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Gern gesehener Gast in Bernried: Nikolaus Hipp (Mitte) mit Laudator Udo Hahn, dem Leiter der Evangelischen Akademie Tutzing, und Galeristin Martina Marschall. 

Bilder von Nikolaus Hipp in der Galerie Marschall

Vom Werden und Vergehen

Bernried - Nikolaus Hipp zeigt in der Galerie Marschall Bilder zu den vier Jahreszeiten. Keines von ihnen trägt einen Titel.

Neue Bilder des Malers Nikolaus Hipp (77) sind unter dem Titel „Die vier Jahreszeiten“ in der Galerie Marschall in Bernried zu sehen. Die meisten davon entstanden im vergangenen Jahr. Als „Such- und Sehnsuchtsbilder“ bezeichnete bei der Vernissage am Sonntag Galeristin Martina Marschall die ungegenständlichen, farbenfrohen Arbeiten.

Keines der Bilder trägt einen Titel, nichts, was dem Betrachter eine Denkweise oder eine Interpretation vorgeben möchte. Man kann abstrakte Landschaften in diesen Gemälden sehen, einen Baum mit Kirschen oder auch den Mond. Und obwohl in manchen Bildern herbstliche Erdfarben überwiegen und in anderen leuchtendes Gelb oder frisches Grün, sind sie nicht direkt einer Jahreszeit zuzuordnen.

Manchmal öffnet der Maler, der als Claus Hipp auch als Unternehmer bekannt ist, im Detail und ganz konkret auf der Leinwand den Blick auf eine Farbschicht, indem er anderes gleichsam beiseiteschiebt. Den satten, pastosen Farbauftrag liebt er ebensosehr wie die feine, durchscheinende Lasur. Gern stellt er seine Farbimpressionen auf einen klaren, farbigen Grund, liebt harmonische Kontraste.

Die Farbfelder in einigen Arbeiten erinnern mitunter an Arbeiten Paul Klees. Anderes, leuchtendes Gelb auf erdigem Grund, erlaubt Assoziationen zu Werken des Jugendstilmalers Gustav Klimt. Und immer ist es die Natur, die für Nikolaus Hipp Anlass zum Malen ist und die dem Betrachter entgegenscheint.

Der Unternehmer und der Maler, so sagte Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing, in seiner Laudatio zur Ausstellungseröffnung, „leben gleichermaßen in, mit und aus den Jahreszeiten“. Und so sieht er die Bilder Hipps nicht nur als Aufforderung, die Schönheit der Schöpfung zu sehen, sondern auch als Warnung: „Bedenkt, was Ihr verliert, wenn Ihr den Rhythmus des Werdens und Vergehens verliert.“

Zu sehen

bis zum 13. November in der Galerie Marschall, Dorfstraße 20, Bernried: Sa/So 11-18 Uhr und nach Vereinbarung unter 08158/997 917.

Heribert Riesenhuber

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