurzem wäre dort die Errichtung von Hochbauten auch ohne Bebauungsplan möglich gewesen. Allerdings haben sich die Vorschriften inzwischen geändert. Der Bernrieder Gemeinderat liebäugelt deshalb damit, einen umfassenden Bebauungsplan für das Buchheim-Museum aufzustellen, der eine Erweiterung des Gebäudes und einen direkten Anbau für die Malschule ermöglicht. „Damit könnten wir mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen“, erklärte Steigenberger im Gemeinderat: „Das Museum muss sich an manchen Stellen vergrößern können, damit es attraktiv bleibt.“

Die Museumspolitik habe sich unter der Leitung von Daniel J. Schreiber verändert, so gebe es inzwischen einen regen Austausch mit anderen Museen. „Das Buchheim-Museum ist voll mit Kunstwerken“, so Steigenberger über die begrenzten Raumkapazitäten. Der Vorschlag für die Aufstellung eines „Gesamtbebauungsplans“ müsse mit der Buchheim-Stiftung und den Nachfahren von Günter Behnisch besprochen werden. „Vielleicht bekommt das U-Boot ja irgendwann einmal links oder rechts einen Schwimmkörper dazu“, sagte Steigenberger schmunzelnd.

Von Bernhard Jepsen

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