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Del Fabbro: Schöpfer des Kriegerdenkmals

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Das Kriegerdenkmal in Bernried
Schmuckstück im Dorf: das Kriegerdenkmal von Domenico del Fabbro © Veteranenverein

Wenn am Sonntag, 7. August, der Veteranen- und Soldatenverein Bernried den 100. Geburtstag des Kriegerdenkmals feiert, rückt ein Name in den Mittelpunkt, den rund um den Starnberger See viele Menschen kennen: Domenico del Fabbro. Der aus Udine/Friaul stammende Baumeister hat zahlreiche Villen und Bauernhäuser in der Region gebaut, aber auch das örtliche Kriegerdenkmal geplant und errichtet.

Bernried – Auch Markus del Fabbro wohnt in einem Haus, das sein 1934 verstorbener Urgroßvater gebaut hat. Der verließ seine Heimat wegen zahlreicher Erdbeben und baute sich Ende des 19. Jahrhunderts in Bernried eine neue Existenz auf – offensichtlich mit großem Erfolg, wie Markus del Fabbro weiß. Vor rund 100 Jahren hatte sein Urgroßvater eine Firma mit 100 Angestellten und eigenem Gleisanschluss. Er baute Villen und Häuser in Seeshaupt, Ambach, aber natürlich auch in Bernried selbst: Die Villa an der Karwendelstraße ist heute noch ortsprägend. Er war auch verantwortlich für den Bau des weit und breit ersten Hauses mit Unterkellerung.

Auch am Bau der Hardtkapelle war del Fabbro beteiligt, sein Name ist auf dem Pflaster am Eingang verewigt, so Markus del Fabbro, der als 3. Bürgermeister dem Gemeinderat Bernried angehört und dort für Bauangelegenheiten zuständig ist. Auch Bauernhöfe in Haunshofen und Bauerbach sowie Gut Unterholz tragen die Handschrift del Fabbros. Auch sein Sohn und sein Enkel waren Bauunternehmer ebenso wie Markus del Fabbro, der als Trockenbauer selbständig ist.

Der Veteranenverein ist stolz darauf, dass ein Einheimischer das Denkmal an der Dorfstraße gebaut hat. Auslöser für den Bau waren die Schrecken des 1. Weltkrieges, denn der Verein ist älter, er feiert in zwei Jahren 150. Geburtstag, wurde also zur Regentschaft von König Ludwig II. gegründet. Er ist damit der älteste Verein im Dorf.

170 Festteilnehmer für Sonntag erwartet

Für Sonntag rechnen die Veteranen mit 170 Festteilnehmern. Nachbarvereine haben sich ebenso angesagt wie Vereine im Ort, Landrätin Andrea Jochner-Weiß sowie Schirmherr und Altbürgermeister Josef Steigenberger, der sich gerade von einem Kutschenunfall erholt.

Der Verein selbst, der sich parteipolitisch neutral sieht, setzt sich für den Erhalt von Kriegerdenkmälern und Ruhestätten von Gefallenen ein. Er blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Die Gründungsfahne war nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr auffindbar und wurde erst nach mehr als einem halben Jahrhundert wieder entdeckt: Sie befand sich hinter der Fahnenschrankrückwand in der Kirche St. Martin. Vor rund einem Jahrzehnt wurde das Kriegerdenkmal von Unbekannten beschädigt: Der Kopf des Reiters wurde abgerissen, auch die Ohren des Pferdes. Im Bereich des Kriegerdenkmals versprühten die Täter einen gestohlenen Feuerlöscher. Den Schaden für die Reparatur übernahmen Verein und Gemeinde, erinnert sich Schriftführer Jochen Wolle. Aktuell führt Robert Schiebel den 86 Mitglieder zählenden Verein (seit November 2021). Seine Vorgänger waren Fritz Kraus, Josef Steiger und Josef Bürsch, der von 1965 bis 1991 an der Spitze des Vereins stand. Neben Kranzniederlegungen zum 8. Mai und am Volkstrauertag ist der Verein mit jährlichen Ausflügen und einer Adventsfeier aktiv.

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