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Neue Bücherei im Dorf der vielen Leser

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Die Bootspatin Elena Klingholz (vorne) mit dem Bücherei-Team: (v.l.) Elke Sigel, Elisabeth Klinger, Georg Malterer, Sandra Malterer, Kathrin Starke und Marita Minnerup.
Die Bootspatin Elena Klingholz (vorne) mit dem Bücherei-Team: (v.l.) Elke Sigel, Elisabeth Klinger, Georg Malterer, Sandra Malterer, Kathrin Starke und Marita Minnerup. © Schubert

Nach 70 Jahren in neue Räume: Die Bernrieder Bücherei zog am Samstag vom Kloster ins Gemeindezentrum um.

Bernried – Begonnen hat die Bücherei vor 70 Jahren als eine Fachbibliothek der Haushaltungsschule des Klosters. Später kamen Kinderbücher und Belletristik hinzu, die Sammlung wuchs, behielt aber ihren Platz im Kloster – bis März diesen Jahres. Das Kloster benötigte die Räumlichkeiten für andere Zwecke, und so musste ein neuer Platz für die Bücherei gefunden werden, die schon während der Amtszeiten der Bürgermeister Walter Eberl und Josef Steigenberger von der Gemeinde gefördert und zu einer öffentlichen Einrichtung wurde.

Die Räume waren ursprünglich für ein Café gedacht

Der neue Platz fand sich im Gemeindezentum über dem Sommerkeller: in den Räumen, die ursprünglich für ein Café vorgesehen waren. Im Empfangsbereich kann man die alte Planung noch gut erkennen. Der Raum war für die Küche bestimmt, daher ist die Höhe relativ gering, die Fenster sind hoch angesetzt und die Installationsrohre verlaufen frei unter der Decke.

Als am Samstag die Eröffnung gefeiert wurde, waren zwar die Räume fertig, es fehlten aber noch die Bücherregale. „Zum Glück“ wie Bürgermeister Georg Malterer bei seiner Begrüßung der rund 50 Gäste sagte, denn sonst wäre es angesichts der zahlreichen Besucher „sehr eng geworden“. Die neue Bücherei soll laut Malterer „mehr sein als eine Sammlung von Büchern“. Sie soll „ein Ort der Begegnung“ werden. Die Verlagerung ans Rathaus sieht Malterer als gute Entscheidung, auch wenn der Betrieb einer Bücherei nicht zu den Pflichtaufgaben einer Gemeinde gehöre. Die Wiedereröffnung noch vor dem Winter komme gerade rechtzeitig, da der Winter Lesezeit sei.

Blickfang im Raum für die Kinder ist ein Boot

Zum Abschluss der Umzugsfeier erbat Pfarrer Bernd Reithemann den Segen Gottes für die Einrichtung und ihre Nutzer. Für Kinder wurde ein eigener Raum eingerichtet, dessen Blickfang ein „Opti“-Nachbau in kleinerem Maßstab bildet. Das Boot wurde von Elena Klingholz auf den Namen „Bilbo“ getauft.

Die Bücherei hat laut Leiterin Kathrin Starke rund 9000 Medien, die sich vor allem an Kinder und Familien richten. An ihnen lässt sich die technische Entwicklung gut ablesen. Tonbandcassetten gibt es überhaupt nicht mehr, was Starke bedauert, weil sie mit dem Cassettenhören Kindheitserinnerungen verbindet, und DVDs werden weniger, „seitdem man fast alles streamen kann“. Was sich nicht geändert hat, sind die Bücher. Sie werden nach Einschätzung der Bibliotheksleiterin nicht nur immer bleiben, sondern auch immer wertvoller werden, weil sie ein Stück Kulturgeschichte – und Bilderbücher auch Kunstwerke – seien.

Leserquote in Bernried weit über dem Landesschnitt

In der Fähigkeit des Lesen sieht Starke eine Kulturtechnik, „die durch nichts zu ersetzen ist“. 500 Nutzer habe die Bücherei derzeit, was etwa 20 Prozent der Bevölkerung entspricht. Laut Peter Hart vom St. Michaels-Bund, der als Fachberater für die Bücherei tätig ist, ist die Leserquote in Bernried damit fast doppelt so hoch wie im bayerischen Durchschnitt.

Alfred Schubert

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