Festwoche wegen Corona verschoben

  • Bernhard Jepsen
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Eigentlich wollte Bernried heuer im großen Stil das 900-jährige Kloster- und Dorfjubiläum feiern. Doch aufgrund der Corona-Pandemie mussten die meisten Veranstaltungen abgesagt werden. Betroffen davon ist auch die für Juli geplante Festwoche.

Bernried– Es war nicht anders zu erwarten: Die Gemeinde Bernried musste die ursprünglich vom 9. bis 12. Juli geplanten Feierlichkeiten zum 900-jährigen Dorf- und Klosterjubiläum absagen. Die Corona-Pandemie ließ dem Festausschuss keine andere Wahl. „Es gibt Pessimisten und Optimisten – und es gibt Realisten“, erklärte Bürgermeister Josef Steigenberger in der jüngsten Gemeinderatssitzung: „Dass wir im Juli im Sommerkeller ein Fest mit 1000 Leuten feiern können, ist sehr unwahrscheinlich.“ Was der Rathauschef zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen konnte: Ein Fest mit 1000 Leuten im Juli ist nicht nur „unwahrscheinlich“, sondern aufgrund der jüngsten politischen Entscheidungen auch ausgeschlossen. Demnach dürfen bis 31. August keinerlei Großveranstaltungen stattfinden.

Ebenfalls abgesagt wurden der im Rahmen der Festwoche geplante mittelalterliche Markt im alten Ortskern sowie der Festgottesdienst samt Kirchenzug. Besonders bitter: Zum Festsonntag hatten Landtagspräsidentin Ilse Aigner und Bezirksregierungspräsidentin Maria Els bereits ihre Teilnahme zugesagt.

Aus dem Terminkalender gestrichen wurde zudem die Aufführung der „Haydn-Schöpfung“ durch den Madrigalchor, der aufgrund der Corona-Krise momentan keine Proben abhalten kann. Das Musikspektakel sollte Ende Mai über die Bühne gehen. Auch das für die zweite Juni-Hälfte angesetzte internationale Kutschenturnier entfällt: „Das ist wegen des eingeschränkten Reiseverkehrs nicht möglich“, erklärte Steigenberger. Am seidenen Faden hängt zudem der Auftritt des Diogenes-Quintetts, das im Juni Werke von Lachner, Brahms und Humperdinck spielen sollte. An einem Programmpunkt konnte allerdings festgehalten werden: Die historische Ausstellung, die einen geschichtlichen Zeitstrahl der vergangenen 900 Jahre darstellen soll, wird planmäßig stattfinden.

Trotz der Absagen infolge der Corona-Krise: Ganz verzichten wollen die Bernrieder auf die Feierlichkeiten zu ihrem Jubiläum nicht. „Man wird schließlich nur einmal 900 Jahre alt“, betonte Steigenberger im Gemeinderat. Und deshalb ist die Festwoche auch nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben. Vermutlich wird es auf eine „901-Jahrfeier“ hinauslaufen. „Vielleicht geht es ja schon im Herbst“, meinte Steigenberger, „aber es ist wohl gescheiter, wenn wir die Festwoche gleich auf das nächste Jahr verschieben.“ Das würde auch garantieren, dass eine Delegation aus der französischen Partnergemeinde Samoreau anreisen könnte.

In den nächsten Wochen soll der endgültige Termin für die Festwoche fix gemacht werden: „Wir wollen sicher sein, dass wir unbeschwert feiern können“, erklärte Bernrieds künftiger Bürgermeister Georg Malterer.

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