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Das Buchheim-Museum soll besser an die Gemeinde Bernried angebunden werden. 

Bessere Wege zum Buchheim Museum

Eine „Wunderwelt“ in abgespeckter Form

Die Gemeinde Bernried will die Wege vom Ort hin zum Buchheim-Museum verbessern. Die Bewerbung um Fördergelder der EU läuft.

Bernried – Die Idee ist bei einem „Feierabendbierchen“ entstanden, wie Bürgermeister Josef Steigenberger in der jüngsten Sitzung des Bernrieder Gemeinderats schmunzelnd erzählte. Doch inzwischen ist aus der Idee „Wunderwelt Bernried“ ein ernsthaftes Projekt geworden, das bereits im Lenkungsausschuss der LEADER-Aktionsgruppe Auerbergland-Pfaffenwinkel vorgestellt wurde und vermutlich mit einem üppigen EU-Förderzuschuss rechnen kann.

Konkret geht es bei dem Vorhaben darum, das Buchheim-Museum und den Ortskern von Bernried enger miteinander zu verbinden – einerseits auf visuell-gedanklicher Ebene, anderseits durch eine „logische Wegeverbindung“, wie es Steigenberger in der Ratssitzung formulierte.

Von Studenten der TU München wurden bereits umfangreiche Planungen vorgestellt, wonach an exponierten Stellen im Klosterdorf unter anderem markante Museumsstücke dauerhaft ausgestellt werden sollen. In Bernried kamen die Entwürfe bestens an: „Wir waren alle begeistert“, betonte Steigenberger – allerdings: „Wenn man die Kostenaufstellung anschaut, dann verschwindet die Begeisterung wieder – ganz gewaltig sogar.“

Alles in allem würde die Umsetzung der studentischen Entwürfe 3,2 Millionen Euro verschlingen. „So schön es ist, aber für ein Wegekonzept ist das ein bisschen viel“, winkte Steigenberger ab. Allerdings sollen nun zumindest einzelne Ideen aus dem Konzept verwirklicht werden – und zwar mit Hilfe des LEADER-Förderprogramms. Zusammen mit der Gemeinde Münsing am Ostufer des Starnberger Sees bewirbt sich Bernried nun im Rahmen eines Kooperationsprojekts um die EU-Zuschussgelder.

Die Fördertöpfe in der Kooperationssparte sind noch gut gefüllt und die Fördersätze betragen satte 60 Prozent. Da kommt es gelegen, dass auch Münsing kulturell viel zu bieten hat – unter anderem mit dem Loriot-Brunnen und dem Pocci-Schlössl.

Die kürzeste Verbindung zwischen den beiden Gemeinden ist die Schiffsroute über den See. „Es kommen vergleichsweise viele Besucher in Bernried mit dem Dampfer an“, konstatierte Steigenberger. Die Touristen und Ausflügler sollen also an beiden Seeufern auf einen kulturellen Pfad gelenkt werden. In Bernried soll deshalb der am Marina-Gelände vorbeiführende Weg in Richtung Buchheim-Museum ertüchtigt und aufgehübscht werden. Auch an der Querung über den Saugraben besteht Handlungsbedarf.

Für heuer und 2019 hat die Gemeinde ein Projektbudget von 80 000 Euro eingeplant. Das Buchheim-Museum steuert 40 000 Euro bei. Inklusive der 60-Prozent-Förderung soll der Projektetat auf rund 300 000 Euro aufgestockt werden: „Das ist ein relativ großer Hebel“, so Steigenberger über den LEADER-Fördereffekt: „Das Ganze bringt einen erheblichen Mehrwert für die Gemeinde. Der Weg zum Museum raus ist nicht zufriedenstellend.“

Leichte Kritik kam indes von Dr. Achim Regenauer. Die gedankliche Projektidee mit der „Wegeverbindung“ nach Münsing erschien dem Gemeinderat der Bernrieder Liste ein wenig konstruiert: „An unserem Steg hält nur dreimal am Tag ein Dampfer. Ich hätte es besser gefunden, wenn man von unserem Bahnhof ausgegangen wäre. Das würde auch das Dorf viel besser einbeziehen.“ Dagegen sprachen aber die Förderkriterien: „Das wäre dann kein Kooperationsprojekt mehr gewesen“, entgegnete Steigenberger.

Bernhard Jepsen

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