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Bernried

Brückenschlag mit 1030 Kunstwerken

Großer Bahnhof im Buchheim-Museum: Zur Eröffnungsfeier anlässlich des Einzugs der Gerlinger-Sammlung „Die Maler der Brücke“ in das Bernrieder Museum kamen  mehr als 150 hochkarätige Gäste.

Bernried – Unter anderem Galerist Dr. Wolfgang Henze mit seiner Frau Ingeborg Henze-Ketterer, der ehemalige Finanzminister Kurt Faltlhauser mit Frau, Bernrieds Altbürgermeister Walter Eberl und sein Nachfolger Josef Steigenberger, Vertreter des Stiftungsrates der Buchheim-Stiftung, allen voran Vorsitzender Walter Schön und natürlich der Kunstsammler Hermann Gerlinger.

Sammeln bedeutetEntbehrungen

„Wir sind glücklich, dass Sie die Sammlung des Expressionismus in Süddeutschland neu erstrahlen lassen“, dankte Walter Schön dem Leihgeber, bevor Bayerns Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber, der mit seiner Gattin Karin gekommen war, die Erweiterung der Buchheim-Sammlung als einen „Ritterschlag für den Direktor des Hauses“ feierte. Tatsächlich wird das „Museum der Phantasie“ durch die zusätzlichen 1030 Werke zu dem neben Berlin größten und bedeutendsten Brücke-Museum in der Welt, wie Galerist Wolfgang Henze betonte. Er war es auch, der der Festgesellschaft verdeutlichte, welch enorme Entbehrungen eine Sammelleidenschaft mit sich bringt und würdigte die Damen: die nicht anwesende 98-jährige Herta Gerlinger und – mit einem Blick nach oben – Diethild Buchheim. Diese hätten auf vieles verzichtet. „Die Finanzen werden bei Sammlern immer hoffnungslos überstrapaziert“, sagte der Galerist. „Das materielle Kunstwerk ist dann das private Eigentum, das Kunstwerk selbst aber gehört der ganzen Menschheit.“ Deshalb danke er den Politikern, die das Museum ermöglicht haben, damit die Sammlungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich sind.

Expressionisten in den 1950er Jahren zu sammeln wertete Henze als eine „Rehabilitierung“ der in der Nazizeit verfemten Künstler, die die Schändung der Kunst überwinde. Kunstsammler Gerlinger würdigte Lothar-Günther Buchheim als einen über die Zeit hinausblickenden Sammler. Er selbst habe Kunst gekauft, weil er mit den Werken leben wollte. In den 1990er Jahren sei klar geworden, dass der seine Sammlung der Öffentlichkeit übergeben wollte.

Kultusminister Ludwig Spaenle feierte das Ereignis als einen „großen Tag für Bayern“, Edmund Stoiber das Museum als „bedeutendsten Ausstellungsort der weltbekannten Brücke-Maler“. Er dankte Gerlinger dafür, dass er „den Kulturstaat bereichere“. „Ein toller Tag, eine tolle Geschichte“, begeisterte sich der ehemalige Ministerpräsident, der sich Ende der 1990er Jahre vehement dafür eingesetzt hatte, dass die Buchheim-Sammlung in Bayern bleibt.

Für Museumsdirektor Daniel J. Schreiber war dies der „freudigste, aufregendste Tag“ seiner Berufslaufbahn. Lothar-Günther Buchheim zu begegnen, sei nicht immer angenehm gewesen, aber auch nie langweilig. Als Museumsdirektor in Bernried sei ihm von Anfang an klar gewesen, dass er den Dialog mit Gerlinger suchen müsse, so Schreiber. Dann passierte es von selbst. „Unsere Türen waren offen“.

Die Ausstellung

„Brückenschlag: Gerlinger- Buchheim“ ist bis 21. Januar in Bernried zu sehen: Infos gibt es auf www.buchheimmuseum.de.

 Astrid Amelungse-Kurth

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