Aus dem Gericht

Minibar-Fall geht in die nächste Runde

Bernried - Der Fall um einen Münchener Arzt, dem  die Minibar auf den Fuß gefallen sein  soll, geht weiter. Eine Zeugin erschien nicht zur Verhandlung. 

Im Fall des Arztes aus München, der im Juni 2015 seine angelaufenen Kosten von Übernachtungen und Speisen in einem Bernrieder Hotel in Höhe von rund 1550 Euro nicht bezahlt hatte und diese Rechnung mit einem Anspruch auf Schmerzensgeld verrechnen wollte – ihm soll in zwei aufeinanderfolgenden Tagen die Tür der Minibar auf den Fuß gefallen sein (wir berichteten) – kam man auch diesmal nicht weiter.

Der einschlägig vorbestrafte und unter Bewährung stehende Mediziner muss sich vor dem Amtsgericht Weilheim wegen Betrugs verantworten, zu unglaubwürdig klingt seine Geschichte mit der defekten Minibar. Eine Kreditkarte hinterließ der 62- Jährige bei seinem damaligen Hotelbesuch im Juni 2015 nicht. Er vertröstete den Hotelbesitzer immer mit der Versicherung, dass er das Geld habe und er die Rechnung bezahlen könne, was jedoch nicht erfolgte. Der damalige Hoteldirektor schilderte in einer vorangegangenen Verhandlung, er habe nach einigen Tagen versucht, den bis dato hinfälligen Betrag in bar zu erhalten, doch auch das habe nicht geklappt.

Der Angeklagte behauptet nach wie vor, keine finanziellen Schwierigkeiten gehabt zu haben und dass er die Rechnung nur nicht bezahlt hätte, da er Schmerzensgeld für die beiden Unfälle erhalten wolle. Würde der Mediziner nachweisen können, dass er tatsächlich zu diesem Zeitpunkt zahlungsfähig war, wäre die Anklage wegen Betrugs hinfällig. Eine strafrechtliche Verfolgung der Sache wäre somit vom Tisch.

Um über seine damaligen finanzielle Verhältnisse auszusagen, hatte man daher die in Italien lebende Tochter des Angeklagten zu diesem Verhandlungstag geladen. Sie sollte Auskunft darüber geben, ob ihr Vater zu dem fraglichen Zeitpunkt Geld auf einem Konto gehabt hatte. Die Zeugin erschien aber nicht zu diesem Termin. Sie hatte sich zwar telefonisch und per Fax beim Gericht entschuldigt, jedoch ohne Angabe von Gründen. „Sie konnte heute unmöglich kommen“, sagte ihr Vater.

Die Staatsanwältin beantragte für das Nichterscheinen die Verhängung einer Ordnungsstrafe. Der Verteidiger war sich aber sicher, dass bei geladenen Zeugen aus dem Ausland keine Erscheinungspflicht bestehen würde. Richterin Katrin Krempl bestätigte dies nach Konsultieren des Gesetzbuchs, und die Staatsanwältin zog ihren Antrag zurück. „Zum nächsten Termin wird sie aber ganz sicher erscheinen und auch aussagen“, versicherten der Angeklagte und sein Verteidiger. Das Verfahren wird fortgesetzt.

Regina Wahl-Geiger

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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