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Die Bäume dürfen bleiben: Der Gemeinderat Bernried lehnte den Antrag des Staatlichen Bauamts, die zwei Linden und die Buche zu entfernen, einstimmig ab. 

Baumfällung vor der Pfarrkirche

Bauamt blitzt mit Antrag ab

Bernried  - Das Bauamt wollte drei Bäume vor der Bernrieder Pfarrkirche fällen lassen. Der Gemeinderat lehnte das jedoch ab.

Die Bernrieder Pfarrkirche St. Martin ist eine alte Säkularisationskirche – und so kommt es, dass das Staatliche Bauamt als subsidiärer Baulastträger für die Generalsanierungsarbeiten verantwortlich ist. Die aufwendige und teure Außenrenovierung ist inzwischen weitestgehend abgeschlossen. Da liegt es natürlich im Interesse des Projektträgers, dass die historische Bausubstanz möglichst lange unbeschadet erhalten bleibt. Das Bauamt stellte deshalb bei der Kommune den Antrag, die nahe der Außenfassade stehenden Bäume (zwei Linden und eine Buche) zu entfernen. Doch der Bernrieder Gemeinderat ließ die Weilheimer Behörde mit ihrem Wunsch abblitzen. Sonderlich überraschend kam das einstimmige Veto des Gremiums nicht. Bernried schmückt sich gern mit dem Titel „Baumdorf“. Vor allem auf die vielen Methusalembäume ist man stolz. Auch vor der Pfarrkirche steht ein solches Exemplar. „Die Bäume sollten nur dann weg, wenn die Bausubstanz der Kirche wirklich gefährdet ist“, so Bürgermeister Josef Steigenberger im Gemeinderat. Die Bäume befinden sich in vitalem Zustand. Die Stämme weisen weder Schädlings- noch Pilzbefall auf.

Allerdings, so glaubt das Bauamt, könnte das Wurzelwerk die Fundamentkonstruktion am Kirchturm beschädigen. Steigenberger und seine Gemeinderatskollegen konnten die Bedenken der Behörde nicht nachvollziehen: „Die Bäume sind alle über 100 Jahre alt. Entweder das Wurzelwerk ist schon längst im Fundament unten drin, und es macht keinen Schaden – oder es hat sich woanders hin ausgedehnt“, argumentierte der Rathauschef. Die alten Turmmauern des um 1120 errichten Bauwerks seien zudem 1,80 Meter dick und demzufolge äußerst robust.

„Freischneiden, aber nicht fällen“

Die Gemeinde hatte in der Angelegenheit auch die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt eingeschaltet. Die Empfehlung der Kreisbehörde fasste Steigenberger im Gemeinderat mit wenigen Worten zusammen: „Großzügig freischneiden, aber nicht fällen.“ Der Rückschnitt sei nötig, weil durch die üppige Baumkrone speziell an der Kirchennordseite feuchte Stellen an der Fassade und Schimmel am Mauerwerk entstehen könnten. Aber: Das allein ist für den Bernrieder Gemeinderat kein Grund, die Bäume fällen zu lassen.

Bernhard Jepsen

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