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Die Werke im Bernrieder Sommerkeller laden die Besucher zum Ver weilen ein.

Bernried

Diese Ausstellung muss man sehen!

40 Künstler, zwei Wochen, vier Schauplätze: Die 43. Bernrieder Kunstausstellung ist für Überraschungen gut.

Bernried – Die Parkplatznot im ganzen Dorf deutet auf ein reges Interesse hin. Das ist insofern erstaunlich, als sich bedrohliche Wolken am Himmel türmen. Doch im Klosterhof ist ein riesiges Büffet im Freien aufgebaut, um das sich schon Scharen von Besuchern drängen. So wird die übliche Reihenfolge umgekehrt: erst Sekt und Häppchen, dann die Reden. Diese halten sich im Interesse der Sache, also der Kunst wie des Büffets, im zeitlichen Rahmen.

Bernrieder Kunstausstellung: Jährlich kommen  an die 4000 Besucher

Ingrid Klemm-Beyer, selbst ausstellende Künstlerin und Kopf des Orga-Teams, das die Ausstellung stemmt, verweist in ihrer Begrüßung auf das Rahmenprogramm wie Führungen und Workshops. Bürgermeister Josef Steigenberger (die Gemeinde Bernried ist die Veranstalterin) zeigt sich begeistert: „Jedes Jahr denkt man, das war jetzt die tollste Ausstellung. Und dann kommt die nächste – und übertrifft sie doch wieder.“ Er verweist auf die immense Arbeit, die dahinter steckt: „Künstler sind Persönlichkeiten, die ihre eigenen Vorstellungen mitbringen. Das macht es den Organisatoren nicht immer leicht.“ Drei- bis viertausend Besucher kämen alljährlich zu diesem Ereignis nach Bernried, „eine gewaltige Zahl“.

Klemm-Beyer wie ihre Haupt-Mitstreiterinnen Christine Philipp und Julia Compagnon bekommen einen großen Blumenstrauß. Dank geht auch an die Bernrieder Blasmusik, die zur musikalischen Umrahmung versammelt ist, aber erst aufspielen darf, „wenn die Kirche aus ist“. Damit ist die Ausstellung eröffnet.

Im Klosterhof sind noch bis 13. August Arbeiten zum Thema „Wasser“ zu sehen. Die Gemälde zeigen insbesondere Seenlandschaften, als solche erkennbar wie bei Doris Heidenberger, stärker abstrahiert wie bei Manfred Hinkel oder als Szene gestaltet wie bei Alessandra Motta-Rees.

Die Nr. 5 aus der Serie „Eintauchen“ zeigt eine junge Frau, die vom Knie bis zum Hals beim Eintauchen ins Wasser zu sehen ist. Bei „Wasserspiele“ sind junge Mädchen beim ausgelassenen Toben im Wasser zu sehen, während sich von rechts ein männliches Wesen nähert, das wie ein feindlicher Eindringling wirkt. Darüber hinaus sind Skulpturen zu sehen, etwa die Serie eindrucksvoller weiblicher Figuren von Andrea Matheisen mit Titeln wie „Mein eigener Weg“ oder „Schönheit der Stille“. Blickfänger sind die leuchtenden Bronzeskulpturen von Tanja Schönberg: „Femina“, ein üppiger, sitzender Akt, oder „Umarmung“, die Oberkörper eines verschlungenen Paares.

Auf herrlichen Wegen zum Buchheim-Museum

Wer nun zum Buchheim-Museum möchte, läuft auf herrlichen Wegen durch den Park am See entlang. In wenigen Schritten durchs Dorf gelangt man zum Salettl des Gasthofs „Drei Rosen“. In dem stimmungsvollen alpenländischen Holzbau finden sich bis 15. August Landschaftsbilder, die dessen Atmosphäre aufnehmen („Murnauer Moos“ von Wieland Hölzel, „Eibsee“ von Luise März), ein wenig abstrahieren („BlauGrün“ von Jessica Bäurle) oder einen Kontrapunkt dazu setzen (Wachs-Collagen oder die Pop-Art-Blume „FlowerPower“ von Gloria Hinkel). Doch das Highlight, da sind sich alle Besucher einig, bietet der historische Sommerkeller. Wer ihn betritt, erkennt sofort, dass er die idealen Räumlichkeiten bietet. Die Fülle an Stilen, Themen und Materialen, die den Besucher hier erwartet, ist so überwältigend, dass der Versuch der Wiedergabe scheitern muss. Also: selber kommen!

Pars pro toto sei das Kunstwerk „Schlange“ von Rita Wissing erwähnt: Ein Frauenbildnis, das unter Verwendung einer Pythonhaut das biblische Thema „Eva mit dem Apfel“ so faszinierend in Szene setzt, dass es den Besucher nicht mehr los lässt.

Sabine Näher

Zu sehen ist die Bernrieder Kunstausstellung bis zum 13. August in der Torbogenhalle/Klosterhof und bis zum 15. August im Sommerkeller und im Salettl des Gasthofs „Drei Rosen“ (werktags 14-19 Uhr, Sa/So/Feiertag 10-19 Uhr). Dort gilt jeweils freier Eintritt. Im Buchheim-Museum muss Eintritt bezahlt werden, dort geht die Ausstellung bis 29. September (täglich außer Mo 10-18 Uhr). Im Sommerkeller bietet Bernd Bach an den beiden Sonntagen, 4. und 11. August, jeweils um 15 Uhr, Führungen durch die Ausstellung an. Info: www.bernrieder-kunstausstellung.de.

Lesen Sie auch: Kinder, auf ins Museum! Janosch-Sonderschau in Bernried

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