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46. Bernrieder Kunstausstellung:  Frisch, innovativ und abwechslungsreich

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„Luna“ heißt dieses Ausstellungsstück des Bildhauers Ernst Grünwald, das im Sommerkeller zu sehen ist.
„Luna“ heißt dieses Ausstellungsstück des Bildhauers Ernst Grünwald, das im Sommerkeller zu sehen ist. © EMANUEL GRONAU

Ein Querschnitt durch das kreative Geschehen am See ist bei der 46. Bernrieder Kunstausstellung zu sehen. Um es mit den Worten einer Besucherin zu umschreiben: „Oh mein Gott, ist das schön.“

Bernried – „Bernried ist ein Künstlerdorf, das adelt uns“, sagte Bürgermeister Georg Malterer – und freute sich voller Stolz, dass die Gemeinde die Tradition großer Vorgänger wie Wilhelm Leibl und Lovis Corinth fortsetzt. Nicht angestaubt, sondern nach viereinhalb Jahrzehnten immer noch frisch und innovativ: Die 46. Bernrieder Kunstausstellung ist ein Querschnitt durchs kreative Geschehen am See, gestaltet von 34 Künstlern, verteilt auf vier Ausstellungsorte.

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Bernrieder Kunstausstellung: 1000 Quadratmeter Ausstellungsfläche im Sommerkeller

Bei der Eröffnung zeigte sich bei bestem Spazierwetter, dass man locker einen Tag damit verbringen kann, sich inspirieren zu lassen: Eine kleine Schau ist jeweils in der Torbogenhalle im Klosterhof und im Salettl des Gasthauses „Drei Rosen“ untergebracht. Das Buchheim Museum hat den Veranstaltungssaal freigeräumt für eine Auslese. Das Herzstück aber ist der Sommerkeller, frisch und stilvoll renoviert: Allein die Ziegelbogen-Hallen sind einen Blick wert. Auf 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche ist hier eine immense, großformatige Fülle an Arbeiten bestens getaktet.

Das Werk „Ich bin alles“ von Rita Wissing.
Das Werk „Ich bin alles“ von Rita Wissing. © EMANUEL GRONAU

Landschafts-Magie, Lebenslinien, experimentelle Farbschüttungen, hintergründige Porträts, Comicartiges, Grenzgänge zwischen im- und expressionistischem Streben und immer wieder die Essenz eines Motivs, einer Region, einer Stimmung, weit weg vom Realismus, gefiltert, kondensiert und deswegen umso intensiver spürbar: All das gilt es zu erleben.

Fast scheint es, als wurde ein Gegenpol gesucht zu den unruhigen und unlustigen Zeiten, ein Ventil nach den letzten Pandemie-beschränkten Ausstellungen. Fazit einer Besucherin: „Oh mein Gott, ist das schön.“ Dem muss man nichts entgegensetzen – außer vielleicht die berührende Installation in einer Nische, die hinter Schilf eine (Zu-)Flucht thematisiert.

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Die Künstler der 46. Bernrieder Kunstausstellung

Bernrieder Künstler: Stefanie Aufmuth, Katrin Bach, Bernd Bach, Jessica Bäurle, Julia Compagnon, Gerd Eisenblätter, Monika Grashäuser, Gloria Hinkel, Manfred Hinkel, Christian Honold, Robert Ischwang, Ingrid Klemm-Beyer, Doris König, Luise März, Yvonne Neff, Christine Philipp, Phi Plankenhorn, Babette Rafael Romani, Renate Seeger, Andrea Wedel, Rita Wissing.

Gäste: Doris Heidenberger, Fancher Brinkmann, Wieland Hölzel, Ulrike Gerd Hartmann, Susanne Meyer, Viktoria Gertrud Müller, Iris Schilcher, Philipp Grieb, Stefanie von Quast.

Bildhauer: Ilse Bill, Ernst Grünwald, Viktoria Gertrud Müller, Stefanie von Quast, Marinus Wirtl, Zsolt Zrinyi. 

Bernrieder Kunststausstellung: Überraschungen sind garantiert

Im Zentrum der Räume ist die Skulptur, die in vielerlei Hinsicht besonders hervorsticht. Es tummeln sich Selfie-Queens in Bronze, Auszeiten werden skulptural greifbar. Dort schält sich eine Rinden-Frau, ein Türflügel-Schmetterling hervor, hier grüßt ein Faun mit hinterfotzigem Charme. Schimmernd überzogene Keramik zeigt die Drei-Promille-Miene und den jungspundigen „Diggä“. Bronze-Schweine im Handstand oder auf Wolken schwebend sorgen unwillkürlich für ein Lächeln. Und komplizierte kinetische Skulpturen können von den Besuchern selbst in Gang gebracht werden: Überraschungen garantiert.

Viele Werke sind im Sommerkeller zu sehen.
Viele Werke sind im Sommerkeller zu sehen. © EMANUEL GRONAU

Auch im Buchheim Museum hatte man sichtlich Freude daran, dem Ausstellungsformat nun zum sechsten Mal Raum zu geben: Für Direktor Daniel J. Schreiber ist das „experimentelle Denken“, das die Kunst präsentiert, lebenswichtig, in ihrer Emotionalität solidarisierend und schlussendlich ein Evolutionsfaktor. Hier reichen die zeitgenössischen Kreativ-Interventionen demgemäß auch in mehrere Ausstellungsbereiche hinein.

Die Ausstellung ist in Sommerkeller, Klosterhof und Salettl bis 15. August zu sehen: werktags 14-19 Uhr, Sa/So/Feiertage 10-19 Uhr. Eintritt frei. Buchheim Museum bis 20. November: täglich (außer Mo) 10-18 Uhr. Infos: www.bernrieder-kunstausstellung.de

VON FREIA OLIV

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