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Da ist es, das Bett, das Ernst Ludwig Kirchner 1919 geschnitzt hat: Daniel J. Schreiber, Direktor des Buchheim-Museums, präsentiert das wertvolle Exponat. Den Überwurf hat vermutlich Kirchners Lebensgefährtin Erna Schilling gewebt.

Werk von Ludwig Kirchner

Was für ein Bett!

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Bernried - Im Buchheim-Museum ist man stolz auf eine besondere Leihgabe.  Zu sehen ist ein Bett, das von Ernst Ludwig Kirchner geschnitzt wurde.

Ein Bett? Mitten im Museum? Nein, es ist nicht zum Ausruhen oder gar zum Nächtigen gedacht, und es ist natürlich nicht irgendein Bett, das im Buchheim-Museum seit dieser Woche zwischen den hochkarätigen Gemälden von Erich Heckel, Max Pechstein oder Emil Nolde steht. Es ist „Kirchners Bett“ – und es ist eine weitere Attraktion der Sonderschau „Brücke und die Lebensreform“, mit der das Bernrieder Buchheim-Museum bis 9. Oktober das „derzeit größte Brücke-Museum der Welt“ ist.

Eine fünfstellige Summe und viel diplomatischen Aufwand hat es gekostet, das historische Bett – das der Maler Ernst Ludwig Kirchner (1880- 1938) für seine Lebensgefährtin Erna Schilling fertigte – als Leihgabe des Kirchner-Museums Davos an den Starnberger See zu transportieren. Jedes Teil des Möbels muss einzeln in abgefederte Klimakisten verpackt werden, mit dem Werk vertraute Fachkräfte haben es auf seiner Reise begleitet und den Aufbau in Bernried betreut. Seit 1968 ist Kirchners Bett erst viermal in Ausstellungen außerhalb von Davos gezeigt worden. Das Buchheim-Museum konnte sich diesen Coup nur dank der „RNK Stiftung“ und privater Mäzene leisten.

Fünf Wochen lang hat Kirchner, einer der wichtigsten Künstler des Expressionismus, im Winter 1919 in Davos an dem Bett geschnitzt. Die monumentalen Bettpfosten sind aus Arvenholz, Kirchner bildete sie aus ineinander verschränkten Frauen- und Männerleibern. Sie erinnern an die Türbalken von den Palau-Inseln, die der Künstler im Dresdner Völkerkundemuseum gesehen hatte.

Die anderen Elemente des neunteiligen Möbels sind aus Föhrenholz: Am Kopfende ruht das Bett auf zwei Bergziegen, die Bettwangen darüber münden in zwei liegende Brustfiguren, einer männlichen und einer weiblichen. Die Arbeit an dem Bett zeige „Kirchners Bemühen, für sich und seine Partnerin ein neues Zuhause zu schaffen“, heißt es im Begleittext des Buchheim-Museums: „Es drückt die Sehnsucht nach Geborgenheit und Harmonie aus, nach einem Gelingen der Zweisamkeit, und den Wunsch, in der neuen Heimat anzukommen.“ Allerdings brach das Bett in der ersten Nacht, die Erna Schilling nach Fertigstellung bei Kirchner in Davos verbrachte, zusammen, wie man in Bernried zu erzählen weiß: „Es hielt den nächtlichen Aktivitäten des Paares nicht stand und musste sogleich restauriert werden.“

Zweifelsohne handelt es sich also um ein sehenswertes Exponat, eine spektakuläre Ergänzung der Sommerschau im Buchheim-Museum, die insgesamt 207 Ausstellungsstücke von Künstlern der Gruppe „Brücke“ zeigt.

Die Öffnungszeiten

des Buchheim-Museums in Bernried: Di-So 10-18 Uhr. Info: Telefon 08158/99700.

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