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Den Auftakt seiner Ausstellung im Bernrieder Buchheim-Museum nutzte Peter Gaymann am Freitagnachmittag, um vor Ort zu zeichnen – zum Vergnügen der Besucher.

Neue Sonderausstellung

Buchheim-Museum Bernried zeigt „Virus-Visionen“  von Peter Gaymann

Wenn der Wind die Staffelei umweht, dann ist das auch für Peter Gaymann eine besondere Erfahrung. Zur Vernissage einer coronabedingt verkleinerten Ersatz-Schau in Bernried erstellte der Karikaturist eine Zeichnung auf der Eingangsterrasse des Buchheim-Museums.

Bernried– Passend zur Ausstellung der locker-humorigen Karikaturen von Peter Gaymann traf auch die Begrüßungsrede einen luftig-launigen Ton: „Eigentlich wollten wir im Frühjahr eine große Retrospektive hängen, aber das ging dann wegen Corona nicht“, sagte Daniel Schreiber. Für die kleinere Ersatz-Schau „Virus-Visionen“ habe man sich dann im Buchheim-Museum geschworen: „Eigentlich machen wir keine Eröffnung“, so der Museumsdirektor. Doch „uneigentlich“ kam alles anders, und so wurde für Freitag dann doch eine Mini-Vernissage anberaumt: Im Freien, außerhalb des Eingangs und mit Abstand.

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Viele der rund 70 Gekommenen waren Freunde und Bekannte, die zum Teil bis aus Gaymanns Geburtsstadt Freiburg angereist waren. Dies lag nicht nur an der – zur Vermeidung eines Auflaufs – geringen Zahl an Informierten, sondern auch am besonderen Datum: Der weithin für seine hühnerköpfigen Strichfiguren bekannte Karikaturist beging am Freitag seinen 70. Geburtstag, was ein Gästepaar sogar zu einer Gesangseinlage animierte.

80 Originalblätter sind zu sehen

Der mit abgewetztem Strohhut milde lächelnde Jubilar absolvierte unterdessen einen Marathon im Widmungs-Skizzen-Zeichnen. Quasi jeder Umstehende kaufte das vor zwei Wochen erschienene Buch „Typisch Corona“, das in Form eines Cartoon-Tagebuchs für jeden Tag der Pandemie einen charakteristischen Eindruck festhält. 80 Originalblätter aus der Zeit von Mitte März bis Ende Mai sind nun obendrein im Bernrieder „Museum der Phantasie“ zu sehen.

„Ich glaube, es ist selten, dass ein Museum so aktuelle Bilder hängen kann, auf denen die Farben noch kaum trocken sind“, sagte Gaymann. Zumal er das Thema „Corona“ noch um weitere Blätter ergänze, wenn nun auch nicht mehr mit der täglichen Abfolge. Wie zum Beweis warf er auch vor den versammelten Besuchern eine rasche Karikatur aufs Papier, gut sichtbar auf einer aufgestellten Staffelei, „damit man sehen kann, dass der Zeichner das auch wirklich ist“.

Gaymann wollte schon immer hier ausstellen

Wie so oft verblüfft der im Isartal ansässige Gaymann nicht nur durch einen treffenden Strich, sondern auch durch hintergründigen Witz. „Ich kann mir Gesichter so schlecht merken“, begrüßen sich auf der Zeichnung zwei Vernissagen-Besucher – beide kaum kenntlich unter ihren Schutzmasken. Treffsicher sind auch die Corona-Cartoons des Frühjahrs: gewitzt in der Optik mit Hamsterkauf-überfüllten Einkaufswagen oder gewitzt im Text, worin eine junge Frau nicht nur das Wetter als „Frühlings-Haft“ bezeichnet.

Gaymann ist froh, dass seine „Trostpflaster-Cartoons“ aus den tristen Tagen zwischen Lockdown und Lockerung gleich aktuell ausgestellt sind, und dies obendrein im „Museum der Phantasie“. Denn in das Bernrieder Haus komme er wirklich gerne: „Ich mag das Ambiente, die Lage und die tollen Sammlungen. Es war ein Wunsch, hier einmal ausgestellt zu sein.“ Dank Corona wird dies übrigens gleich zweifach der Fall sein, denn, so versprach Direktor Schreiber, die große Gaymann-Retrospektive werde 2021 nachgeholt.

Andreas Bretting

Zu sehen ist die Ausstellung „Gaymanns Virus-Visionen“ bis 11. Oktober im Buchheim-Museum: täglich außer Montag von 10 bis 18 Uhr.

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